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People | 24.08.2018

Tinder für Business

Seinen Sessel in der Chefetage des Porsche AVEG-Konzerns hat der Mühlviertler Rainer Pflügler Ende März aus freien Stücken geräumt, um mit seiner nagelneuen Karriereplattform „my40hours.com“ die Job- und Mitarbeitersuche zu revolutionieren.

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Unternehmer Rainer Pflügler (© Heli Mayr)

Nach einer Lehre zum Elektrotechniker war Rainer Pflügler (35) die vergangenen elf Jahre für unterschiedliche Standorte von Porsche in Oberösterreich tätig und hat sich vom einfachen Verkäufer zum Geschäftsführer des Porsche AVEG-Konzerns in Linz-Leonding hochgearbeitet. Dank seiner Zielstrebigkeit, Willenskraft und Leistungsbereitschaft hat es der gebürtige Mühlviertler nicht nur europaweit zum jüngsten Geschäftsführer von Porsche geschafft, er ist bisher auch der erste in dieser Position, der freiwillig das Feld geräumt hat. Wie schwer ihm der Abschied von seinem rund 160 Mitarbeiter starken Team bei der AVEG Linz-Leonding gefallen ist und wie er mit der innovativen Karriereplattform „my40hours.com“ die Job- und Mitarbeitersuche auf völlig neue Beine stellen möchte, erzählt der sportbegeisterte Vater einer neunjährigen Tochter im Interview mit dem OBERÖSTERREICHER.

Am 30. März dieses Jahres verabschiedeten Sie sich von Porsche und der AVEG Linz-Leonding. Wie schwer ist Ihnen der Abschied gefallen?
Der Abschied ist mir sehr schwergefallen. Nach elf Jahren bei Porsche kennt man natürlich die Leute aus allen Betrieben in Oberösterreich und man ist in der Automobilwelt und in der Gesellschaft total vernetzt. Es war ein schwerer, für mich aber notwendiger Abschied.

Was haben Sie sich aus Ihrer Zeit als Geschäftsführer von Porsche und der AVEG LINZ für Ihr jetziges Berufsleben mitgenommen?
Im Prinzip alles. Die vergangenen elf Jahre habe ich mich persönlich sehr stark entwickelt, mit allem, was dazu gehört. Ich habe gelernt, wie man fokussiert an eine Geschäftsidee herangeht und wie man Mitarbeiter führt. Diesbezüglich habe ich Porsche viel zu verdanken.

Ihr neues Unternehmen heißt „My 40 Hours“. Was bedeutet dieser Name?
Der Name „My 40 Hours“ –  auf Deutsch „meine 40 Stunden“ – ist sehr bewusst gewählt, weil der Großteil von uns 40 Stunden in der Woche arbeitet. Und obwohl 40 Stunden Arbeit statistisch gesehen nur 16 Prozent von unserem Leben ausmachen, fühlt es sich trotzdem so unglaublich viel an. Mein Ansatz ist, dass sich genau diese 16 Prozent, nicht nach Arbeit, sondern nach Leidenschaft anfühlen sollen.

 

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Entspanntes Interview mit Chefredakteurin Ulli Wright am Linzer Schlossberg (© Heli Mayr)

Was darf man von „My 40 Hours“ erwarten?
Mit „My 40 Hours“ drehe ich die Arbeits- bzw. auch die Mitarbeitersuche um 180 Grad. Nicht die herkömmliche Stellenanzeige und der Standard-Lebenslauf sollen bei der Jobsuche den Ton angeben. Ich will, dass die Menschen ihre Arbeit vor allem nach ihrer Leidenschaft und ihren Qualifikationen finden. Auf der Plattform „my40hours.com“ bringen wir auf einfachste Art und Weise zusammen, was zusammengehört: Jobsuchende und Jobanbieter, verborgene Talente und diejenigen, die sie erkennen. Natürlich mit einem intelligenten Algorithmus dahinter. Es funktioniert im Prinzip wie Tinder für Business.

Wie schaut das in der Praxis aus?
Ganz einfach und unkompliziert! Der Jobsuchende legt auf „my40hours.com“ sein Profil an – mit Foto, Profilvideo, Bewertungen aus vergangenen Jobs, Zusatzqualifikationen und so weiter und auch der Unternehmer, der Mitarbeiter sucht, gibt auf seinem Profil bekannt, welche Mitarbeiter er sucht und wie seine Unternehmenskultur aussieht. Dann sorgt unser Matching-Algorithmus dafür, dass sich Arbeitgeber und Arbeitssuchende finden. Stimmen gewisse Anforderungen überein, matchen sich die beiden und können miteinander in Kontakt treten. Auch wenn man gerade nicht auf der Suche ist, kann man interessante Kandidaten oder Firmen abspeichern und vorausschauend Job- oder Mitarbeitersuche betreiben.

Was hat Sie dazu bewogen „my40hours.com“ zu gründen?
Ich habe bei meiner Tätigkeit bei Porsche die Erfahrung gemacht, dass man Mitarbeiter genau dort einsetzen soll, wo sie mit ihrer Qualifikation und vor allem auch mit ihrer Leidenschaft punkten können. Gelingt einem das, arbeiten sie gut und gerne und es ist für beide Seiten eine Win-win-Situation. Auf die Idee „my40hours.com“ zu gründen bin ich aus einer persönlichen Betroffenheit gekommen. Ich kenne die Seite des Unternehmers, aber auch jene des Arbeitssuchenden. Und ich bin draufgekommen, dass sowohl Unternehmer als auch Jobsuchende am Ende des Tages ein Kommunikationsproblem haben. Denn zum einen schreibt der Bewerber Hunderte Bewerbungen und wird, wenn er Glück hat, zu ein paar Vorstellungsterminen geladen. Zum anderen schreibt der Unternehmer ein Jobangebot aus und keiner bewirbt sich. Wir wollen mit „my40hours.com“ Job- und Mitarbeitersuchenden gleichermaßen eine Plattform und eine Hilfestellung geben, damit sie ihren richtigen Job bzw. ihre Mitarbeiter von morgen finden.

Gibt es auch schon eine „My 40 Hours“-App?
Derzeit sind wir mit einer Web-Applikation, also einer Internetseite, im Netz präsent, die für Smartphone, PC und Tablet kompatibel ist. In den nächsten Schritten wird die App programmiert.

 

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Nach elf Jahren verließ Rainer Pflügler den Porsche AVEG-Konzern in Linz-Leonding und stellt sich nun mit seinem eigenen Unternehmen neuen Herausforderungen. (© Heli Mayr)

Das ganze Interview findest du im neuen OBERÖSTERREICHER!

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