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People | 05.10.2016

Michael Mittermeier

„Blackout“ war sein letztes Programm, jetzt hat er ein neues: „WILD“. Am 21. November beehrt Michael Mittermeier die Bühne der TipsArena in Linz. Das Motto: „Ist es zu wild, bist du zu memmig.“

Michael Mittermeier, der heuer seinen 50-er gefeiert hat, ist schon lange im Geschäft. Ende der 80er-Jahre begann er seine humoristische Karriere und ist seither nicht mehr zu stoppen: „Quatsch Comedy Club“, „Sieben Tage, sieben Köpfe“, Auftritte bei Harald Schmidt und „Wetten, dass …?“, Touren durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, in den letzten Jahren auch international unterwegs von Südafrika bis England und Kanada und im Oktober 2015 dann der langersehnte Traum einer USA-Tour – so kennen wir unseren liebsten Deutschen. Mit „WILD“ schaut er wieder einmal in Österreich vorbei. Worum geht‘s? Michael Mittermeier hat sturmfrei und feiert die wildeste Party der Stand-up-Comedy. Und alle sind mit dabei: Serienkiller, Politiker, Modelleisenbahnbesitzer, die Polit-­Pro­minenz, Obama, Putin, Bush, ein nordkoreanischer Diktator, Meister Yoda und der Wiener Pandabär Fu Long … Die wilde Jagd nach Tickets hat begonnen!

Bild Michael (1)
© Manfred Baumann

Dem österreichischen Publikum haben Sie Ihr neues Programm „WILD“ erstmals im Februar dieses Jahres präsentiert. Wie lief die Österreich-Premiere?

Michael Mittermeier: Es war toll, und es war auch meine Premiere, im Globe-Theater in Wien zu spielen. Da drin is’ so leiwand! Der Shakespeare hat schon gewusst, was ein guter Raum für Stand-up-Comedy ist. Auch wenn ich nicht gewusst hatte, dass der aussieht wie der Niavarani.

Was fühlen Sie, wenn Sie zum ersten Mal mit einem neuen Programm auf der Bühne stehen? 

Das ist wie das erste Mal Sex nach einem „Sex-Malen-nach-Zahlen-Kurs“. Du bist motiviert, du hast neue Wuchteln drauf, aber keine Ahnung, ob sie kommen – die Wuchteln.

Wie viel Spontanität lässt Ihre Bühnen-Performance zu?

Ich baue immer aktuelle Sachen ein, und generell liebe ich es, zwischendurch immer mal zu improvisieren. Wir Deutschen und Österreicher haben auch viele Dinge, über die wir gemeinsam lachen können, schon sprachlich. Zum Beispiel kleine, hässliche, glubschäugige Hunde, die, wenn sie aufrecht stehen, einer Ratte direkt in die Augen sehen können, die nennt man in Deutschland „Fuß-Hupen“. In Wien wurde mir gelernt, es hieße bei euch „Fut-Schlecker“. Ich weiß nicht, was das ist – oder hatte man nur ein „l“ vergessen: „Flut-Schlecker“?

Flüchtlingsfrage, IS-Terror, politische Wende … Fällt es Ihnen momentan schwerer, lustig zu sein?

Nein, weil wir dem Terror nur unsere Kultur und Menschlichkeit entgegenstellen können. Unser Lachen nehmen sie uns nicht weg! In schwierigen Zeiten muss es gute Satire geben, und man muss Haltung zeigen. Ich akzeptiere andere Meinungen, aber die Verrohung der Sprache und der Hass, den die Rechtspopulisten verbreiten, das finde ich schade.

Mein Programm soll in erster Linie die Menschen unterhalten, aber ich würze es auch mit politischen Themen. Was mich bewegt, muss raus, aber so, dass man sich auch drüber abhauen kann.

Bild Michael (2)
© Idil Sukan

Was ist so wild an „WILD“?

Geh rein und sieh selbst. Ist es zu wild – bist du zu memmig.

Worüber würden Sie keine Witze machen?

Über tote Katzen, die sich Donald Trump als Toupet auf den Kopf klebt.

Wie ist der typische „Ösi“? Und wie finden Sie den österreichischen Humor?

Ich liebe den oft sehr trockenen, absurden österreichischen Humor, bin ja auch aufgewachsen mit „Kottan“ und „dem Wiener, der nicht unter geht“. Der Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Ösi: Wenn ein Deutscher zu spät in die Vorstellung kommt, dann geht der gebückt rein und jammert: „Ich bin spät, ich bin schuldig …“. Wenn ein Ösi zu spät kommt, dann kommt der erhobenen Hauptes rein und sagt: „Höö, warum hot der scho ogfangt?“

Welche österreichischen Comedians schätzen Sie persönlich?

Josef Hader ist für mich generell der beste deutschsprachige Stand-up-Comedian/Kabarettist. Ich mag noch viele weitere wie den Dorfer, Niavarani, Vitasek, Puntigam und, und, und …

Sie sind bereits mit unzähligen Preisen geehrt worden, etwa fünfmal mit dem Deutschen Comedypreis, dem Echo für den „besten nationalen Comedy-Star“ und der „Goldenen Europa“. Was kommt noch?

Es kommt immer wieder ein neues Programm, das ich noch besser machen möchte als das letzte. Und als Nächstes – im Herbst – kommt mein neues Buch „Die Welt für Anfänger“.

Was machen Sie als Ausgleich zum anstrengenden Beruf als Comedian?

Ich trinke guten alten schottischen Single Malt Whisky.

Sie sind schon lange als Comedian unterwegs. Denken Sie manchmal an die Pension? Wie wird die aussehen?

Wieso aufhören, wenn’s am schönsten ist?