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People | 08.01.2019

Traumjob OP-Instrumentarin

Rebecca Egger arbeitet im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz als OP-Instrumentarin. Welche Aufgaben sie dabei hat und warum ihr dieser Job so große Freude bereitet, erzählt sie im Interview.

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Rebecca Egger arbeitet im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz als OP-Instrumentarin. Welche Aufgaben sie dabei hat und warum ihr dieser Job so große Freude bereitet, erzählt sie im Interview. (© Text: Werner Harrer)

Momentan wird im ganzen Land OP-Personal gesucht. Kein Wunder, denn ohne sie läuft in einem Krankenhaus keine Operation. Eine, die genau dort ihren Traumjob gefunden hat, ist Rebecca Egger. Sie arbeitet als OP-Instrumentarin auf der Plastischen Chirurgie im Ordensklinikum Barmherzige Schwestern Linz. Was sie dabei genau macht, warum dieser Job so wichtig ist und wie sie sich gefühlt hat, als sie das erste Mal im Operationssaal stand, erzählt sie in unserem Interview.

 

Sie arbeiten seit viereinhalb Jahren als OP-Instrumentarin. Was machen Sie dabei genau?

Meistens sind wir zu dritt pro Operationssaal, das bedeutet: zwei Diplom-Pflegefachkräfte und ein Operationsassistent. Eine unserer Aufgaben ist es, bereits in der Früh den Saal für anstehende Operationen vorzubereiten. In der Praxis heißt das, dass wir die entsprechenden Instrumententassen sowie das dazugehörige Einmal-Material vorbereiten. Im Anschluss daran wird der Patient durch den Pflegeassistenten eingeschleust. Während eine OP-Schwester im Saal alles vorbereitet, führt eine andere OP-Schwester die chirurgische Händedesinfektion durch. Die sterile Instrumentarin deckt den Tisch mit den für die Operation passenden Instrumenten. Gemeinsam mit dem Beidienst wird dann das Operationsgebiet desinfiziert und der Patient mit steriler Wäsche abgedeckt. Nun kann die Operation beginnen.

 

Welche Ausbildung haben Sie absolviert, um als OP-Instrumentarin arbeiten zu können?

Mein Allgemein-Diplom habe ich in Innsbruck absolviert. Da es für mich nie eine andere Option gegeben hat, als im OP zu arbeiten, habe ich direkt im Anschluss die Sonderausbildung OP-Pflege gemacht. Für mich ist von Beginn der Ausbildung an festgestanden, dass ich Instrumentarin werden möchte – komme, was wolle. (lacht) Und es ist definitiv mein Traumjob!

 

Warum haben Sie sich ausgerechnet für den Job als OP-Instrumentarin entschieden?

Ich habe mich schon als Kind sehr für Dokumentationen aus dem Klinik­alltag interessiert. Auch Serien wie „Emergency Room“ habe ich mir unheimlich gern angesehen. So ist der Berufswunsch, als Krankenschwester zu arbeiten, ganz wie von selbst gewachsen. Ich wollte Menschen helfen und Gutes tun.

 

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Die Instrumente sowie das Einmal-Material werden exakt vorbereitet. (© Eckhart Herbe, Werner Harrer)

Wie hat es sich angefühlt, als Sie das erste Mal im OP gestanden sind?

Als ich das erste Mal im OP gestanden bin, war ich zunächst von der Bandbreite der Operationen beeindruckt. Die OP-Instrumentare haben immer sehr situationsgerecht und vorausschauend gearbeitet. Für mich war es damals eine große Kunst, dass die OP-Schwestern die genauen Abläufe jeder Operation kennen und exakt wissen, welches Instrument zum Beispiel auch bei Komplikationen benötigt wird. Was mich auch beeindruckt hat, war der Humor im OP-Saal. Mit so viel Freude bei der Arbeit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die Stimmung im OP kann in jedem Moment von Routine zur Extremsituation kippen. Das ist der besondere Kick an diesem Job.

 

Wie gehen Sie mit schwierigen Situationen um – etwa wenn eine Operation nicht nach Plan verläuft?

Im Lauf einer Operation ist es nicht ungewöhnlich, dass Situationen entstehen, die vermehrter Konzentration bedürfen. Dann ist es wichtig, dass man sich voll und ganz auf sein Team verlassen kann, um diese kritischen Momente möglichst komplikationslos zu überstehen.

 

Welche Voraussetzungen braucht man für den Job als OP-Instrumentarin?

Man muss Interesse an der Anatomie des Menschen haben, technisches Geschick beweisen und den Geruch von Desinfektionsmittel lieben. Ohne OP-Schwestern kann keine Operation stattfinden. Das heißt: Man trägt täglich einen wichtigen Teil dazu bei, dass Operationen gut vonstatten gehen und Patienten zufrieden die Klinik verlassen. Man muss auch mit Stress gut umgehen und in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können. Die Herausforderung ist, sich an wechselnde Situationen anzupassen. Als OP-Schwester muss man sich bewusst sein, dass man eine Menge Verantwortung hat. Und man muss dem Patienten den nötigen Respekt entgegenbringen.

 

Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?

Am meisten fasziniert mich, dass man mit Menschen für Menschen arbeitet. Jede Berufsgruppe hat das Ziel vor Augen, den besten Output für den Patienten zu erreichen. Eine Operation kann nur dann erfolgreich beendet werden, wenn alle Berufsgruppen ihr Bestes geben und gut interagieren. Durch die abwechslungsreiche Tätigkeit gleicht kein Tag dem anderen. Mir macht die Zusammenarbeit mit verschiedensten Charakteren und Berufsgruppen enorm viel Spaß.