Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 03.04.2017

Zeitlos schön

Am Strand von Miami lichtete Starfotograf Manfred Baumann Anfang des Jahres Missen-Chefin Silvia Schachermayer ab. Die Fotos zeigen, dass es die Mutter einer kleinen Tochter auch mit 34 Jahren immer noch draufhat.

Bild Silvia1.jpg
© Manfred Baumann

Im Beauty-Business hat Silvia Schachermayer viel erreicht: 2004 wurde die schöne Linzerin zur Miss Austria gekürt, 2005 war sie im deutschen Playboy als Playmate zu sehen. Seit fünf Jahren managt sie die Miss Austria Corporation (MAC) und hat Österreichs bekanntestem Beautycontest dank Internationalität, sozialem Engagement und Talenteförderung neues Leben eingehaucht. Im Interview verrät die sympathische Powerfrau, wie sie den Spagat zwischen Familie mit Kleinkind und dem glamourösen Missen-Business schafft.

 

Frau Schachermayer, Anfang Juli wird im Casino Baden die Miss Austria 2017 gewählt. Bis dahin gibt es sicher noch viel zu tun. Wie darf man sich diesen Endspurt vorstellen?

Ich habe die MAC in unterschiedliche Projekte eingeteilt. Ab jetzt wird das Team immer größer und es kommen laufend Projektverantwortliche dazu. Im Moment gibt es viele Meetings, die Drucksorten werden gemacht, Show-Acts, Modepartner und auch die Miss Austria-Academy müssen koordiniert werden.

 

Vor fünf Jahren haben Sie die Geschäftsführung der MAC übernommen. Was hat sich unter Ihrer Leitung alles verändert?

Ein großes Anliegen war mir von Anfang an die Förderung der Missen. Dazu haben wir die Miss Austria-Academy ins Leben gerufen, wo jede der Kandidatinnen innerhalb einer Woche eine Ausbildung im Wert von 7.000 bis 10.000 Euro bekommt. Auch die Miss Austria-Wahl haben wir auf neue Beine gestellt. Es gibt eine Liveshow, einen Livestream und ein österreichweites TV-Format. Zudem sind wir durch die Kooperation mit Miss World, Miss Earth und Miss Universe auch international vertreten.

 

2004 wurden Sie zur Miss Austria gekürt. Sie kennen das Geschäft von der Pike auf. Wie sind Sie damals damit umgegangen, plötzlich bekannt zu sein?

Mir hat das extrem gut gefallen. Ich hatte immer schon einen Plan, was ich in meinem Leben erreichen möchte, und diesbezüglich war dieser Erfolg sehr nützlich. Natürlich ist es anfangs eine große Umstellung, wenn man plötzlich in Kreise kommt, in denen man sich vorher nicht bewegt hat. Ich habe aber den Spagat zwischen Beruf, Familie und Freundeskreis immer ganz gut geschafft. Ich hatte viele tolle Jahre, in denen ich gut gearbeitet habe und viel unterwegs war.

Bild Silvia2.jpg
Silvia Schachermayer am Strand von Miami. (© Manfred Baumann)

Waren Ihre Eltern von Anfang an damit einverstanden, dass Sie bei der Miss Oberösterreich-Wahl mitgemacht haben?

Das habe ich ihnen damals gar nicht gesagt (lacht). Ich habe mich im Internet beworben und meinen Eltern einen Tag vor der Misswahl mitgeteilt, dass ich mitmachen werde. Sie fanden das toll und haben mich super unterstützt.

 

Zu Jahresbeginn haben Sie in Miami ein Shooting mit Starfotograf Manfred Baumann gemacht. Genießen Sie es noch immer, vor der Kamera zu stehen?

Das Shooting hat sich zufällig ergeben. Ich habe ein Foto von meinem Urlaub in Florida auf Facebook gepostet. Manfred Baumann hat gesehen, dass ich in Amerika bin und sich gemeldet. So haben wir uns am letzten Tag meines Urlaubes in Miami getroffen und zwei Stunden lang zum Spaß geshootet. Es war ganz relaxed. Ich kenne Manfred schon seit 13 Jahren, er gehört ja quasi zur Miss Austria-Familie.

 

Ihre Tochter Sophia ist dreieinhalb Jahre alt. Sie haben noch immer eine Top-Figur. War es schwierig, nach der Geburt wieder in Form zu kommen?

Es war extrem schwierig, weil ich in der Schwangerschaft stark zugenommen habe. Da die Geschäftsübernahme der MAC und die Geburt meiner Tochter ziemlich zeitgleich vonstattengingen, hatte ich damals ziemlich viel Stress. Ich habe hart an mir gearbeitet, um den Normalzustand wieder herzustellen (lacht). Im Moment fühle ich mich sehr wohl. Ich lebe so, dass ich auf nichts verzichten muss. Ich bin der totale Genussmensch.

 

Wie schaffen Sie es, trotz Genuss Ihr Gewicht zu halten?

Natürlich habe ich vor dem Shooting mit Manfred Baumann in Miami ein paar Stunden mehr im Fitnessstudio trainiert. Aber ich strebe bei bestem Willen keine Size-Zero-Figur an. Bei diesem Shooting ging es um Persönlichkeit. Außerdem hatte ich immer Kurven, auch zu meiner Miss Austria-Zeit. Ich war nie ein Spargel­tarzan. Ich habe eine weibliche Figur, und die passt zu mir. Ich liebe den Genuss, gutes Essen und ab und zu auch Partymachen.

