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People | 31.03.2015

Talentiert und schön

Vor zwei Jahren gewann Katharina Zopf den ersten „Austrian Wedding Fashion Award“. Der Preis: ein Praktikum bei Gino Cerruti in London. Wieder in Oberösterreich zurück, startete die 22-jährige Designerin aus Bad Goisern ihre Karriere beim internationalen Modeunternehmen Airfield in Seewalchen.

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Katharina in einem Kleid von Airfield. (© Heli Mayr)

Aber dem ist nicht genug! Für ihre 22 Jahre hat Katharina Zopf schon einiges erlebt. Nachdem sie die Höhere Lehranstalt für Mode in Ebensee absolviert hatte, legte sie an der Modeschule Herbststraße in Wien die Meisterprüfung als Damenkleidermacherin ab. Mit ihrem Brautkleid im Future-Style, das sie selbst entworfen und genäht hatte, gewann sie den ersten „Austrian Wedding Fashion Award“, der ihr ein halbjähriges Praktikum bei Gino Cerruti in der Modemetropole London verschaffte. Nach ihrer Tätigkeit beim größten Hersteller für Abend- und Brautmode in Großbritannien wurde die fesche Brünette vom Fleck weg von Airfield engagiert. Im Interview erzählt sie von ihrem Einsatz als „Formula Una“ beim Grand Prix in Spielberg und ihrer Leidenschaft, dem Motorradfahren. 

 

Sie haben 2013 den ersten „Austrian Wedding Fashion Award“ gewonnen. Wie haben Sie sich beworben?

Der Award war an mehreren Modeschulen ausgeschrieben, auch an der Modeschule Herbststraße in Wien. So habe ich davon erfahren und mich beworben. 

 

Welche Vorgaben wurden gestellt?

Wir mussten ein Brautkleid designen und schneidern. Es gab zwei Kategorien: ein klassisches Brautkleid und ein futuristisches Brautkleid. Ich habe mich für die Kategorie „Future Wedding“ entschieden. Darüber hinaus mussten die Kleider trag- und reproduzierbar sein und natürlich auch das Thema widerspiegeln. Bei der Präsentation habe ich das Kleid am Laufsteg selbst vorgestellt. 

 

Was hat Sie zu Ihrem Kleid inspiriert?

Ich wollte dem Thema Future entsprechend einmal ganz etwas anderes machen. Kein klassisch langes Kleid, wie das bei Brautkleidern so üblich ist. Ich wollte einfach einmal alle Regeln brechen und habe den Vokuhila-Look in einem Brautkleid mit einer Rüschenschleppe sowie einer Korsage mit Nieten und Spiegelelementen umgesetzt.

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"Daheim ist es einfach am Schönsten." (© Heli Mayr)

Wie lange haben Sie an diesem Kleid gearbeitet?

Wie viele Stunden ich daran gearbeitet habe, kann ich überhaupt nicht sagen. Es war extrem aufwändig und ich habe einige Nächte durchgearbeitet. Zum Glück wurden uns in der Modeschule die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. 

 

Wer war in der Jury?

Patrizia Fürnkranz, die Innungsmeisterin der Wiener Bekleidungsgewerbe, und weitere Mitglieder der Innung. Auch die britische Botschafterin war in der Jury, da es für die Siegerin ein Praktikum bei Gino Cerruti in London zu gewinnen gab. 

 

Und dieses Praktikum haben Sie gewonnen. Wie lange waren Sie in London?

Ich war ein halbes Jahr in London und habe in dieser Zeit sehr viel gelernt. Es ging darum, Kleider für die breite Masse zu designen. Um die neuesten Trends zu erkennen, muss man viel recherchieren. Und man muss vor allem tragbare Modelle entwerfen, da nicht jede Frau Modelmaße hat. 

 

Welche Aufgaben hatten Sie bei Gino Cerruti?

Ganz toll war, dass ich selbstständig designen konnte. Begonnen habe ich mit dem Entwurf von Kleidern für die Brautmutter und die Brautjungfern. Ich habe aber auch eine eigene Brautkleid-Kollektion für Übergrößen entworfen. Nach einem Monat hat mich der Chef angestellt und ich wurde wie eine richtige Mitarbeiterin behandelt. Ich habe auch noch Kontakt zu ehemaligen Kolleginnen.

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Besuch von Freund Max in London.

Was war das Beeindruckendste in Ihrer Zeit in London?

Es war einfach alles sehr beeindruckend: Das Leben in der Modemetropole London, der ganz spezielle Flair, es war der Hammer, mittendrin sein zu können. Die Brautmodenmesse in Harrogate war ein besonderes Highlight für mich, da ich unsere Kunden persönlich kennenlernen konnte. Im Kundenkontakt bei Gino Cerruti konnte ich mein Englisch perfektionieren – besonders in Hinblick auf den Fachjargon der Modewelt. Dies kommt mir in meinem jetzigen Beruf zugute. 

 

Sie arbeiten jetzt für Airfield. Wann haben Sie dort zu arbeiten begonnen und was genau machen Sie?

Ich hatte mein Bewerbungsgespräch bei Airfield von London aus via Skype. Als ich wieder nach Österreich zurückkam, hatte ich noch einen persönlichen Termin, und nur drei Tage später habe ich bei Airfield zu arbeiten begonnen. Ich bin in der Designabteilung für Stoffe und Accessoires zuständig. Ich bestelle diese und prüfe sie auf Qualität. Neben Messebesuchen assistiere ich auch bei Inhouse-Fotoshootings.