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People | 18.02.2021

Vom Investmentbanker zum Influencer

Mit fast 400.000 Followern auf Instagram ist Hank Ge einer der erfolgreichsten Influencer Österreichs. Hank Ge ist allerdings nicht nur auf Social Media aktiv: Er setzt eigene Gastro-Konzepte wie „Bali Brunch“ um, führt mit „Wildsky“ ein eigenes Modeunternehmen mit Schwerpunkt Accessoires und arbeitet nebenher als Model für Marken wie Mercedes-Benz und Otto.

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© Hank Ge

Der gebürtige Kölner Hendrik Genotte alias Hank Ge (32) hängte seinen Job als Investmentbanker bei der Deutschen Bank an den Nagel und bereiste die Welt. Nach verschiedenen Aushilfsjobs in Australien, unter anderem als Arbeiter auf einer Bananenplantage, führte ihn seine Reise vor zehn Jahren nach Wien. Was das Geheimnis seines Erfolges ist, warum er es unangenehm findet, wenn man ihn auf seinen Bekanntheitsgrad anspricht, und was es braucht, um sich seine Träume erfüllen zu können, erzählt uns der sympathische Wahlwiener im Interview.

OBERÖSTERREICHER: Herr Genotte, Sie sind Gastrounternehmer mit dem „Bali Brunch“, haben mit „Wildsky“ ein eigenes Modelabel, sind Model für Marken wie Mercedes-Benz und Otto, Blogger und einer der erfolgreichsten Influencer Österreichs mit fast 400.000 Followern. Haben wir etwas vergessen?
Hank Ge: Nein, haben Sie nicht. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir mit dem Wording „einer der erfolgreichsten Influencer Österreichs“, immer ein bisschen schwer tue. Dieser Satz stammt nicht aus meiner Feder (lacht).

Wie schaffen Sie es, das alles gleichzeitig zu managen?
Das ist natürlich nicht so einfach. Ich bin quasi sieben Tage lang beschäftigt, einen Day Off gibt es bei mir selten. Ich habe ein tolles Team mit wirklich starken Leuten, die mich gut unterstützen. Es hat eine Weile gedauert, die richtigen Menschen zu finden, doch jetzt bin ich superglücklich mit meinem Team. Mein Job erfüllt mich, das berufliche Vorankommen treibt mich an und macht mich glücklich, da bleibt dann halt leider nicht mehr viel Zeit für Freizeitaktivitäten.

Wie halten Sie Ihren Traumbody dennoch fit? Bleibt ausreichend Zeit für Sport?
Ja, gesportelt wird um sieben Uhr morgens (lacht). Ehrlicherweise kann ich mich neben meinen verschiedenen Jobs schlecht alleine dazu motivieren, täglich Sport zu betreiben. Deshalb habe ich einen Sportcoach, mit dem ich fünf Tage die Woche gemeinsam trainiere und das funktioniert recht gut.

Wie wichtig ist Ihnen gesunde Ernährung?
Gesunde Ernährung ist für mich mittlerweile superwichtig geworden. Das war nicht immer der Fall. Meine Ex-Freundin hat sich plantbased ernährt und mich total inspiriert. Mit der veganen Ernährung hat sich auch meine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Ich habe ich mich in dieser Zeit intensiv mit Lebensmitteln und Nährstoffen auseinandergesetzt, somit kam eine gesunde Ernährungsweise ganz von alleine. Ich will aber niemanden dazu bekehren, sich vegan zu ernähren, denn vegan bedeutet nicht automatisch gesund. Bei mir kam die gesunde Ernährung mit dem Interesse für Veganismus, der Liebe zum Kochen und dem Auseinandersetzen mit dem Konzept Clean Eating.

Wie definieren Sie Clean Eating?
Für mich bedeutet Clean Eating gesunde, nachhaltige Ernährung. Ich esse zum Beispiel keinen raffinierten Zucker, da unser Körper diesen einfach nicht benötigt.

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Inspiration für seine Projekte holt sich Hank Ge auf seinen Reisen durch die Welt .

