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People | 26.03.2019

Toll als Team

Coach Eveline Doll darüber, was ein Teamtag mit Pferd für ein Unternehmen und seine Performance bewirken kann.

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Eveline Doll arbeitet als Businesscoach für Teams und Führungskräfte – mit Pferden als Co-Coaches. (© Ralph Doll-Photography)

Pferde geben ihrem Gegenüber wertfreies, klares Feedback. Sie lassen sich nicht beeindrucken von äußerem Schein, sondern reagieren nur auf authentischen Auftritt und klare, positive Kommunikation bzw. Führung. Das gelingt, wenn Absicht, innere Haltung und Handeln kongruent sind. Trainerin Eveline Doll aus Grieskirchen erklärt, wie sie mit dieser Methode den Teamgeist stärkt.

 

Was darf man sich unter einem pferdegestützten bzw. horsepowered Team­coaching vorstellen?

Eveline Doll: Diese Methode ist anders als alles, was es bisher an Coaching-Techniken gab. Hier geht es nicht um Theorie und Rollenspiel. Hier geht es um das echte Leben. Da­rum, wie ein Team wirklich tickt und die Mitglieder miteinander umgehen, wenn es darum geht, bei einer Herausforderung gemeinsam etwas zu erreichen.

 

Ein solches Teamcoaching hat nichts mit Reiten zu tun. Wie tritt man mit dem Pferd stattdessen in Kontakt?

Das Pferd steht quasi für ein Projekt, eine Aufgabe, die das Team zu bewältigen hat. Und gerade die Art und Weise, wie das Team an diese Aufgabe, also an das oder die Pferde herangeht, ist es, was Aufschluss über den Teamgeist gibt, über Stärken und Schwächen, über die Rollenverteilung usw.

 

Im Unternehmen ziehen idealerweise alle an einem Strang. Wie entsteht positiver Teamspirit und welche Rolle kommt dem Pferd dabei zu?

Das Pferd ist, wie gesagt, ein Platzhalter für eine Team-Herausforderung. Ich als Trainerin beobachte genau, wie das Team arbeitet und wie die Pferde reagieren. Die machen ja nur mit, wenn das Team echt gut performt. Dann geht es zur Videoanalyse und die Teammitglieder erkennen Strukturen und Muster – die werden in weiteren Übungen mit den Pferden gleich ausprobiert und gefestigt. Da passieren ganz tolle teamstärkende Erfahrungen, auch für den weiteren Arbeitsalltag.

 

Reicht ein einziger Tag aus, um den Teamspirit zu stärken?

Im Normalfall ja, weil es eine ex­trem intensive und berührende Erfahrung ist. Doch jede Aufgabenstellung ist anders. Daher ist mir im Vorfeld auch eine genaue Auftragsklärung wichtig: Was ist das Ziel des Coachings? Was macht Sinn?

 

 

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Jede Menge Teamspirit beim OBERÖSTERREICHERIN-Teamtag mit Pferden in St. Georgen/Grieskirchen

 

In der Herde ist es die Leitstute, im Unternehmen der Chef oder die Chefin, die die Richtung vorgibt. Wie sinnvoll ist es, bei einem Teamtag den Chef mit an Board zu haben?

Auch das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es wird im Vorfeld geklärt, was Sinn macht.

 

Was ist, wenn sich jemand vor Pferden fürchtet?

Dann kann er oder sie entscheiden, ob man zum Start lieber eine geschützte Beobachterposition einnehmen will. Meist wollen die Leute aber ganz schnell mitmachen, weil es einfach so faszinierend und spannend ist. Und es kann auch eine sehr intensive Teamerfahrung sein, wenn ein Kollege einmal Hilfe oder Schutz braucht.

 

Welche Unternehmen arbeiten mit horsepowered Coaching?

Zu meinen Kunden gehören international erfolgreich agierende Konzerne ebenso wie österreichische Klein- und Mittelbetriebe. Auch die Seminarsprache Englisch ist möglich. Sinn macht es für jeden, es ist ein Investment in die Team-Performance. Wenn das Team schon gut performt, ist es eine Bestätigung, die noch mehr zusammenschweißt. Wenn es ein Team ist, das sich gerade erst formt, ist es eine tolle Möglichkeit, Konflikten und Blockaden vorzubeugen. Und wenn schon Konflikte da sind, ist es eine starke Methode, um die Stimmung und damit den Output effizient und nachhaltig zu verbessern.

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Unser Zugpferd der Redaktion, Chefredakteurin Ulli Wright, mit Stute Elli! ;-)

Dressur statt Trendfrisur. Hufe statt High Heels. Black-Beauty in der Natur statt Beauty-News im Magazin. Die OBERÖSTERREICHERIN verbrachte einen Teamtag am Pferdehof und kehrte mit einem frischen Bündel an Aha-Erlebnissen zurück.

Vier Teams, zwei Pferde, eine Trainerin. Die OBERÖSTERREICHERIN wollte wissen, was sich hinter einem pferdegestützten Teamcoaching verbirgt. Und was liegt da näher, als es selbst auszuprobieren? So lehrte uns Trainerin Eveline Doll gemeinsam mit ihren zwei Stuten „Chocolate Dream“ und „Elli“, wie wir mit Respekt und Verantwortung, herausfordernden Aufgaben, Entscheidungen, aber auch Niederlagen umgehen können, unsere Ängste überwinden können. Den Pferden auf Augenhöhe begegnen. Sie als Spiegel unseres eigenen Verhaltens akzeptieren. Es geht nicht darum, sich tiefenpsychologisch in die menschliche Seele blicken zu lassen, sondern vielmehr darum, seine Rolle im Team zu finden, aber auch Führungsverhalten auszuloten. Am Ende waren sich die Teams „Verkauf“, „Grafik“, „Redaktion“ und „Organisation“ allesamt einig: Es war ein abwechslungsreicher Tag, der unseren Mut und unser Verhalten auf die Probe stellte und unsere Teamqualitäten erstklassig zutage beförderte – mit einer Erkenntnis und einem Motivationsschub, wenn‘s mal nicht so läuft: Lauf, Elli, lauf!