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People | 09.08.2016

Wenn der Bart zum Stigma wird

Fast 20 Jahre lang litt Julia Micewski an übermäßigem Bartwuchs und traute sich kaum vor die Haustüre. Dank Sabine Keller von City Cosmetic in Wels lebt die 42-Jährige Mühlviertlerin heute ein „glattes“ und vor allem selbstbewusstes Leben.

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© City Cosmetics

Im Alter von 17 Jahren, wo junge Mädchen normalerweise ihre Jugend genießen und um die Häuser ziehen, versteckte sich Julia Micewski am liebsten zu Hause. Der Grund war ein übermäßiger Bartwuchs. „Ich hatte keinen Damenbart, sondern einen Vollbart. Da hört sich der Spaß auf“, erzählt Julia Micewski aus Ried in der Riedmark. Heute, 25 Jahre später, strahlt die 42-jährige Musiklehrerin, und wenn man in ihr glattes Gesicht blickt, würde man nie meinen, dass sie einen 16-jährigen Leidensweg hinter sich hat. 

Zweimal täglich rasieren. „Mein Bartwuchs war so stark, dass ich mich zweimal täglich rasieren musste und ohne Theater-Make-up keinen Schritt vor die Haustüre wagte“, erinnert sich Julia Micewski an ihre einsamen Jahre. „Wir leben in einer brutalen Gesellschaft, die sich an Äußerlichkeiten orientiert. Ständig habe ich gemerkt, wie hinter vorgehaltener Hand über mich getuschelt wurde. Die Kinder haben mich teilweise sogar als Werwolf bezeichnet. Wenn man Ekel hervorruft, dann ist das unbeschreiblich“, erzählt Julia und kämpft mit den Tränen. Dabei ließ die Mühlviertlerin nichts unversucht, um ihren starken Bartwuchs in den Griff zu bekommen. Ärzte wurden konsultiert und viele Medikamente ausprobiert. Anfangs glaubte man noch, dass der Bartwuchs hormonell bedingt sei, aber auch das wurde irgendwann ausgeschlossen. 

Über ein Zeitungsinserat wurde die junge Frau im Jahr 2007 auf Sabine Keller von City Cosmetic in Wels aufmerksam. „Ich habe Sabine Keller angerufen und bereits nach wenigen Minuten am Telefon wusste ich, dass ich ihr vertrauen kann. Sie war die einzige, die mir gesagt hat, dass eine Haar-entfernung mittels Lasertechnologie zwar wirksam, jedoch schmerzhaft sein würde. Dann bin ich nach Wels gefahren“, so Julia Micewski. 

Schmerzen haben sich ausgezahlt. „Als Julia vor neun Jahren zu mir ins Institut kam, stand mir eine völlig eingeschüchterte Frau ohne jegliches Selbstbewusstsein gegenüber“, erinnert sich Sabine Keller. Damals hat sie Julia Micevski mit IPL (Intensive Pulse Light) behandelt. „Mit dieser Methode können größere Flächen wirkungsvoll behandelt werden. Ähnlich wie beim Laser werden dunkle Haare durch kleine Lichtblitze zerstört“, erklärt Sabine Keller. „Die erste Behandlung dauerte circa eine Stunde und war so schmerzhaft, dass wir mehrmals pausieren mussten“, so Julia Micewski. Aber es hat sich ausgezahlt, denn bereits nach einer Behandlung hatte sich der Bartwuchs um die Hälfte reduziert. „Damals hat für mich ein neues Leben begonnen“, lacht Julia. Nach acht Behandlungen war sie von ihrer Last befreit.

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Vorher (© City Cosmetics)
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Nachher (© City Cosmetics)

Auch Transsexuelle als Kunden. „Es war auch für mich eine Riesenfreude, dass ich die Metamorphose von Julia miterleben konnte. Ihr gesamtes Auftreten hat sich um 360 Grad verändert“, schildert Sabine Keller. Die Kosmetikerin verfügt über eine 20-jährige Erfahrung und zählt auch viele Transsexuelle, die ihren Bartwuchs loswerden möchten, zu ihren Kunden. „Damals haben wir bei Julia die Behandlung mit einem IPL-Gerät durchgeführt, heute wenden wir die Soprano ICE SHR-Methode an. Dabei wird die Energie langsam aufgebaut, was die Behandlung viel angenehmer macht“, erklärt Sabine Keller. Neben ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich der Enthaarung punktet die Kosmetikerin vor allem mit modernsten Geräten. Alle vier Jahre wird in ein neues Gerät investiert. 

Trotz Bart geheiratet. Dankbar ist Julia Micewski auch ihrem Mann, der sie noch mit „Vollbart“ kennengelernt und auch geheiratet hat. „Er hat mich immer so akzeptiert, wie ich bin, aber natürlich genießt auch er heute mein neues Selbstbewusstsein“, freut sich Julia. Vor sechs Jahren machte ihr Sohn das Glück der beiden komplett.

Übermäßiger Haarwuchs ist bei Frauen keine Seltenheit. Vor allem in der Menopause oder aufgrund hormonell bedingter Überbehaarung beginnen oftmals die Bartstoppeln zu sprießen. Bei besonders hartnäckigen Fällen und bei weißen, rötlichen oder blonden Haaren wendet Sabine Keller die Nadelepilation an. „Da dabei jedes Haar einzeln entfernt wird, ist die Behandlung sehr zeitintensiv und auch dementsprechend teuer – sie hilft jedoch zu 100 Prozent“, erklärt Sabine Keller. 

Keine Unterstützung bei den Kosten. Auch Julia Micewski musste für ihr „haarfreies“ Leben tief in die Tasche greifen. „Obwohl der psychische Leidensdruck enorm ist, gibt es hinsichtlich der Kosten keinerlei Unterstützung“, sagt Julia. Trotzdem ist ihre neu gewonnene Lebensqualität jeden Cent wert. „Mittlerweile beschränkt sich Julias Behandlung auf einen Termin im Jahr. Ihre Haarkanäle sind frei und ihre Haut hat sich supergut erholt“, so Sabine Keller. 

Und haben Sie das Gefühl, dass Sie in diesen fast 20 bartigen Jahren viel versäumt haben, Julia? „Nein, denn diese Zeit hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Diese Sensibilität kann ich gut weitergeben, was in meinem Beruf als Lehrerin von Vorteil ist.“

 

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dankbar. In Sabine Keller (r.) fand Julia Micewski (l.) eine Enthaarungsspezialistin, die sie von ihrem starken Bartwuchs befreit hat. (© City Cosmetics)