Ursprünglich haben Sie als Investmentbanker gearbeitet. Was hat Sie dazu bewogen, diesen Job aufzugeben?
Irgendwann habe ich mich entschieden, dass das Investmentbanker-Dasein nicht mehr das ist, was ich mir für meine Zukunft vorstellen kann. Also habe ich bei der Bank gekündigt und bin für zwei Jahre nach Australien gegangen, um dort Backpacking zu machen. Ich habe verschiedene Aushilfsjobs gemacht, vom Gärtner bis zum Arbeiter auf einer Bananenplantage. Von Down Under ging es dann direkt nach Wien zum Studieren und dort habe ich mich mit dem Start-up „Die Lieferei“ selbstständig gemacht. Ich möchte aber festhalten, dass ich die Zeit in der Bank genossen habe. Es gibt keine Phase in meinem Leben, die ich bereue oder missen möchte. Die Zeit in der Bank war eine wichtige Erfahrung für mich und optimal für die Lernkurve.

Wie viel Mut braucht es, sich vom sicheren Job als Banker zu verabschieden und Werbebotschafter zu werden?
Schon während meines Studiums war mir klar, dass ich mich einmal selbstständig machen möchte, ich wusste nur nicht womit. Dann hat sich irgendwie alles so ergeben. „Die Lieferei“ habe ich mit meinem damaligen Dozenten von der Uni gegründet. Dieser Schritt hat mich damals ermutigt, weitere Projekte auszuprobieren.

Können Sie sich vorstellen, irgendwann einmal wieder in einer Bank zu arbeiten?
Nein, ich kann mir generell nicht mehr vorstellen, noch einmal in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten. Es ist eine Grundsatzfrage, welcher Typ man ist und was zu einem passt.

Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?
Das klingt immer etwas abgedroschen, aber ich glaube, wenn du mit Leidenschaft bei einer Sache bist, dann kommt der Erfolg von selbst. Ich kommuniziere gerne mit Menschen und kann ihnen Vertrauen geben, mit mir zusammenzuarbeiten. Um ehrlich zu sein, ist es genau das, worauf es in der Selbstständigkeit ankommt. Somit ist es auch egal, ob man Kettensägen, Bali Bowls oder eine Dienstleistung verkauft. Es kommt immer auf das Zwischenmenschliche an. Es braucht ein loyales Verhältnis zu den Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, gepaart mit einem guten Geschäftssinn – dann kommt der Erfolg von selbst. Eine Portion Glück gehört natürlich auch dazu: Timing ist immer eine wichtige Komponente, egal ob im Business oder im Privaten. Aber auch das passende Mindset ist von zentraler Bedeutung. Ich war nie besonders risikofreudig und habe auch nie „risky moves“ gemacht. Das hat sich ein bisschen verändert. Im Vorjahr habe ich zum ersten Mal gesagt: „Okay, ich gehe Projekte ein, wo ich Potenzial sehe, wo ich aber jetzt noch nicht abwägen kann, in welche Richtung das einmal gehen wird.“

Sie haben fast 400.000 Follower auf Instagram. Wie lebt es sich mit diesem hohen Bekanntheitsgrad?
Social Media hat sich für mich einerseits als eine gute Einnahmequelle entwickelt und andererseits als ideale Möglichkeit, meine Projekte zu kommunizieren und zu promoten. Mir war aber immer wichtig, dass ich mich selber und auch andere Menschen nicht darauf reduzieren. Auf Social Media sieht man nur eine Seite von meinen vielen Projekten. Ich bin jetzt 32 Jahre alt und kann mir nicht vorstellen, in zehn Jahren noch täglich Fotos von mir zu posten, um den Leuten ein Update zu geben. Aber solange es die Plattform noch hergibt, möchte ich das natürlich positiv nutzen. Ich freue mich, wenn mich Leute erkennen und ansprechen. Ich mach auch gerne mit ihnen Fotos, aber es ist mir unangenehm, wenn das als „Fame“ bezeichnet wird oder sie mich auf eine Art Podest stellen.

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Bali-inspired Food zaubert Hank Ge beim Bali Brunch im Oio Poké im 7. Bezirk in Wien.

