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People | 22.02.2016

Von Bad Fucking nach New York

Nach ihrem Kinodebüt im Film „Bad Fucking“ absolvierte Wilbirg Helml eine zweijährige Schauspielausbildung am renommierten William Esper Studio in New York. Zurück kam die gebürtige Linzerin als Wilbirg Hickey. Ihr erster Acting Partner hat die fesche Blondine nämlich vom Fleck weg geheiratet. Beim Fotoshooting an der nagelneuen Bruckneruni in Linz erzählt die 29-Jährige vom Leben in New York und verrät, dass sie gerne in einem großen Kinofilm die Hauptrolle spielen möchte.

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© Paz Stammler

Geht es nach den Arrangements, die Wilbirg Hickey während und nach ihrer Musicalausbildung an den „Performing Art Studios Vienna“ bereits hatte, möchte man meinen, sie ist mindestens 40 Jahre alt. Vom „High School Musical“ in der Wiener Stadthalle bis hin zur ORF-Produktion „Wir sind Kaiser“ und in mehreren Revue-Programmen für das Kabarett Simpl bewies die fesche Blondine ihr großes Talent. In den Kammerspielen stand der Musicalstar in der Produktion „Singin‘ in the Rain“ auf der Bühne. Ihr Debüt an der Volksoper Wien gab die junge Künstlerin beim Musical „Die spinnen, die Römer“ und auch in der Neuproduktion „Kiss me, Kate“ rockte sie die Bühne. Ihre erste Kino-Premiere hatte sie im Jahr 2013 mit dem Kassenschlager „Bad Fucking“ unter der Regie von Harald Sicheritz. Am Höhepunkt ihrer jungen Karriere ging sie vor zwei Jahren nach New York und absolvierte am William Esper Studio eine Schauspielausbildung. Voll Elan und Tatendrang ist sie nun wieder zurück in Wien, wo sie mit ihrem Mann Jason lebt.

 

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© Paz Stammler

Was hat Sie dazu bewogen, eine Musicalausbildung in Wien zu starten?

Ich war schon als Kind sehr extrovertiert und wollte von klein auf in Richtung Schauspiel gehen. Nachdem ich in der Kindermusical-Ausbildung Bühnenluft geschnuppert habe, fiel mein Entschluss, dass ich eine Ausbildung dahingehend machen möchte und die Bühne meins ist. 

 

Die ersten Schritte dahingehend haben Sie in Linz gemacht?

Ja, genau. Ich habe am Brucknerkonservatorium Kinderballett gemacht und war anschließend in der Kinder-Musical-Theater-Ausbildung in Puchenau. 

 

Sie haben vier Geschwister. Macht eines von ihnen etwas Ähnliches wie Sie?

Nein, ich bin sozusagen das schwarze Schaf in der Familie. (Lacht) Eine meiner Schwestern ist Plastische Chirurgin, die andere ist auch Ärztin und meine beiden Brüder sind angehende Juristen. Eines haben wir aber alle gemeinsam: Wir sind sehr musikalisch und spielen mehrere Instrumente. 

 

Während und nach Ihrem Studium hatten Sie Auftritte an den Kammerspielen und an der Volksoper in Wien. Wie schwierig ist es, solche Arrangements zu bekommen?

Man muss der Typ sein dafür und in das jeweilige Stück passen. Natürlich sollte man auch talentiert sein und das nötige Können vorweisen. 

 

Im Film „Bad Fucking“ feierten Sie Ihr Kinodebüt. Wie sind Sie dazu gekommen?

Über meine Bekannte, die Schauspielerin Eva Billisich. Sie hat im Film „Muttertag“ Evelyn Schöbinger gespielt. Die Eva hat mir empfohlen, zum Casting zu gehen. Das habe ich gemacht und ich bekam die Rolle der Cheerleaderin Dodo. Regisseur Harald Sicheritz wollte mich im Film dabei haben. 

 

 

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© Paz Stammler

War das der Anstoß, eine zweijährige Schauspiel-Ausbildung am William Esper Studio in New York zu machen?

Der Entschluss nach Amerika zu gehen, ist schon vor dem Dreh zu „Bad Fucking“ gefallen. Der Film hat mich allerdings in meinem Vorhaben, das Fach Schauspiel zu vertiefen, bestärkt. 

 

War es schwierig, am William Esper Studio aufgenommen zu werden?

Ich bin im Februar zu einem Erstgespräch nach New York geflogen, habe mit meiner späteren Lehrerin ein Aufnahmegespräch absolviert und wurde prompt aufgenommen. Dort erkennt man sofort, ob jemand für die Ausbildung geeignet ist, weil man die Meisner Schauspieltechnik lehrt. 

 

Wie funktioniert die Meisner Technik?

Im Rahmen der Meisner Technik lernt man, für sich selbst eine Fantasiewelt zu gestalten, die man in der jeweiligen Rolle ganz real erlebt, aber es ist immer nur die Fantasie. Wir sind praktisch professionelle Tagträumer. Die Meisner Technik ist das Gegenteil von Method Acting, wo man eigene Erlebnisse und Gefühle wieder hochleben lassen muss oder bestimmte Situationen immer wieder erleben muss, um sie spielen zu können. 

 

Stars wie Jeff Goldbloom, Kim Basinger oder Kristin Davis haben am William Esper Studio studiert. Wie angesehen ist diese Karriereschmiede im deutschsprachigen Raum?

Das ist schwer zu sagen, da man beim Schauspiel eigentlich keine Ausbildung braucht. Ich habe sie gemacht, weil ich mich dadurch selber viel besser kennengelernt habe. Es war für mich wichtig, in New York zu leben und eine Technik zu erlernen, die man sowohl im Film als auch auf der Bühne anwenden kann. Von dem her hoffe ich, dass die Ausbildung Früchte tragen wird. 

 

Sie haben während der Ausbildung in New York den Schauspieler Jason Hickey kennengelernt und am 15. Mai 2015 auch geheiratet. Wann hat es gefunkt?

Jason war mein erster Acting Partner am William Esper Studio. Die äußere Anziehungskraft zwischen uns beiden war sofort sehr stark, aber wir wollten die Ausbildung machen und professionell sein. Daher haben wir unsere Gefühle füreinander  lange nicht zugelassen. Aber irgendwann lernt man sich so gut kennen und will auch außerhalb vom Studio Zeit verbringen und dann konnten wir unsere Gefühle nicht mehr zurückhalten. (Lacht)

 

Wie haben Sie in New York gelebt?

Ich habe zuerst in einer Wohngemeinschaft in Williamsburg gewohnt. Das war für mich eine neue Erfahrung, da ich in Wien alleine gelebt habe. Das Zimmer in der WG war furchtbar klein und ohne Heizung. Im Winter hatte ich sogar Eiszapfen im Zimmer. Ich bin teilweise sieben Tage die Woche zur Schule gegangen. Die Ausbildung war sehr intensiv, es ist ein absolutes Fulltime-Studium. 

Das gesamte Interview lesen Sie in der Februar–Ausgabe der OBERÖSTERREICHERIN!