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People | 14.09.2022

Wind Water Wine

Vor acht Jahren haben Lena Löff und Carina Eisenhuber in Österreich ihre Zelte abgebrochen, um Europa zu erkunden. Gelandet sind sie auf Sizilien, wo sie im Vorjahr ihre eigene Kitesurfschule eröffnet haben

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Die zwei gebürtigen Oberösterreicherinnen Lena Löff (l.) und Carina Eisenhuber (r.) haben sich ihren Traum erfüllt und in Lo Stagnone, im Westen von Sizilien, ihre eigene Kitesurfschule eröffnet. © Monika Löff

Dünen, Wind, das weite Meer, unzählige Kitesurfer und mittendrin zwei Oberösterreicherinnen, die an der Lagune von Lo Stagnone im Westen von Sizilien individuellen Kitesurfunterricht anbieten. „Wind Water Wine“ lautet der Name der Kiteschule und er lässt die Leidenschaften von Lena Löff (44) und Carina Eisenhuber (42) erahnen. 

Ihr großes Abenteuer begann im Jahr 2014 mit dem mutigen Entschluss, ihre Wohnung aufzulösen, ihre Jobs aufzugeben und durch Europa zu reisen. Mit zwei Wintersaisonjobs im Skiort Ischgl haben sich die zwei Frauen ein finanzielles Polster aufgebaut, das ihnen zwei Sommer lang unbeschwerte Reisen mit dem Wohnmobil durch Europa ermöglicht hat. 

 

Vom Surfen zum Kiten. „Unterwegs haben wir auf einem deutschen See mit dem Windsurfen begonnen und in weiterer Folge in Tarifa (Spanien) einen Kitekurs gemacht“, erzählt Lena Löff. Dabei haben die zwei Frauen allerdings schnell gemerkt, wie herausfordernd diese Sportart ist, vor allem wenn die Bedingungen mit starkem Wind und hohen Wellen nicht optimal sind. „Aber wir haben uns durchgekämpft und irgendwann waren wir endlich soweit, um ein Kiteboard anzuziehen. Mit dem Ergebnis, dass uns das Cruisen nicht mehr losgelassen hat und wir unsere Reise im darauffolgenden Sommer komplett nach Kitespots ausgerichtet haben. Damals sind wir auch zum ersten Mal auf Sizilien in Lo Stagnone gelandet“, erinnert sich Carina. „Und wir haben uns auch das erste Mal mit dem Gedanken getragen, dass der Beruf Kitelehrerin recht gut zu uns passen würde“, ergänzt Lena. 

 

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© Monika Löff

Traum von Kitelehrerausbildung. Um sich diesen Traum zu erfüllen, haben die zwei Frauen ihr Erspartes zusammengekratzt und sind nach Brasilien aufgebrochen. „Das war die beste Entscheidung, denn nach drei Monaten Brasilien, wo wir tatsächlich, mit einer Ausnahme, jeden Tag kiten waren, waren wir endlich gut genug, um die Kitelehrerausbildung in Angriff zu nehmen“, erzählt Carina. „Unsere Ersparnisse reichten noch, um die Ausbildung am Neusiedler See zu absolvieren. Im Mai 2017 machten wir dann das vom VDWS (Verband Deutscher Wassersport Schulen) vorgeschriebene 100-Stunden-Praktikum bei Astrid & Rahel vom GarganosurfTeam, die uns wahnsinnig viel über Kite-Unterricht sowie Schulung von Boot & Jetski beigebracht haben“, ist Lena dankbar. Im Sommer 2018 kehrten sie schließlich als Kitelehrerinnen an die Lagune von Lo Stagnone auf Sizilien zurück – dorthin, wo der Traum vom neuen Leben ein paar Jahre zuvor begonnen hat. 

 

Was zeichnet diesen Standort aus? Das riesige Stehrevier und die hohe Windwahrscheinlichkeit machen Lo Stagnone zu einem perfekten Platz, um Kitesurfen zu lernen. „Wir haben Kitespots in Ägypten, Thailand, auf den Philippinen und in der Türkei erkundet, entschieden uns aber schließlich für Lo Stagnone, weil man in Europa kaum einen besseren Ort findet, um das Kiten zu lernen. Keine Wellen, stehtiefes Wasser über mehrere Quadratkilometer und eine enorm hohe Windausbeute machen diesen Platz so besonders“, erzählen die zwei Oberösterreicherinnen begeistert. 

