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People | 11.04.2017

Von Linz nach New York

Vier Linzer Modedesignerinnen präsentierten ihre Kollektionen auf der New York Fashion Week.

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Futuristisches Kleid von Dypol Deductions (© Margit Berger)

Renate Schuler, Astrid Hofstetter, Johanna Hölldobler und Karin Waltenberger sind Designerinnen aus Leidenschaft. Mit viel Engagement und jeder Menge Kreativität haben es die Linzerinnen mit ihren Labels „Dypol Deductions“ und „biZZikletten“ heuer  sogar auf die New York Fashion Week geschafft! Wir baten die vier Power-Frauen zum Interview.

Dypol Deductions. Die beiden Freundinnen Astrid Hofstetter, Landesgalerie-Kuratorin und Kunstvermittlerin, und Renate Schuler, Fundus-Leiterin im Musiktheater, lernten sich auf der Linzer Kunstuniversität kennen und gingen beruflich getrennte Wege, bevor sie ihr Label „Dypol Deductions“ gründeten. Die Mode: zeitlos und konzeptionell mit einer geometrischen Linienführung. 

 

Wann gründeten Sie Ihre Marke Dypol Deductions? Wie kam es dazu?

Wir haben die Marke 2006 gegründet. Astrid hat schon länger im Modebereich mit künstlerischem Schwerpunkt gearbeitet und Renate machte viel im Bereich Bühnen- und Kostümbild fürs Theater. Bei einer gemeinsamen Fahrt zu einer Stoffmesse haben wir beschlossen, uns zusammenzutun und gemeinsam Mode zu machen. Ein Dypol ist ein Magnet, ein Teil mit zwei Polen, der ohne diese Pole nicht funktioniert. Wir sind zwei eigenständige Designerinnen, von denen jede eine eigene Kollektion macht. „Dypol Deductions“ funktioniert also nur mit uns beiden.

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Renate Schuler und Astrid Hofstetter, Designerinnen des Labels "Dypol Deductions"(© Margit Berger)

Sie machen experimentelle, künstlerische Mode. Wer sind Ihre Kunden?

In der Vergangenheit waren wir auf Modemessen und haben dort tragbare Mode für einen kleineren Kundenkreis, der auf der Suche nach etwas Speziellem war, verkauft. Bei der jetzigen Kollektion steht nicht der Verkauf im Vordergrund, sondern der künstlerische Aspekt und die Formentwicklung – wir hatten großen Spaß und Freude an diesem Herzensprojekt!

 

Mit Ihrer neuesten Kollektion „dd10“ waren Sie im Studio 450 auf der New York Fashion Week...

Nachdem der ganze Stress abgeschlossen war und wir uns auf einen gemütlichen Winter freuten, bekamen wir Ende November auf einmal eine E-Mail aus New York. Wir mussten gar nicht lange überlegen und sagten ziemlich spontan zu. Als wir erfuhren, dass auch Johanna Hölldobler und Karin Waltenberger vom Label „biZZikletten“  eingeladen waren, wurde erstmals ausgiebig miteinander telefoniert. Und mit einer eigens für unsere Kollektion angefertigten Holzbox ging es nach New York und ins Studio 450 zur Fashion Show – die ein voller Erfolg wurde!

 

Was ist für die Zukunft geplant?

2017 halten wir uns eher ruhig, für 2018 haben wir aber auf jeden Fall etwas geplant! Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf Japan, da die Japaner einen anderen Zugang zu Kleidung haben und unsere Mode sehr gut dorthin passen würden. Doch wir werden sehen, welche Ideen uns noch einholen werden...

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Karin Waltenberger und Johanna Hölldobler, Designerinnen des Labels „biZZikletten“. (© Susanne Hödlmoser)

BiZZikletten. Johanna Höll­dobler und Karin Waltenberger kreieren und designen seit 2010 Mode. Ihr Label „biZZikletten“ bewegt sich an der Schnittstelle von Mode und Kunst. So entstanden über die Jahre nicht nur Modekollektionen, sondern auch Performances und Kooperationen mit anderen Künstlern – wobei Kleidung und Material im Vordergrund stehen.

 

Wann gründeten Sie Ihre Marke „biZZikletten“?

Im Zuge eines Laufstegspektakels, im ehemaligen Grand Hotel Café zum Rothen Krebsen formte sich 2010 erstmals die Idee der „biZZikletten“. Ideen, Ansätze und Arbeitsweisen ergänzten sich hervorragend, und so festigte sich die Zusammenarbeit und dauert bis heute an.

 

Was hat der Name des Labels zu bedeuten?

Der Name „biZZiklette“ setzt sich zusammen aus  bicicletta (ital. Fahrrad) und den Suffragetten (Anm.: Frauenrechtsbewegung am Anfang des 20. Jhdts.). Mit unserer Mode setzten wir besonders zu Anfang den Fokus auf die Fortbewegung im urbanen Raum mit dem Fahrrad. Mobil, selbstbewusst und natürlich perfekt gestylt.

 

Was war New York für eine Erfahrung?

Bei der New York Fashion Week teilzunehmen war eine tolle Erfahrung. Als Label hoben wir uns sicherlich von anderen ab und auch die Reaktionen nach der Show waren sehr positiv. Der experimentelle Zugang zur Mode fand großen Anklang.

 

Ihre Mode erzählt Geschichten rund um die „biZZiklette“. Wer ist sie und was kann sie?

Die „biZZiklette“ ist eine fiktive Figur, die für uns, unsere Überzeugung und unsere Mode steht. Jede Kollektion basiert auf einem Abenteuer der „biZZiklette“, einer skurrilen Kurzgeschichte, die dank Raffinesse und Verwegenheit der Protagonistin immer ein Happy End findet. Materialien, Schnittmuster, Fotoshooting und Kolorit der Kollektionen orientieren sich an den jeweiligen Abenteuern.

 

Wie würden Sie die von Ihnen design­te Mode beschrieben?

Unsere Mode wirkt extravagant und extrovertiert. Experimentelle Schnittmuster und Drapierungen, die frei auf der Puppe entstehen, unterstreichen den Einzelstückcharakter der jeweiligen Kleidungsstücke.

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biZZikletten-Design auf dem Laufsteg in New York (© OxfordFashionStudio)