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People | 02.06.2015

Vom Laufsteg ins Notariat

Der Liebe wegen lebt Ira Skrodzki seit zwei Jahren in Grieskirchen. Im Interview erzählt die 33-jährige Juristin und Unternehmerin von ihrem Leben als erfolgreiches Model und sie verrät, dass sie in vier Monaten zum ersten Mal Mama wird.

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Modeln ist für Ira Skrodzki das schönste Hobby der Welt. (© Judith Bender-Jura)

Sie zierte das Cover von Magazinen wie „Brigitte“, „Bella“ und „Avenue“, war in Modestrecken in der „Burda“, „Shape“, „Joy“ und „Bild der Frau“ zu sehen und sie war unter anderem das Gesicht für Nivea, Ara Schuhe, Krüger Dirndl und Dr. Oetker. Ira Skrodzki ist nicht nur schön, sie ist auch zielstrebig und gescheit. Geboren wurde die 33-Jährige in Kasachstan. Im Alter von neun Jahren übersiedelte sie mit ihren Eltern und ihren zwei Schwestern nach Deutschland. Dort machte sie ihr Abitur und absolvierte ein fünfjähriges juristisches Studium mit einem Abschluss als Bezirksnotarin. Nachdem sie zwei Jahre als Profimodel gearbeitet hatte, entschied sie sich für die Selbstständigkeit. Mit dem Geld, das sie als Model verdient hat, baute sie ihr Unternehmen auf. Heute führt sie als Nachlasspflegerin Büros in Passau, Leutkirch und Schwäbisch Gmünd. Das Modeln hat Ira Skrodzki jedoch nie ganz aufgegeben. Für unser Covershooting besuchten wir die Blondine in Grieskirchen, wo sie mit ihrem Lebenspartner Manfred Kröswang in einem Traumhaus lebt. Den Unternehmer hat sie beim Skifahren in Österreich kennengelernt. Ihre neue Heimat Grieskirchen hat Ira schnell ins Herz geschlossen. 

 

Sie haben als Model eine tolle Karriere hingelegt. Wie hat alles begonnen?

Ich war bereits 24 Jahre alt, als ich mein erstes bezahltes Fotoshooting hatte. Es waren Aufnahmen für eine Kaufhauskette, die Faschingsklamotten in einem Prospekt bewerben wollte. Ich war als Marienkäfer verkleidet. Es war kein Shooting mit Glanz und Glamour, aber es war seriös und ich verdiente 250 Euro. Viel wichtiger war jedoch, dass ich der Inhaberin des Fotostudios positiv aufgefallen war. Dank ihrer Tipps ging es für mich stetig nach oben. Ich fasste nebenberuflich Fuß in der Modelwelt und verdiente mir zu meinem Studium ein willkommenes Zubrot. 

 

Wie es dann weitergegangen?

Im Jahr 2007 beendete ich erfolgreich das Studium an der Notarakademie Stuttgart. Dank der Weiterempfehlung einer Bookerin von einer deutschen Modezeitschrift bekam ich die Chance, mich bei „Mega Models“ in Hamburg vorzustellen. Das ist eine der größten und erfolgreichsten Modelagenturen in Deutschland. Ich hatte das Quäntchen Glück, das man im Leben braucht und „Mega Models“ bot mir einen Modelvertrag an. 

 

Haben Sie sich für eine Karriere als Model entschieden?

Ja, vorerst schon. Im November 2007 zog ich nach Hamburg und arbeitete hart an meinem Traum. Ich war im taffen Model-Business angekommen. In Hamburg tummeln sich Modelagenturen. Hunderte von attraktiven Models bemühen sich und kämpfen um Aufträge. Geschenkt wird dir nichts. Ich hatte wieder Glück und schaffte es gleich am Anfang auf das Cover der größten deutschen Frauenzeitschrift „Brigitte“ und auf das Cover der Zeitschrift „Bella“. Viele weitere Aufträge folgten. Neben dem Modeln entdeckte ich Hamburg. Eine tolle Stadt. Auf Veranstaltungen lernte ich interessante Menschen wie Starvisagist Boris Entrup und Boxweltmeister Wladimir Klitschko kennen.

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(© Judith Bender-Jura)

Wie lange haben Sie vollberuflich als Model gearbeitet?