 

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Die beiden Oberösterreicherinnen machten ihren Traum zum Beruf. © Monika Löff

Traumberuf. Lena und Carina lieben ihren Job und das merkt man auch. Von den ersten Flugerfahrungen mit einem Trainerkite bis hin zu den ersten Metern auf dem Brett begleiten sie ihre SchülerInnen mit Geduld und Einfühlungsvermögen sowie allen Tipps und Tricks, die es braucht. Ausstattung wie Neoprenanzug oder Sonnenschutzlycra, Neoprenschuhe, Prallschutzweste, Helm, Walkie-Talkie sind bei den Kursen, die nach tatsächlich absolvierten Stunden abgerechnet werden, eine Selbstverständlichkeit. Im Rahmen eines einwöchigen Kitecamps gibt es keine Stundenbegrenzung, und diese sind absolut empfehlenswert, da man in einer Woche, quasi von null auf hundert, das Kiten lernen oder seine Kiteskills verbessern kann. 

 

Erfolgreiche Kitecamps. „Unsere Kitecamps sind auf acht TeilnehmerInnen beschränkt, denen wir von morgens bis abends exklusiv zur Verfügung stehen. Außerdem macht es gemeinsam viel mehr Spaß und die TeilnehmerInnen lernen auch voneinander“, wissen Lena und Carina aus Erfahrung. Dass sie nach mehreren Jahren freiberuflicher Tätigkeit für verschiedene Kiteschulen im Vorjahr ihre eigene eröffnet haben, haben die zwei Frauen bis heute nicht bereut. „Es ist zwar ziemlich viel organisatorische Arbeit dazugekommen, aber es ist schön, wenn man sein ‚Baby‘ wachsen sieht“, so die beiden. 

 

 

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Keine Wellen, stehtiefes Wasser über mehrere Quadratkilometer und eine enorm hohe Windausbeute machen Lo Stagnone zu einem idealen Platz zum Kiten. © Monika Löff

Infos

Die Hochsaison für Kiter in Sizilien ist von April bis Oktober, Kiten kann man aber das ganze Jahr hindurch. Im Winter braucht man einen dickeren Neoprenanzug. 

Kitecamps:
In den Mixed Kitecamps für Anfänger und Fortgeschrittene in der Kiteschule
„Wind Water Wine“ sind von 15.10. bis 22.10.2022 und von 22.10. bis 29.10.2022 noch freie Plätze vorhanden!

Weitere Infos zu Kiteunterricht/Lessons sowie Camps erhalten Sie gerne unter www.windwaterwine.com.

Ausflugstipps von Lena und Carina

• Bootsausflug zu den Egadi-Inseln Favignana, Marettimo oder Levanzo

• Besuch der historischen Städte Marsala (bekannt für den süffigen Süßwein) und Trapani

• Ausflug zur Insel Mozia (antike phönizische Stadt) oder zu den Salinen und ins Salzmuseum (15 Autominuten)

• Besichtigung des Bergdorfs Erice mit herrlichem Blick über die gesamte Kitebucht. Ausflug nach Palermo
(ca. 1,5 Autostunden)

• Besichtigung des Naturschutzgebiets „Lo Zingaro“ (ca. eine Autostunde nördlich) verbunden mit einem Kletter- und Badeausflug nach San Vito Lo Capo

• Besuch bei den umliegenden Wein- und Olivenbauern oder bei den Fisch- und Gemüsemärkten von Trapani und Marsala

• Besichtigung der antiken Stätten in Selinunte oder Agrigento (Tal der Tempel), verbunden mit einem Besuch der Kalkfelsen Scala dei Turchi (die türkische Treppe)

• Im Frühling und Herbst empfiehlt sich ein Besuch der natürlichen Thermalquellen von Segesta, wo man in herrlich warmes Wasser mitten im Nirgendwo eintauchen kann. 

 

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Blick vom Monte Erice auf den Monte Cofano, einem Naturreservat, ca. 15 Autominuten nördlich von Trapan. © Monika Löff