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People | 12.05.2021

Vom Profisportler zum erfolgreichen Unternehmer

Stefan Kastner hat es geschafft, wovon viele träumen. Mit gerade einmal 20 Jahren übernahm der Wakeboard-Spitzensportler den Wasserskilift an den Feldkirchner Badeseen und verwandelte das Areal mit viel Vision und Herzblut zu einem Urlaubsparadies, das heute bis über die Bezirks- und Landesgrenzen bekannt ist. Wie er das geschafft hat, hat uns der sympathische SEESEITN-Besitzer im Interview verraten.

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stefanwolfsteiner.at

Auf der großräumigen Liegewiese Sonne tanken, mit dem Wakeboard durch das glitzernde Wasser gleiten, ausgelassene Feste mit seinen Liebsten feiern oder einfach einen ausgiebigen Brunch in traumhafter Kulisse mit seinen engsten Freunden genießen: Wenn man heute seinen Blick so über das Areal der SEESEITN in Feldkirchen an der Donau schweifen lässt, ist es kaum vorstellbar, dass hier noch vor 21 Jahren lediglich ein Wasserskilift und ein kleiner Kiosk stand. Es ist den langfristigen Visionen und dem unermüdlichen Tatendrang von Stefan Kastner zu verdanken, dass das ursprünglich von Feldern geprägte Gelände heute als der Hotspot für erlebnisreichen Badegenuss, exklusive Feierlichkeiten und umfangreiche Kulinarik gilt. In dieser traumhaften Kulisse treffen wir den 41-jährigen Visionär zum Interview und sprechen mit ihm über Erfolgsmomente, Rückschläge und sein ganz persönliches Unternehmensgeheimnis.  

 

Herr Kastner, alles begann im Alter von 20 Jahren, als Sie beschlossen haben, den Wasserskilift an den Feldkirchner Badeseen zu übernehmen. Heute, 21 Jahre später, haben Sie aus dem Seeareal mit dem Wassersport- und Badepark  JETLAKE, dem Mostvierterl und der Eventlocation DasSEE ein Wasser-Urlaubsfeeling der Superlative geschaffen. War es schon immer Ihr Wunsch, selbstständig zu werden? 

Stefan Kastner: Ja, das war für mich schon immer klar und als langjähriger Profisportler in der Wakeboard-Szene hat sich die damalige Übernahme des Lifts einfach perfekt angeboten.  Noch dazu weil ich seit meiner Kindheit sehr eng mit der Gegend verbunden bin. Aus dem anfänglichen Liftgeschäft ist dann schnell ein Veranstaltungsgeschäft entstanden.Bereits 2004 fand erstmals die Wakeboard-EM statt, gefolgt vom Weltcup 2005. Gekrönt wurde das Ganze mit der WM 2006 mit mehr als 25.000 Besucher in drei Tagen und Liveacts wie Deichkind, die zu der Zeit auf Platz 1 der MTV-Charts waren. Dieses große Medienevent hat unseren internationalen Bekanntheitsgrad sehr gepusht. Spätestens seitdem ist das JETLAKE – und in weiterer Folge die SEESEITN – jedem ein Begriff. 

 

Klingt nach einer Erfolgsstory, die von der ersten Sekunde an gefruchtet hat …

Die war es aber nicht immer. Bereits wenige Wochen nach der Übernahme des Lifts und der damaligen Gastronomie hatten wir bereits unser erstes Hochwasser mit einigen Schäden, gefolgt von einem weiteren im Jahr 2013, im Zuge dessen alles zerstört wurde. Zu diesem Zeitpunkt war ich kurz davor, alles hinzuschmeißen, als aber dann 120 Leute mit Schaufeln und Gummistiefeln anrückten,   um zu helfen, war für mich klar, dass ich weitermachen möchte. Im Zuge des Wiederaufbaus ist die Eventlocation DasSEE und der Sportartikelshop im Erdgeschoss entstanden.

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© Reichl Fotografie

Was war Ihnen beim SEESEITN-Konzept besonders wichtig? 

Trotz der verschiedenen Umbaumaßnahmen war es mir immer wichtig, dass das Areal der SEESEITN einem harmonischen und nachhaltigen Gesamtbild gleicht. Aus diesem Grund habe ich bereits von Beginn an auf ein Konzept mit Weitblick gesetzt, an dem ich seither kontinuierlich arbeite. Tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung meiner Visionen bekam ich dabei stets von meinem Gartenarchitekten tom himmelgrün und meinem Design-Partner Otmar Richter.

 

Gerade in Sendungen wie „2Minuten 2Millionen“ bekommt man das Gefühl, dass Ideen in Österreich stark gefördert werden. War das in Ihrem Fall auch so? 

Nein, leider nicht. In Österreich bekommt man meiner Meinung nach oft nur Geld gegen Sicherheit. Die Ideen an sich werden meist leider nicht gefördert. Ganz anders zum amerikanischen Markt, bei dem es das Venture-Capital gibt. Bei uns hingegen muss bereits das nötige Geld vorhanden sein, um weiteres zu bekommen. Unser Vorteil war es, dass wir immer aus dem Cashflow gearbeitet haben. Damit haben wir es geschafft, bis zum Hochwasser weitgehend bankenunabhängig zu agieren. 