Zunächst wollte ich mir nur ein Jahr Auszeit nehmen. Daraus sind dann zwei Jahre geworden. Mein Notariatsstudium war sehr trocken und bodenständig. Nach dem Studium wollte ich einfach etwas ganz Verrücktes tun. Es hat mich gereizt auszubrechen. Im Alter von neun Jahren bin ich mit meiner Familie von Kasachstan nach Deutschland gekommen. Ich habe das Gymnasium absolviert und anschließend studiert. Ich bin kaum gereist und daher wolle ich etwas von der Welt sehen. Ich wollte etwas erleben, von dem ich später meinen Kindern erzählen kann. Dieser Ausbruch war sehr wichtig für mich. 

 

Wie wichtig war es Ihnen, eine Berufsausbildung abzuschließen?

Eine Berufsausbildung in der Tasche zu haben, ist aus meiner Erfahrung sehr wichtig und hilft auch im Leben eines Models oft weiter.

 

Ist Modeln wirklich ein Traumjob oder gibt es auch Schattenseiten?

Es ist ein toller Job, aber es ist harte Arbeit. Man muss regelmäßig Sport betreiben und intensiv auf die Ernährung und auf das Aussehen achten. Das war für mich auf die Dauer kein Thema. Ich konnte zwar vom Modeln sehr gut leben, aber es gibt viele Mädchen, die das nicht können. 

 

Was hat Sie dazu bewogen, beruflich wieder ins Notariat zurückzugehen? 

Na ja, die Vernunft (lacht).

Sie führen drei Büros als Nachlasspflegerin in Deutschland. Machen Sie auch noch Modelaufträge?

Ja, für mich ist das Modeln das schönste Hobby der Welt und, was den Verdienst betrifft, ein guter Nebenberuf. 

 

Sie haben ein Fernstudium zum Thema Ernährung gemacht. Warum?

Das Thema Ernährung hat mich schon in meiner Jugend sehr stark interessiert. Als Model hat man viele Castings und besonders am Anfang noch nicht allzu viele Jobs. Es entstehen Auszeiten und ich hatte oft drei Tage in der Woche nichts zu tun. Das war mir nach dem harten Jurastudium zu wenig und so habe ich ein Fernstudium für Ernährungsverhalten gemacht. 

 

Gibt es einen Job als Model, der Ihnen immer in Erinnerung bleiben wird?

Ganz speziell und einzigartig war ein Fotoshooting für die Volvo-Kampagne in Buenos Aires. Ich bin hingeflogen, das Shooting dauerte ein paar Stunden und die restlichen vier Tage hatte ich frei. Ich konnte die Stadt kennenlernen, das war wirklich sehr toll. Aber es gibt viele Shootings, an die ich mich gerne erinnere. Man hat immer wieder Wow-Momente, arbeitet meistens mit einem tollen Team, an tollen Locations zusammen. Man lacht oft und viel. Es gibt in diesem Job sehr viel Positives. 

 

Wie stehen Sie zur Sendung Germany’s Next Topmodel? Ist es ein Sprungbrett in die Modewelt?

Zunächst ist GNTM eine Show. Wie die Mädchen dort leben, entspricht überhaupt nicht der Realität. So lebt kein Model. Ein Model fängt meistens ganz klein an und versucht zu überleben. Ganz wenige Mädchen schaffen es von Anfang an und können sich an der Spitze etablieren. Bei GNTM sammeln die Mädchen Erfahrungen, arbeiten mit tollen Fotografen und sie starten mit einer guten Mappe.

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(© Judith Bender-Jura)

Seit 2013 leben Sie mit Manfred Kröswang in Grieskirchen. Wie gefällt es Ihnen hier in Oberösterreich?

Es gefällt mir sehr gut hier. Ich pendle fast täglich in mein Büro nach Passau. Ich habe noch ein weiteres Büro in Leutkirch und eines in Schwäbisch Günd. Ich werde von meinen Mitarbeitern, einem sechsköpfigen Team unterstützt.

 

Im November erwarten Sie Ihr erstes Kind. Wie geht es Ihnen in der Schwangerschaft? 

Mir geht es supergut. Ich genieße die Schwangerschaft sehr. 

 

Werden Sie weiterhin arbeiten, wenn das Kind da ist?

Ja, ich möchte auch mit Kind sehr gerne arbeiten. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich das brauche. Ich bin nicht der Typ, der zu Hause sitzt, das schaffe ich nicht. Ehrlich gesagt finde ich den Hausfrauenberuf sehr anstrengend und ich ziehe den Hut vor jeder Frau, die ganz beim Kind zu Hause bleibt. 

 

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich mache sehr gerne Sport. Seitdem ich schwanger bin, habe ich mich allerdings ein bisschen zurückgenommen. Wir reisen viel und gerne, wir spielen Golf und natürlich liebe ich es auch zu shoppen. 

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(© Judith Bender-Jura)