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People | 04.03.2022

Talk & Dance

Moderatorin, Sprecherin, Tänzerin – mit Professionalität, Schlagfertigkeit, viel Charme und Schmäh hat es Anna Illenberger weit gebracht. So tanzte die 28-Jährige bereits in der Royal Albert Hall in London, moderiert eine Musikshow auf Deluxe Music in Deutschland und hat auf krone.tv ihre eigene Musikshow.

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© Julia Traxler/ms.foto.group

Eines steht zweifelsohne fest: Anna Illenberger ist ein echtes Energiebündel, was wir auch beim Covershooting zu spüren bekommen. Gekonnt bewegt sich die gebürtige Welserin vor der Kamera und gibt dabei immer wieder ein paar coole Dance Moves zum Besten. Tanzen ist seit ihrer Jugend ihre große Leidenschaft. Nach einem Publizistikstudium in Wien sowie einer Ausbildung an der renommierten „Die Schule des Sprechens“ wurden rasch auch Radio und TV auf die fesche Blondine aufmerksam – seither macht sie auch als Moderatorin Karriere. Kein Wunder – denn mit ihrer lockeren Art und ihrer Bodenständigkeit zieht Anna Illenberger einfach alle in ihren Bann. Wir haben mit der 28-Jährigen über Erfolg, Glück und Träume gesprochen.  

 

OBERÖSTERREICHERIN: Anna, Sie sind Tänzerin, Moderatorin und Sprecherin. Wann haben Sie gewusst, dass Sie die Bühne erobern wollen?
Anna Illenberger: Das ist eine gute Frage, als Kind wollte ich nämlich gar nicht in der ersten Reihe stehen, das hat sich erst im Lauf der Zeit entwickelt. Aber ein Energiebündel war ich schon immer. Als Leistungsturnerin war ich  vier Mal die Woche im Welser Turnverein und zwei Mal die Woche im Tanzkurs aktiv. Nachdem ich mir beim Turnen zwei Mal die Hände gebrochen habe, konzentrierte ich mich schließlich nur mehr auf das Tanzen. Susi Wilzek war meine allererste Tanzlehrerin. Später bin ich dann in die Tanzschule Hippmann gegangen und habe bei Auftritten viel positives Feedback bekommen, was mein Selbstbewusstsein enorm gestärkt hat. Das Tanzen hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich konnte es auch gut (lacht). 

 

So gut, dass Sie sich bald auch in der Wiener Tanzszene einen Namen gemacht haben ... 
Ich habe in Wien Publizistik studiert und eine Tanzausbildung gemacht, dadurch kam ich zum Unterrichten und habe Tanzjobs bei Musikvideos und Werbedrehs ergattert. Mit dem Tanzen habe ich mir  mein Studium finanziert, das ich kurzzeitig mal unterbrochen habe. Meine Eltern haben mich aber dazu motiviert, es abzuschließen und eine Sprecherausbildung am Institut „Die Schule des Sprechens“ zu machen. 

 

War das auch der Grund, warum man Sie bald darauf im Radio hören konnte?
Ich denke schon, denn nach dem Studium habe ich bei Radio ENERGY ein Praktikum gemacht und dort erstmals Radioluft geschnuppert. Ich habe meinem Chef eine Sprecheraufnahme von mir vorgespielt und ihn gefragt, ob er denn eine Moderatorin brauchen könnte. Und er hat tatsächlich eine gesucht. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe im Moderieren eine neue Leidenschaft entdeckt. Bei Radio ENERGY ist dann der Stein so richtig ins Rollen gekommen. Seither habe ich mich nie wieder bei einem Sender beworben, sondern wurde immer angefragt und zu Castings eingeladen. Das hat sich sehr positiv entwickelt. 

 

Wo ging es nach Radio ENERGY hin?
Zu PULS 4, wo ich die Live-Quiz-show „Quipp“ präsentiert habe. Danach moderierte ich als einer von vier Hosts für A1now.tv „Feng Sushi“, eine junge, hippe Musikshow mit Studiogästen, Live Acts und Insider Talks. Das war total lässig und die Verbindung von Musik und Moderation hat mir auf Anhieb unheimlich gut gefallen. Eines Tages wurde ich zu einem Casting zu DELUXE MUSIC  in Deutschland eingeladen und habe den Job auch tatsächlich bekommen. 

 

Seither moderieren Sie bei den deutschen Nachbarn die Show „Countdown Deluxe“. Können Sie die Sendung kurz vorstellen? 
Das ist eine Musikvideo-Ranking-show über „die besten“, „die schönsten“, „die größten“ Hits. Auf  DELUXE MUSIC hat übrigens auch die MTV-Legende Markus Kavka eine Sendung. 

 

In Österreich sind Sie auf krone.tv in der Sendung „Rudi Backstage“ mit Rudi Dolezal zu sehen, der Videoproduktionen mit Superstars wie Queen, David Bowie oder Michael Jackson gemacht hat. Wie ist die Zusammenarbeit mit dem „Rockprofessor“?
Rudi Dolezal ist durch und durch ein Künstler und es ist lustig, mit ihm zu arbeiten. Er hat unheimlich viel erlebt und viel zu erzählen. Es ist immer spannend und sehr interessant. Seit dem Vorjahr habe ich mit „WYLD – Musik mal anders“ jeden Donnerstag um 21.15 Uhr auch eine eigene Sendung auf krone.tv. In diesem Musikmagazin gibt es Songtipps von österreichischen Musikern und ich treffe meine Gäste immer draußen bei actionreichen, witzigen Aktivitäten und zeige sie von einer ganz neuen Seite. Bei „WYLD“ mache ich vom Konzept über die Redaktion und Moderation bis hin zum Raufstellen der fertigen Produktion ins Internet alles selber. 

