Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 24.11.2021

Wordrap

Ihr Lesestoff ist üppig: Worin Bernadette Kalteis‘ Mission zwischen 100.000 Büchern besteht, verrät die Melkerin im Blitzinterview.

Bild 2111_N_Wordrap_BKaltei.jpg
© Brigitte Kobler

So viel Geschichte regt die Fantasie an (und lockt nach Melk): Bernadette Kalteis‘ Arbeitsplatz ist beinahe tausend Jahre alt. Sozusagen. Die studierte Germanistin und Historikerin gehört zum Team der Stiftsbibliothek, gegründet wurde das Benediktinerkloster 1089.

 

Worin besteht Ihr Aufgabengebiet?

Wissenschaftler und Forscher, Schüler und Studenten, Interessierte und Neugierige kommen mit Fragen und Anliegen, denen sie in der Bibliothek nachgehen wollen. Dabei unterstützen wir sie. Wir arbeiten wissenschaftlich und haben einen Vermittlungsauftrag. Wir tragen Verantwortung für das Büchererbe, für seinen Fortbestand und für eine kluge Erweiterung aus Sicht unserer Zeit.

 

Sie gehören seit 20 Jahren zum Team. Was fasziniert Sie?

Die Vielfalt der Aufgabenbereiche, das Zusammentreffen mit Menschen, die für ihre Forschungsgebiete brennen, die große Freiheit in der Themenfindung für eigene wissenschaftliche Arbeiten, der direkte Zugriff auf die Quellen – und das am weltweit schönsten Arbeitsplatz.

 

Welche sind für Sie schöne Erfolgserlebnisse bei Ihrer Arbeit?

Sich einem Thema mit etwas Fantasie von unerwarteter Seite zu nähern, auf Bücher zu stoßen, die ungeahnte Fundstücke bereithalten, das alles in einen Text zu verpacken und das Gefühl, ein Stück Geschichte neu erzählt zu haben.

 

Worin liegt die Herausforderung?

Sich nicht zu verzetteln. 

 

Sie recherchierten zuletzt beispielsweise für den Vortrag „Zwischen Disneyfizierung und Stundengebet: Wie mache ich wen glücklich?“ – ein persönlicher Lieblingsgedanke daraus …

Die Erwartungshaltung anderer zu erfüllen, ist kein Erfolgsrezept. Um glaubwürdig zu sein, braucht es Authentizität; als Person, als Institution.

 

Wie beschreiben Sie persönlich Glück?

Hm. Einer von vielen Aspekten: Glück hat mit dem Gefühl von Freiheit zu tun, auf vielen Ebenen. Meinungsfreiheit, persönlicher Freiraum … 

 

Sind sie gläubig?

Ja. Dazu gäbe es allerdings noch viel zu sagen …

 

Eine Welt ohne Bücher wäre …

… unvorstellbar anders. Ohne Speicherplatz für kulturelles Gedächtnis. 

 

Sie sind vierfache Mutter. Was liegt Ihnen bei der Erziehung am Herzen?

Ich möchte meine Kinder mit Selbstvertrauen, einem großen Herz und Offenheit ins Leben schicken. Sie sollen immer etwas finden, für das sie sich begeistern, wofür sich persönlicher Einsatz lohnt.

 

Ein Lieblingsbuch aus Ihrer Kindheit: Doktor Dolittles schwimmende Insel von Hugh Lofting

 

Welche Leidenschaft würde man bei Ihnen weniger vermuten?

Eher umgekehrt: Obwohl ich wahnsinnig gerne über gastrosophische Themen schreibe, koche ich nicht gerne.

 

Mit welcher Persönlichkeit – ob lebendig oder tot – würden Sie gerne plaudern wollen?

Mit zweien, beide verstorben: Mit meinem Vater und mit P. Johannes Cellensis, einem spannenden Protagonisten im 17. Jahrhundert in der Stiftsgeschichte

 

Worüber?

Mit meinem Vater über Gott und die Welt aus der neuen Perspektive. Mit Johannes Cellensis über die aufgewühlten Zeiten im Stift, von denen er in seinen Aufzeichnungen so packend berichtet.

 

Welche Frage möchten Sie noch gerne beantworten?

Hätten Sie zu all diesen Fragen noch viel mehr zu sagen?

 

Wie lautet die Antwort darauf?

Ja!