 

Was raten Sie jemandem, der selbst gerade dabei ist, ein Unternehmen zu gründen? 

Hör auf dein Gefühl und lass dich nicht von anderen von deinem Weg abbringen. Es gibt zahlreiche Menschen da draußen, die dir erklären wollen, wie das Leben läuft, wichtig ist aber dabei immer, seinem Stil treu zu bleiben. Denn man kann die Energie nicht für ein fremdes Projekt aufbringen, das schafft man nur bei seinem eigenen. 

 

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© Peter Baier

Sie sind seit über 21 Jahren erfolgreich in der Event- und Freizeitbranche tätig. Was braucht es Ihrer Meinung nach für einen langfristigen Erfolg? 

Man muss sein Projekt über die persönlichen Bedürfnisse stellen und das über einen langen Zeitraum. Außerdem ist es wichtig, über weite Strecken nicht aufzugeben, sondern langfristig an seiner Vision dranzubleiben. Aus meiner Erfahrung heraus ist dadurch oft mehr möglich, als man glaubt. 

 

Apropos Erfolg, kommen wir noch kurz zu Ihrem Angebot. Auf was dürfen sich die Gäste diesen Saisonstart Anfang Mai bei ihrem Besuch freuen? 

Die Gäste erwartet diese Saison ein gelungener Mix aus Altbewährtem und Neuem. So wird es auch diese Saison wieder unseren beliebten Sonntag- und Musikbrunch geben, bei dem wieder alles aufgetischt wird, was das Herz begehrt. Ganz neu wird es auch themenbezogene Brunche geben und die Möglichkeit, aus einem von vielen Picknickklassikern zu wählen. Diese können mit unserer neuen Homepage ganz einfach online bestellt werden. Rund um den See erwartet die Badegäste diese Saison mehr Liegeflächen sowie ein neuer Schwimmkanal, der den JETLAKE mit dem Mostvierterl-Badesee verbindet. Darüber hinaus wurden die Parkplätze des Mostvierterl saniert und die Verkehrssituation durch die Zusammenlegung der Gastgärten entschärft. Nur wenige Meter entfernt sorgt der Motorikpark wie gewohnt für Bewegungsspaß für Jung und Alt. Für das mitunter größte Highlight dieses Sommers sorgt jedoch Österreichs größter Aquapark, der im Juli neben der beliebten zwei- und vier-Mast-Wasserskilift-Anlage und unserem Blob entsteht. Was die Parksituation betrifft, wird es heuer im gesamten Areal ein neues Parkraumbewirtschaftungssystem mit Kennzeichenerkennung geben. Das ermöglicht unseren Gästen, ihr Ticket von nun an ganz einfach online zu bezahlen.

 

DasSEE sorgt das ganze Jahr über für rauschende Events. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften für ein gelungenes Fest? 

Exklusivität und Individualität. Wir richten pro Tag nur eine Veranstaltung aus und fokussieren uns so ausschließlich auf einen Kunden. Das gibt uns die Möglichkeit – angefangen von der Kulinarik über die Tischstellung bis hin zum Rahmenprogramm – maßgeschneidert auf die Wünsche des Gastgebers einzugehen. Weitere Benefits unserer Eventlocation ist die helle Architektur und die einzigartige Lage am See. Abgerundet wird das Setting mit höhenverstellbaren und mobilen Möbeln sowie hochwertiger d&b Audiotechnik, die als absoluter Marktführer das stimmige Gesamtkonzept vollendet. Für 2021 haben wir situationsbedingt sogar noch ein paar Termine frei. 

 

 

 

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© Marc Hiedl

Die SEESEITN steht für Urlaubsfeeling pur. Wo verbringen Sie privat am liebsten Ihren Urlaub?

In meiner sportlich aktiven Zeit war ich in Amerika oder Australien. Wenn jetzt wieder ein Urlaub ansteht, möchte ich unbedingt in ein warmes Land mit Golfplatz reisen.

 

Und was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Arbeiten (lacht). Es gibt für mich im Grunde keine Freizeit, aber auch keine Arbeitszeit. Denn ich liebe und lebe meine Arbeit an den Feldkirchner Badeseen. Wann immer es sich ausgeht, gehe ich aber gerne auf den Golfplatz in Feldkirchen. Das gibt mir den nötigen Ausgleich und Inspiration für neue Ideen.

 

Gibt es Pläne für die Zukunft, die Sie unbedingt noch erreichen möchten?

Die Geländegestaltung ist nun soweit abgeschlossen. Was die touristische Entwicklung betrifft, gibt es schon noch einige Pläne. Mein größter Wunsch wäre es, bei einem touristischen Leitbetrieb mitzuwirken. Das Hotel sollte mindestens 120 Zimmer haben und im Umkreis von Feldkirchen sein. Somit könnten wir die SEESEITN von einem Urlaubsfeeling für zwischendurch zu einer Ferienregion etablieren. Das wäre langfristig mein Ziel.