Sie sind gebürtiger Kölner und leben nun schon seit zehn Jahren in Wien. Was führte Sie nach Wien? Was lieben Sie an unserer Hauptstadt?
Das war eigentlich eine spontane Entscheidung. Ich wollte nach meiner Zeit in Australien nicht mehr zurück nach Deutschland gehen und habe nach der besten BWL Uni Europas gegoogelt. Da kam dann unter anderem die Wirtschaftsuniversität Wien heraus, also habe ich meine Sachen gepackt und bin nach Wien gezogen, ohne jemals davor dort gewesen zu sein (lacht). Anfänglich konnte ich mir nicht vorstellen hierzubleiben, das hat sich erst entwickelt, denn Wien ist eine der lebenswertesten Städte überhaupt.

Wie man auf Ihrem Instagram Feed sehen kann, reisen Sie gerne. Was fasziniert Sie am Reisen?
Die Offenheit gegenüber anderen Ländern und Kulturen war mir schon immer sehr wichtig. Reisen ist einfach unglaublich inspirierend. In meiner Kindheit sind wir nicht viel gereist. Ich habe drei ältere Schwestern und wir hatten gar nicht die finanziellen Möglichkeiten, als Familie viel zu reisen. Erst mit Anfang zwanzig habe ich mit meiner damaligen Freundin die Lust am Backpacking entdeckt und wir sind in den Semesterferien immer drei Monate lang mit dem Rucksack durch die Welt gereist.

Bali scheint Ihr zweites (oder drittes) Zuhause zu sein. Dort haben Sie auch Ihr Modelabel „Wildsky“ gegründet. Wie kam es dazu?
Die Idee dazu hatte ich in Kapstadt, Südafrika. Ich habe mir dort ein Headband gekauft und wurde von vielen Leuten darauf angesprochen. In Bali hatte ich dann die Idee, Headbands produzieren zu lassen, da ich Kontakte zu einer lokalen Schneiderfamilie hatte. Daraus ist mein Label „Wildsky“ entstanden.

Von der indonesischen Insel inspiriert ist auch ihr Bali Brunch im Oio Poké im 7. Bezirk in Wien. Was erwartet die Gäste dort?
Die Idee hinter Bali Brunch ist, Bali-inspired Food zu machen und nicht nur Spaß am leckeren Essen, sondern auch an der Optik zu haben.

Inwieweit haben Sie die Lockdowns aufgrund von Corona getroffen?
Da wir mit dem Andrang der Gäste nach der Eröffnung im Juli 2020 etwas überfordert waren, trafen uns die Lockdowns gar nicht so hart. In der Zwangspause konnten wir uns gut neu strukturieren und haben ein Lieferbusiness in Wien aufgebaut. Wir liefern unsere Bali Brunch Boxen samstags sogar nach Linz und Graz.

Welche ist Ihre liebste Smoothie Bowl?
Die blaue „Blue Ocean Bowl“ mit Mango, Kokosnussmus und Banane. Die Farbe kommt von der Blaualge Spirulina und das macht einfach eine geniale Optik.

Was sind Ihre Pläne für 2021?
Ich will auf jeden Fall noch mehr in der Gastronomie machen. Ich merke, dass mir die Kommunikation mit den Menschen unglaublich gut gefällt. Ich habe mich vor Kurzem an einem Lokal in Salzburg beteiligt und wir möchten noch vier weitere Lokalitäten in Wien eröffnen.

Auf Ihrem Blog schreiben Sie „Das Leben ist ein unaufhörliches Abenteuer und ist da, um gelebt zu werden“. Was braucht es Ihrer Meinung nach, um sich seine Träume zu erfüllen?
Das kann man nicht pauschal sagen. Beruflich etwas Werthaltiges zu erschaffen, ist für mich mit einem Zufriedenheitsgefühl verbunden. Für andere Menschen wiederum sind das Kinder und Familie. Dieser Wunsch ist bei mir momentan noch nicht so ausgeprägt. Vielleicht kommt das noch, aber derzeit ist es mir wichtig, mich beruflich zu verwirklichen, was gar nicht so einfach ist. Man muss sich überlegen, wo man hin möchte und sich Ziele setzen. Dabei ist es aber auch ganz wichtig, seine Erfolge zu feiern und seine Seele zu belohnen, im Privaten wie im Beruflichen. In meinem Leben gab es Zeiten, wo ich in einem Selbstoptimierungszwang steckte. Dieses andauernde Streben nach noch mehr und nie mit etwas zufrieden zu sein, ist meiner Meinung nach, ein generelles Problem unserer Generation. Daher sollte man versuchen, immer wieder auch im Moment zu leben und das Leben zu genießen.

