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People | 06.04.2016

"Wir nennen ihn: das Kind"

Geigenvirtuose Nigel Kennedy (59), der britische Punk der Klassik, wurde 1989 mit der Einspielung von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ zum Weltklassestar und ist am 23. April mit „Nigel Kennedy plays Jimi Hendrix“ zurück in Linz.

Bild Kennedy - Head & Shoulder Kopie.jpg

Zur Eröffnung des Linzer Musiktheaters am 8. April 2013 spielten Sie Bach und Ihre eigenen Arrangements von Fats Waller. Ihre Erinnerung?

Eröffnungskonzerte sind immer spannend, der Veranstaltungsort ist neu, jeder ist voller Vorfreude. Ich genoss das Konzert in Linz und bin sehr glücklich, dorthin zurückzukehren. Ich erinnere mich gerne an all die wunderbaren Menschen, die ich dort getroffen habe und wie sie meine Musik liebten. Das inspirierte mich zu einer großen Performance.

 

Am 23. April sind Sie wieder im Musiktheater. Sie spielen ein neues Jimi Hendrix- Programm – mit welchen Songs?

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, denn ich habe im Laufe der Jahre ein sehr großes Repertoire an Hendrix-Songs entwickelt. Wir werden mit dem 22-jährigen Julian Buschberger, einem großartigen Gitarristen aus Linz, wir nennen ihn „das Kind“, ein fantastisches Konzert spielen.

 

Ihr Zitat „Als ich zum ersten Mal Hendrix hörte, wollte ich die Violine wie eine Gitarre spielen!“

Ich wuchs mit vielen Musikstilen auf, von Klassik bis Jazz und natürlich Jimi Hendrix. Durch ihn erweiterte ich meinen musikalischen Horizont, er bereicherte mein Geigenspiel und je länger ich in den verschiedenen Genres arbeitete, desto besser wurde ich.

 

Sie spielen klassische Musik und Jazz. Was mögen Sie lieber?

Ich bevorzuge keinen Musikstil, denn es gibt nur gute oder schlechte Musik.

 

Sie waren Lieblingsschüler von Yehudi Menuhin. Wie hat er Sie beeinflusst? 

Ohne Yehudi, der seinen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert hätte, würde mir die reiche Erfahrung fehlen. Nicht nur, dass er mir in der Yehudi Menuhin Schule half, die klassische Musik zu entwickeln, er stellte mich Stephané Grappelli (Anm.: einflussreichster Violinist der Jazzszene) vor, der auch großen Einfluss auf mich als Teenager ausübte. Ich hatte das Glück, von den zwei großen und so unterschiedlichen Männern zu lernen, dass es keine festen Regeln in der Musik gibt.

 

Sie leben mit Ihrer Familie in London und lieben das Fahrradfahren …

… und mit meinen Hunden zu gehen. London ist ein großartiger Ort – so viele verschiedene Menschen aus der ganzen Welt. Es ist ein guter Ort, sehr intensiv. Manchmal leben wir in unserem Haus in Krakau, Polen, das ist ganz anders: die Landschaft, viel Schnee im Winter, keine Kettenläden, aber eine lebendige Gemeinschaft, die zusammenhält. Ich bin glücklich, an so verschiedenen Orten leben zu können. (Anm.: Nigel Kennedy‘s Frau Agnieszka ist gebürtige Polin.)

www.landestheater-linz.at