 

Wie hat sich Ihr Leben nach der Geburt Ihrer Tochter verändert?

Es ist definitiv stressiger geworden, obwohl ich ein sehr braves Kind habe. Man hat weniger Zeit für sich selber, aber man wird täglich dafür belohnt. Der kleine Stöpsel bereichert unser Leben total.

 

Ist es schwierig, Job und Kind zu vereinbaren?

Ich habe es mir viel einfacher vorgestellt. Außerdem hat man ständig ein schlechtes Gewissen, wenn man im Büro arbeitet oder unterwegs ist. Mittlerweile habe ich mir ein gutes und verlässliches Team aufgebaut und es hat sich alles sehr gut eingespielt. Aber es ist nicht einfach. Ich bewundere jede alleinerziehende Mutter, denn ohne das Konstrukt aus meinen Eltern, unserem Au-pair-Mädchen und dem Kindergarten könnte ich meinen Job nicht in dieser Form ausüben.

Bild Silvia_Baumann.jpg
Silvia und Fotograf Manfred Baumann beim Spontan-Shooting

Was ist Ihnen bei der Erziehung Ihrer Tochter wichtig?

Ich bin sehr streng. Unsere Freunde scherzen immer und drohen ihren Kindern, dass sie, wenn sie schlimm sind, zur Tante Silvia kommen (lacht). Mir ist es wichtig, dass sich meine Tochter zum Beispiel im Restaurant benehmen kann. Sie weiß das und ist recht brav. Zuhause ist sie natürlich Kind und tollt herum, aber wenn wir unterwegs sind, benimmt sie sich zu 90 Prozent.

 

Ich will nicht indiskret sein, aber wird Sophia noch ein Geschwisterchen bekommen?

Im Moment steht das nicht zur Debatte, aber irgendwann einmal möchten wir ein zweites Kind. Jetzt bin ich gerade 34 Jahre alt geworden, allerdings möchte ich auch keine späte Mutter sein... Schauen wir mal!

 

Seit 2008 sind Sie mit Unternehmer Josef Schachermayer zusammen, vor fünf Jahren wurde geheiratet. Wie hat das Kind Ihre Beziehung verändert?

Wir sind einfach ein super Team. Josef nimmt sehr viel Rücksicht auf mich und kann sich seine Zeit zum Glück flexibel einteilen. Oft begleitet er mich auch zu beruflichen Terminen. Im Vorjahr waren wir viel auf Reisen, da haben wir Zeit für uns und können sehr gut abschalten. 

 

Ist Ihr Mann eifersüchtig?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe aber auch keine Zeit, ihm einen Grund zu geben. Während der Woche ist mein Leben sehr unspektakulär. Ich frühstücke mit Sophia und arbeite anschließend im Büro. Irgendwann komme ich erledigt nach Hause. Dann essen wir alle gemeinsam – da­rauf lege ich großen Wert. Und am Ende des Tages gibt es für meine Kleine noch eine Gutenachtgeschichte.

 

Mit 34 Jahren sind Sie schöner denn je. Gibt es ein Beauty-Geheimnis?

Ich rauche nicht, trinke selten Alkohol und versuche, Sport zu machen. Außerdem gehe ich regelmäßig zur Kosmetik und stehe dem Erhalten der natürlichen Schönheit offen gegenüber.

 

Tanja Duhovich, Anna Hammel, Patricia Kaiser: Die Ex-Missen haben ein supergutes Verhältnis untereinander. War da nie ein Funken Neid und Eifersucht?

Überhaupt nicht! Wenn eine neue Miss Austria gewählt wird, ist sie live im Club dabei, und wenn sie etwas mit uns „alten Hasen“ machen will, dann ist sie herzlich willkommen. Wir stehen gerne mit Tipps und Ratschlägen zur Seite. Unser MAC-Slogan „One Big Family“ trifft das auf den Punkt.

 

Unter Ihrer Federführung engagieren sich die Missen auch für soziale Projekte. Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?

Unsere österreichweiten Projekte mit dem SOS Kinderdorf oder „Dancer against Cancer“ liegen mir sehr am Herzen. 20.000 Euro bringen unsere Missen dank ihrem großen Engagement meistens zusammen, das finde ich toll. Die Jungmissen lernen dabei auch, einen Event auf die Beine zu stellen. Der Erfolg fließt übrigens auch bei der Miss-Wahl in die Bewertung mit ein.

 

Mit den Worten „Kasperl­theater! Würden wir uns in der Privatwirtschaft so verhalten, würde es kaum mehr erfolgreiche Unternehmen geben“ haben Sie Anfang des Jahres unsere Regierung kritisiert. Sind Sie ein politischer Mensch?

Ich bin grundsätzlich kein politischer Mensch, aber ich beobachte das Tagesgeschehen sehr genau. Da mein Mann ein großes Familienunternehmen leitet, beschäftigen mich solche Themen natürlich auch. Es wird im Moment viel Blödsinn gemacht. Damals hat es mir ordentlich gereicht, daher mein Posting auf Facebook. Ich will aber niemandem meine Meinung aufzwingen.

 

Haben es schöne Menschen im Leben leichter?

In unserer Gesellschaft läuft vieles über die Optik. Ich glaube, dass es ein gepflegter Mensch im Gegensatz zu jemandem, der abgefuckt erscheint, leichter hat. Wenn man mit sich im Reinen ist und sich in seiner Haut wohl fühlt, dann strahlt man das auch aus.