Wie wär‘s heute mit BOWLing?

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Bowl Food und Hank Ge – diese Kombination passt einfach perfekt zusammen. „Smoothie Bowls sind für mich zum Synonym für die Insel Bali geworden und vor allem jetzt, in der kalten Jahreszeit, hole ich mir sehr gerne ein Stück Urlaubsfeeling nach Hause“, so der Clean Eating-Experte, der vier unschlagbare Tipps für uns parat hat.

1. Kokoswasser für den tropischen Geschmack

„Alternativ zu normalem Wasser oder Pflanzenmilch benutze ich gerne Kokoswasser zum Mixen. Das wertet die Smoothie Bowl auf und gibt ihr einen exotischen Geschmack“, so Hank Ge. Fruchtsäfte wie Apfel- oder Orangensaft verwendet er aufgrund des relativ hohen Zuckergehalts kaum. Ebenfalls empfiehlt er, nicht zu viel Flüssigkeit zu verwenden, damit die Konsistenz nicht zu flüssig wird – lieber mit weniger starten und dann nach und nach noch ein wenig dazugeben.

2. Zucchini statt Banane verwenden

Die perfekte Basis einer Smoothie Bowl ist eine halbgefrorene Masse. „Ich schneide Früchte gerne in Stücke, friere sie ein und greife bei Bedarf darauf zurück. Vor allem Bananen und Avocados sind ein Muss für cremige Konsistenz“, empfiehlt der Profi. Allen, die es nicht zu süß, aber trotzdem cremig mögen, rät er, statt Bananen vorgeschnittene und gefrorene Zucchinischeiben zu nehmen – ein Geheimtipp.

3. Bei Toppings ist weniger mehr

Die Toppings bilden den Feinschliff einer jeden Smoothie Bowl. Um den Geschmack nicht zu übertönen, lautet die Devise bei Hank Ge „Weniger ist mehr“. „Neben frischen Früchten wie Mango, Beeren und Datteln toppe ich gerne mit Granola, Leinsamen, Nüssen oder Sojaflocken, da diese länger satt halten. Sportbegeisterte können gerne auch Proteinpulver in die Bowl-Basis mixen oder Proteinriegel als Topping in kleine Würfel dazugeben. Ein absolutes Muss am Ende ist für mich Erdnussbutter“, ergänzt er. Auch getrocknete Früchte wie Kokos-Chips oder Goji-Beeren verfeinern den Geschmack.

4. Experimentierfreudig bleiben

Das Allerwichtigste ist für Hank Ge, experimentierfreudig zu bleiben. „Smoothie Bowls machen Spaß und sie eignen sich perfekt, um den eigenen Geschmack und Stil auszuleben. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise sind Açaí-Shots oder -Cocktails ein echtes Highlight fürs Partywochenende – einfach die Smoothie Bowl-Basis mit Rum oder Wodka mischen et voilà!“

WENN ES SCHNELL GEHEN MUSS ...

... setzt Hank Ge auf Smoothie Bowls aus dem Kühlregal von „Wholey“, für die ausschließlich Bio-Zutaten verwendet werden. Sie sind in vier Geschmacksrichtungen erhältlich und zeichnen sich durch eine einfache 

Zubereitung aus:

• Die gefrorenen Zutaten in den Mixer geben und 150 ml Wasser hinzufügen.

• Bis zur gewünschten Konsistenz gut durchmixen.

• Lieblingstoppings hinzufügen und genießen!

(Erhältlich bei SPAR im Tiefkühlregal)