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People | 31.10.2018

Wenn Kinder wieder lachen

Die Allgemeinmedizinerin Regina Giera ist für Ärzte ohne Grenzen in den ärmsten Regionen Afrikas unterwegs. Wir haben mit der jungen Linzerin anlässlich der Ausstellung „Hilfe aus nächster Nähe“ über ihre Arbeit gesprochen.

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Regina Giera zaubert kranken Kindern wieder ein Lächeln ins Gesicht. (© Regina Giera/MSF)

Hilfe in Not. Ihr erster Einsatz führte die 32-jährige Ärztin in die Demokratische Republik Kongo, wo sie vor allem Kinder unter fünf Jahren behandelte, die meist an schweren Malaria-Infektionen, Durchfallerkrankungen und Unterernährung litten. „Eltern müssen oft tagelange Fußmärsche auf sich nehmen, um ihre kranken Kinder zur nächsten medizinischen Gesundheitseinrichtung zu bringen“, so Regina Giera. In Sierra Leone hinterließ die Ebola-Epidemie schwere Nachwehen. „Während der Epidemie sind viele Mitarbeiter des Gesundheitssystems verstorben oder haben das Land verlassen, sodass dort ein eklatanter Mangel an Ärzten und Pflegepersonal herrscht.“

Einschneidende Erlebnisse. Die Geschichten der Patienten über Gewalt und Krieg gehen der engagierten Medizinerin sehr nahe. Ein besonderes Erlebnis hatte sie mit einem kleinen Patienten in Sierra Leone. „Ein fünfjähriger Bub kam mit einer schweren Form der Unterernährung, die mit Ödemen einhergeht, in die Notaufnahme. Er konnte wegen der Schwellung nicht einmal die Augen öffnen und seine Haut war am ganzen Körper aufgerissen. Dank einer speziellen Therapie erholte er sich langsam. Eines Morgens griff er bei der Visite nach meinem Stethoskop und lächelte mich an. Ein Moment, den ich nie vergessen werde.“ 

Augen auf. Für Regina Giera war schon während ihres Medizinstudiums in Innsbruck klar, dass sie ihre fundierte medizinische Ausbildung mit Menschen teilen möchte, die die Hilfe am dringendsten benötigen. „Wir dürfen in einem sicheren und friedlichen Land wie Österreich nicht die Augen vor dem Leid und Elend in anderen Teilen dieser Welt verschließen. In den Medien wird oft sehr einseitig berichtet und viele Krisengebiete geraten in Vergessenheit. Zugang zu medizinischer Versorgung ist für viele Mitmenschen keine Selbstverständlichkeit.“