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People | 24.07.2018

Train the Trainer

Bei Misserfolgen ihrer Schützlinge werden sie gerne zur Verantwortung gezogen. Bei Erfolgen stehen sie im wahrsten Sinn des Wortes hinter ihnen. Die Rolle eines Trainers von Leistungs- und Spitzensportlern ist aber nicht nur deshalb eine herausfordernde, sagt einer, der es wissen muss.

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Dr. Gebhard Gritsch, Head und Projektleiter des Coach Support Centers im Olympiazentrum auf der Gugl, und Sportreferent LH-Stellvertreter Dr. Michael Strugl. (© Daniel Hinterramskogler, LUI)

Novak Djokovic war 223 Wochen lang die Nummer eins der Tennis-Weltrang-liste. Er gewann 68 Titel im Einzel sowie ein Turnier im Doppel. Der Serbe siegte achtmal bei den Australian Open, dreimal in Wimbledon und gewann zweimal die US- und einmal die French Open. Er ist auch der einzige Spieler in der modernen Ära, dem es gelang, alle vier Grand Slam-Turniere hinterein­ander zu gewinnen. Eine Erfolgsbilanz, die ihre Gründe hat. Es wird Talent gepaart mit eiserner Disziplin und Ehrgeiz sein, die den 31-Jährigen zum Ausnahmetennisspieler gemacht haben. Es gibt aber noch einen Grund, und der heißt: Dr. Gebhard Gritsch. Von 2009 bis 2017 stand er Djokovic als Fitnesstrainer und Berater zur Seite. 

 

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Wissen, Können und Erfahrung sind wichtige Grundvoraussetzungen, die ein Trainer mitbringen muss. (© Daniel Hinterramskogler, LUI)

International anerkannter Experte. Der Tiroler studierte Sportwissenschaft und Sportmanagement an den Universitäten Innsbruck und Wien. 1985 erwarb er seinen Master-Abschluss, 1994 promovierte der heute 61-Jährige mit einer Dissertation zum Thema „Vom Talent zum Tennisprofessional – Ein Beitrag zur Optimierung der sportlichen Entwicklung im Tennis“ an der Universität Wien. Nach seiner Tätigkeit als Nationaltrainer auf den Philippinen und in Indonesien verschlug es Gritsch nach Neuseeland, wo er als Cheftrainer für die Central Region und als Berater der New Zealand Academy of Sport tätig war. Durch diese Erfahrungen und Tätigkeiten machte er sich international einen Namen als Experte. Als Leistungssport-Coach unterstützt er seit mittlerweile mehr als zwanzig Jahren Hochleistungstrainingszentren, Sportverbände und staatliche Sportorganisationen mit seinem Know-how.

Coach Support Center in Oberösterreich. Sein exzellenter Ruf war es, der ihm im Frühjahr des Vorjahres ein Angebot des Sportlandes Oberösterreich einbrachte. Er sollte im Rahmen der „Sportstrategie Oberösterreich 2025“ die Trainerarbeit des im Oktober 2017 gegründeten Coach Support Center (CSC) im Olympiazentrum auf der Gugl unterstützen. In diesem Kompetenzzentrum ist Gebhard Gritsch bis heute Head und Projektleiter. Zu seinen Aufgaben gehört es, Trainer – dazu gehören auch Nachwuchscoaches in den mehr als 2.500 Vereinen in Oberösterreich – zu unterstützen und ihre Fähigkeiten mit ihnen gemeinsam weiterzuentwickeln. Das über die Grenzen Oberösterreichs anerkannte Trainer-Kompetenzzentrum hat zum Ziel, eine positive und nachhaltige Sportkultur zu etablieren. Dazu gehört auch das Verständnis, dass Weltklasseleistungen Weltklasse-Coaches brauchen.

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Ein Trainer ist ständiger Begleiter des Sportlers und ein wesentlicher Erfolgsfaktor. (© Daniel Hinterramskogler, LUI)

Trainerqualitäten. Wann aber ist man ein Weltklasse-Coach? Welche Eigenschaften muss man dafür mitbringen? „Wichtig sind Eigenschaften wie Offenheit, Gerechtigkeit, Selbstdisziplin und Einfühlungsvermögen. Außerdem muss man gewisse rhetorische Grundfertigkeiten mitbringen. Natürlich braucht es auch eine Führungskompetenz, für die man Autorität ausstrahlen muss. Wissen, Können und Erfahrung sind Grundvoraussetzungen“, beschreibt Gritsch das Job-Profil eines Trainers. Nicht zu unterschätzen sei auch die Organisationskompetenz und eine wirkungsvolle Vermittlungsstrategie. Schließlich muss man ja das Wissen und die Erfahrung an den Mann bzw. die Frau bringen können. Eine zentrale Rolle spielt auch die soziale Kompetenz, die es einem Coach erlaubt, die Persönlichkeit seines Schützlings zu berücksichtigen.