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People | 17.02.2016

Wer wird die neue First Lady?

Wir stellen die Frauen an der Seite jener Männer vor, die sich am 24. April 2016 der Wahl für das Amt des Bundespräsidenten stellen werden.

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Das Ehepaar Khol schwingt das das Tanzbein. (© Roland Schlager/APA/picturedesk.com, Pepo Schuster)

Andreas und Adelheid Khol (beide 74) kann man ohne Weiteres als Vorzeigeehepaar bezeichnen. Kennengelernt haben die beiden einander während ihrer Studienzeit in Innsbruck, wo sie beide als Reiseleiter jobbten. Die gebürtige Kärnterin war sich ziemlich schnell sicher, in Andreas Kohl den Mann fürs Leben gefunden zu haben. Und recht hatte sie. Inzwischen ist das Paar, das jeden Sonntag gemeinsam die Heilige Messe besucht, seit fünf Jahrzehnten glücklich verheiratet, hat sechs Kinder und 15 Enkelkinder.

Souverän. Erste Veränderungen habe es in ihrem Leben bereits nach dem Beschluss ihres Mannes, bei der Bundespräsidentschaftswahl als ÖVP-Kandidat anzutreten, gegeben – wie sie erzählt. Die Beschau-lichkeit ihres Großmutterdaseins sei weg. Dass er sich dieser Herausforderung stellt, freut sie nicht nur sehr, sie hat ihn auch darin bekräftigt. Dabei gehört sie überhaupt nicht zu jenen Politikergattinnen, die ständig an der Seite ihres Gemahls glänzen. Im Gegenteil. Bisher sah man Adelheid Khol eher selten in der Öffentlichkeit, weil es ihr nicht sehr angenehm ist. Die Rolle der „First Lady“ bereitet ihr aber dennoch keine allzu großen Kopfzerbrechen, zumal sie sich noch nicht viele Gedanken darüber gemacht hat. Sie würde mittun, wann immer es gewünscht wäre, und ihn im Wahlkampf unterstützen. 

 

Spüren Sie bereits erste Veränderungen seit der Bekanntgabe, dass Ihr Mann als Bundespräsidentschaftskandidat antritt?

Adelheid Khol: Ja, die Beschaulichkeit meines Großmutterdaseins ist weg.

 

Wie empfinden Sie es, in der Öffentlichkeit zu stehen bzw. die Frau eines sehr bekannten Mannes zu sein?

Khol: Das ist mir nicht wirklich angenehm. Aber ich habe über die Jahre gelernt, positiv damit umzugehen.

 

Und wie sehen Sie der Rolle der „First Lady” entgegen? Die vielen Repräsentationspflichten …

Kohl: Ich würde mittun, wann immer es gewünscht wird. Ich lasse das auf mich zukommen.

 

Hätte es Sie jemals interessiert, politisch aktiv zu sein?

Khol: Ich bin politisch sehr interessiert, aber Politikerin wollte ich nie werden.

 

Sie sind seit 50 Jahren verheiratet. Wie schafft man das?

Khol: Sich nicht gegenseitig emotional überfordern sowie eine Spur von Eigenleben neben Familie und Partnerschaft aufbauen.

 

Wollten Sie immer eine große Familie?

Khol: Ja, eine große Familie ist wunderbar, wenn auch mit vielen Sorgen und viel Arbeit verbunden. Die Sinnfrage muss ich mir nie stellen.

 

Was sagen Sie zu dem neuen Trend, dass viele junge Frauen wieder ein traditionelles Leben – also „nur“ Hausfrau und Mutter – bevorzugen?

Khol: Das kann ich gut verstehen. Ich war 20 Jahre lang „nur“ mit Familienarbeit beschäftigt und habe es nie bereut. Ich konnte mich nebenher weiterbilden und dann zuerst mit wenigen Stunden in eine neue berufliche Tätigkeit einsteigen. Teilzeit ist für Eltern, die am Heranwachsen ihrer Kinder teilhaben wollen, sicher ideal.


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Frisch vermählt: Alexander van der Bellen und Doris Schmidauer. (© Roland Schlager/APA/picturedesk.com, Pepo Schuster)

Spannend. Doris Schmidauer scheut die Öffentlichkeit. Fragt sich nur, inwieweit eine (eventuelle) First Lady nicht doch Repräsentationspflichten zu erfüllen hat?

Seine Privatsphäre geschützt wissen zu wollen, ist durchaus verständlich und legitim. Überhaupt nichts Privates von einem Kandidaten, der das höchste Amt im Staat anstrebt, zu wissen, wirkt aber zumindest ein wenig befremdlich. Denn es existieren auch so gut wie keine Fotos. Weder von Alexander van der Bellens erster Ehefrau Brigitte, von der er sich – laut Aussendung – einvernehmlich im Herbst vergangenen Jahres scheiden ließ. Noch von seiner jetzigen Frau, Doris Schmidauer, ihres Zeichens Geschäftsführerin im grünen Parlamentsklub und zuständig für Personalführung sowie Klubmanagement.

Gemeinsame Auftritte. Dass bei Staatsbesuchen des Bundespräsidenten ein sogenanntes Damenprogramm besteht, impliziert die Anwesenheit der First Lady. Und alle unsere Präsidenten absolvierten diese Auftritte bisher in Begleitung ihrer Gattinnen. Weil es so üblich ist. Und auch erwartet wird. Schade eigentlich, denn selbst kleinste Einblicke ins private Leben – und sei es nur ein Bild eines gemeinsamen Theaterbesuches – rücken prominente Persönlichkeiten in ein gefälliges Licht, weil eben menschlich. Andererseits: Vielleicht ist Alexander van der Bellen das erste Staats-oberhaupt, das es schafft, seine Linie konsequent durchzuziehen.


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Rudolf Hundstorfer mit seiner Frau Karin Risser am Opernball. (© Roland Schlager/APA/picturedesk.com, Pepo Schuster)

Routiniert. Karin Risser, Ehefrau von Rudolf Hundstorfer, gilt durchaus als Idealbesetzung für die First Lady.

Ob auf Galaempfängen, bei Charity-Veranstaltungen oder großen Bällen – Karin Risser ist so gut wie immer an der Seite ihres Mannes. Immer auch dem Anlass entsprechend gekleidet – und freundlich. Ein Ehepaar, das – im Hinblick auf eine eventuelle Bundespräsidentschaft – bereits bestens eingespielt ist und keine gemeinsamen Repräsentationspflichten scheuen muss. Denn als Ministergattin weiß sie um „Damenprogramme“, Protokoll etc. bestens Bescheid.

Lebensfreude. Dass das gesellige Paar auf Bällen nicht nur glänzt, sondern auch leidenschaftlich gern tanzt, macht es sehr sympathisch. Wie ebenso die Tatsache, dass beide recht bodenständig und keinesfalls abgehoben wirken. Auch dass Risser, die seit 2014 beim BBRZ (Berufs- und Bildungsrehabilitationszentrum) arbeitet und dort Projekte im Gesundheitsmanage-ment betreut, sich bereits karitativ engagiert – eine Aufgabe, die von First Ladys gern verlangt wird –, spricht für die zweifache Mutter. Als Patin des Nikolauszugs des Samariterbundes lukriert sie u.a. auch Sponsoren, entwickelt Ideen, um diese Aktion noch bekannter zu machen und spannt ihren Mann schon mal zur Benefiz-Punschausschank ein. Gemeinsam an einem Strang eben.