 

Was machen Sie eigentlich am liebsten – tanzen oder moderieren?
Ich glaube die Mischung macht es aus. Gestern war ich zum Beispiel für „Countdown Deluxe“ in Berlin, vorgestern habe ich für den „Salzburger Landespreis“ Texte eingesprochen. Davor war ich in der Tanzschule und habe meinen Dance Crews die Meisterschaftschoreografien beigebracht und die Musik dazu geschnitten. Im November war ich sogar in Indien und habe bei einer Luxushochzeit auf der Bühne getanzt. Langweilig wird mir jedenfalls nie (lacht). 

 

Als Künstlerin sind Sie selbstständig tätig. Wie schwierig ist das, vor allem auch in der Coronazeit? 
Die Selbstständigkeit hat Vor- und Nachteile, aber ich finde es ganz cool, frei zu sein und auch frei entscheiden zu können. Das Wort selbstständig setzt sich aus „selbst“ und „ständig“ zusammen, das trifft es sehr gut. Ich habe einen toughen Zeitplan, genieße es aber, die unterschiedlichsten Jobs machen zu können. Dadurch treffe ich immer wieder auf spannende Menschen und interessante Themen.  

 

Haben Sie je damit gerechnet, als Moderatorin Karriere zu machen?
Nein, niemals, weil ich auch nie eine Rampensau war (lacht). Das Ganze hat sich entwickelt, eines kam nach dem anderen und ich hatte ein Riesenglück. Ich glaube, wenn man positiv durchs Leben geht, zieht man das Glück automatisch an. Das, was ich mache, mache ich extrem gerne, diese Leidenschaft ist das Wichtigste in unserem Business. Wenn man offen, professionell und sympathisch ist, kommen die Anfragen von alleine und man wird immer wieder gebucht. 

 

 

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© Julia Traxler/ms.foto.group

Sie haben die „Welser ShoppingNight“  genauso moderiert wie Firmenevents oder im Vorjahr das „Linzer Krone-Fest“ mit rund 7.000 Zuschauern. Wie geht es Ihnen, wenn Sie in Ihrer Heimat Oberösterreich moderieren? Sind Sie da besonders aufgeregt?
Nein, die Moderation beim „Krone- Fest“ im Vorjahr war für mich ein absolutes Highlight. In Oberösterreich rennt der Schmäh und ich bin noch mehr ich selbst (lacht). Ich freue mich immer, wenn ich in der Heimat moderieren kann. 

 

Wie oft kommen Sie noch nach Schleißheim, wo Ihre Eltern wohnen?
Ich versuche einmal im Monat nach Hause zu kommen. Meine Familie ist mir unheimlich wichtig und wenn ich es nicht schaffe, dann besuchen mich meine Eltern und mein Bruder in Klosterneuburg. 

 

Ihre Eltern haben zwei Taschengeschäfte, wie viele Taschen besitzen Sie?
Nicht viele, was wahrscheinlich keiner glauben kann. Dazu gibt es allerdings eine witzige Geschichte: Mit 16 Jahren hatte ich eine alternative Phase und bin nur mit Stoffsackerl herumgelaufen. Mit dem Ergebnis, dass mir meine Mama immer eine Tasche umgehängt hat. Schließlich bin ich ja die „Illenberger-Tochter“ (lacht). Womöglich habe ich deshalb keinen Taschentick.

 

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© Julia Traxler/ms.foto.group

Welche Show bzw. welches Event würden Sie gerne moderieren? Gibt es da einen Traum?
Eine große Liveshow im Fernsehen würde mir voll taugen, weil ich vor einem großen Publikum ganz ich selber sein kann. Ich könnte mir vorstellen, dass die Castingshow „Starmania“ gut zu mir passen würde. Ein junges Publikum, viel Musik und  Dance. Und wenn sich das nicht ausgeht, wäre es ein Hit, als Choreografin in einer großen TV-Show mitzuwirken. 

 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Soweit plane ich nicht mehr im Voraus. Ich bin sehr perfektionistisch und ziel-strebig und es hat mich lange Zeit gestresst, nicht zu wissen, wo ich einmal landen werde. Das habe ich mittlerweile abgelegt. Vor Corona bekam ich nach einem Casting den Zuschlag für ein ATV-Format, das wurde aber aufgrund der Pandemie auf Eis gelegt. Seither weiß ich, dass ich alles so annehmen muss, wie es kommt. Ich bin dankbar für das, was ich bisher erreicht habe. Es gibt sicher nicht
sehr viele österreichische Moderatorinnen, die regel-mäßig in Deutschland moderieren und eigene Fern-sehsendungen hosten. Ich bin recht zufrieden und alles, was noch kommen wird, sehe ich als Draufgabe.

 

Sie sind ein richtiges Energiebündel.Wie können Sie am besten abschalten, was erdet Sie?
Definitiv meine Familie und mein Freund Alex Kratki. Er ist Moderator bei PULS 4 und kennt die Medienbranche, was ein Vorteil ist. Vor zwei Jahren sind wir von Wien nach Kritzendorf, in der Nähe von Klosterneuburg, gezogen. Das Leben am Land tut mir unheimlich gut. Der Mann und der Ort bringen mich runter und erden mich (lacht).