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People | 11.11.2015

Teilzeitnomade macht Möbel

Ein Wald im eigenen Schlafzimmer? Das ist mit der 2013 gegründeten Möbelmarke „walden“ möglich. Kreativer Kopf hinter dem Unternehmen ist der 28-jährige Linzer Stefan Radinger. Ein Design-Portrait.

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100 Prozent Holz: "walden"-Möbel sind reine Naturprodukte. (© walden)

Stundenlang sitzen wir im Büro vor dem Computerbildschirm, telefonieren mit unseren Smartphones und werden permanent mit Informationen beschallt. Kommen wir dann abends nach Hause, sehnen wir uns nach einem Rückzugsraum, der eines ausstrahlt: Ruhe und Entspannung. So wie es etwa ein Spaziergang im Wald verspricht. Doch das Schlafzimmer in den Wald verlegen? Nicht so praktisch. Aus diesem Grund bringt „walden“, eine junge Möbellinie, die es erst seit zwei Jahren gibt, den Wald in die eigenen vier Wände: 

„Waldenity“, wie der 28-jährige Designer Stefan Radinger die Lebenseinstellung nennt, trifft den Nerv der immer schneller werdenden Zeit. „Waldenity ist ein Lebensgefühl, das tief in uns verankert ist“, erzählt der Linzer. „In der Zeit von Smartphones und iPads ist die Sehnsucht nach Natur und Authentizität heute stark vorhanden. Daher lautet das Motto unserer Möbellinie „walden“: Wir bringen die Natur in Form von authentischen Möbeln zurück in die Stadt.“

 

„Ich will etwas Neues schaffen“

Aufgewachsen im niederösterreichischen Erlauf war der heutige Industrial Designer schon immer ein Naturbursche: „Ich erinnere mich gerne an das Baumhausbauen zurück. Schon als Kind hatte ich das Bedürfnis, etwas Neues zu schaffen.“ Schnell war für Radinger klar, sich beim Designen von Möbeln für nachhaltige Werkstoffe zu entscheiden. „Es ist ein unglaublich dankbares Material, nicht zuletzt weil Holz wieder nachwächst. Dennoch muss man vor dem Werkstoff größten Respekt haben: Ein Baum wächst durchschnittlich immerhin ganze 70 Jahre im Wald, bevor er von uns zu Möbeln weiterverarbeitet werden kann. Ein jeder Ast hat seinen Zweck und ein jeder Ring spricht Jahre.“ Genau diese Besonderheit möchte der Designer in seinen Produkten sichtbar machen. „Unsere Möbel bestehen zu 100 Prozent aus Naturholz, dabei verzichten wir bei den Betten zur Gänze auf Metall“, verrät der Jungunternehmer.

Bio ist bei „walden“ natürlich ebenfalls eine Selbstverständlichkeit. So werden die für die Möbel erhältlichen Hölzer – Kernbuche, Eiche und Nussbaum – nicht mit schädlichen Substanzen bearbeitet, was sogar mit dem Österreichischen Umweltzeichen bestätigt wird. „Unsere Kommoden werden zum Teil außerdem mit Ökotex-Zertifikat-Baumwollstoffen ausgestattet: Darin kann man beispielsweise Zeitschriften verstauen.“

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Naturbursche: Industrial Designer Stefan Radinger. (© walden)

Tausendsassa: vom Reisen zum Design

Wenn man es in so jungen Jahren wie Stefan Radinger wagt, sich mit einer eigenen Möbelkollektion selbständig zu machen, muss schon viel Talent und vor allem Fleiß dahinterstecken: Der 28-jährige Linzer ist neben seiner Tätigkeit als Designer, „walden“-Gründer und Kreativ-Konzeptionist bei TEAM7 auch in viele andere Projekte involviert. So hat er im Frühjahr dieses Jahres ein Küchenkonzept für Vegetarier konzipiert und auf der internationalen Möbelmesse imm cologne präsentiert. Zahlreiche Anfragen von bekannten Medien waren die Folge – der junge Designer ist also immer und immer wieder im Gespräch. „Es ist unglaublich, was sich in den vergangenen Monaten alles getan hat“, schmunzelt der Tausendsassa. Zum Jobausgleich ist das Reisen eine seiner größten Leidenschaften: „Vor einigen Jahren lebte ich für ein halbes Jahr in Südchina. Dort habe ich versucht, mir die chinesische Handwerkskunst des Bambusflechtens anzueignen. Erst kürzlich war ich in Boston und New York, danach für ein Shooting der aktuellen „walden“-Kollektion in Berlin“, so der Designer. Radinger selbst bezeichnet sich als Teilzeitnomade: „An­dere Kulturen sind für mich eine große Inspirationsquelle.“

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Im Team7-Shop in Linz verfügt "walden" über einen eigenen Showroom. (© walden)

„walden“-Sortiment wird erweitert

Wenn neben der Arbeit und dem Reisen noch Zeit bleibt, ist der Linzer ein passionierter Hobbykoch – und wer weiß, vielleicht kann der „walden“-Gründer ja auch schon bald in seiner eigens designten Küche kochen. „Was wir genau für die Zukunft planen, kann ich natürlich noch nicht verraten. Das Sortiment wird aber auf alle Fälle in nächster Zeit erweitert werden.“ Zeit wird‘s, wenn man seine Wohnung von Grund auf mit „walden“-Möbeln einrichten möchte …

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Kleiderständer oder Raumtrenner? Egal, diese Leiter ist vielseitig. (© walden)

Über „walden“:

Das Start-up-Unternehmen „walden“ wurde 2013 gegründet. Derzeit gibt es die Möbelstücke bei 34 Fachhändlern in der Schweiz, bei zwei Händlern in Italien sowie in Hamburg zu erwerben. Im TEAM7-Shop in Linz verfügt „walden“ über einen eigenen Showroom. Alle Infos unter: 

www.walden.at


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Praktische Kommode mit vier gedämpften Laden. (© walden)