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People | 03.11.2020

Stille Heldin

Mit dem „Guardian Hand Project“ unterstützt Ilse Schreiner-Kalleitner gemeinsam mit ihrem Team seit fünf Jahren bedürftige Kinder auf den Philippinen – und das mit großem Erfolg. Mittlerweile gibt es bereits zahlreiche Meilensteine zu feiern.

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© Guardian Hand Project

An den Moment, als sie vor fünf Jahren das erste Mal das Leid der hilfsbedürftigen Kinder auf den Müllbergen Manilas hautnah miterlebte, kann sich Ilse Schreiner-Kalleitner noch genau erinnern. „In diesem Moment hätte ich am liebsten alles ausgezogen und den Kindern geschenkt“, schildert uns die gebürtige Litzlbergerin, die in Vöcklabruck einen Kostümverleih und Handel mit Weihnachtsengeln betreibt. Noch in derselben Nacht beschloss sie, gemeinsam mit der Philippinerin JM das Hilfsprojekt „Guardian Hand Project“ zu gründen. 

 

Stille Helden. In den darauffolgenden Jahren folgten zahlreiche Meilensteine. Neben der regelmäßigen Versorgung der Kinder mit Nahrung und wichtigen Sachgütern wurde 2018 die Medical Mission ins Leben gerufen, die die medizinische Versorgung für die Kinder auf den Müllbergen Manilas sicherstellt. Zudem durfte sich das anfangs gegründete 20-köpfige Team über tatkräftigen Zuwachs von insgesamt 40 weiteren Volunteers freuen. Im November 2018 wurde das Guardian Hand Project im Rahmen der Gala „Stille Helden“ mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Trotz ihres großen Einsatzes sieht sich Schreiner-Kalleitner selbst nicht als Heldin. „Für mich ist vielmehr jeder Einzelne in meinem Team der wahre Held.“ 2019 wurden die Meilensteine mit der Vereinsgründung gekrönt.

 

Versorgungssicherung während Corona. Anfang 2020 dann die Ernüchterung. Die philippinische Regierung erklärte im Zuge der Corona-Krise den Stadtteil Tondo mitsamt den Müllbergen zur roten Sperrzone. „Damit wir weiterhin die nahtlose Versorgung sicherstellen können, schnüren wir die Versorgungspakete  nun vorab und der Bürgermeister bringt die Pakete auf die Müllberge“, schildert Schreiner-Kalleitner.

 

Das Schicksal von Marian Rose. Mittlerweile hat sich das Engagement des Guardian Hand Teams in ganz Manila herumgesprochen. Äußerst berührend ist das Schicksal der fünfjährigen Marian Rose, die seit ihrer Geburt unter einem Wasserkopf leidet. „Sie wird medizinisch versorgt, drei Mal in der Woche bekommt sie Physio- und Ergotherapie und wird täglich unterrichtet“, erzählt die Vereinsgründerin. Mit Erfolg. Marian Rose kann nach nur drei Monaten Therapie bereits wieder ein paar Schritte gehen. „Unser Ziel ist es, dass sie uns eines Tages davonrennt“, so Schreiner-Kalleitner.

 

Guardian Hand Angel School. Aktuell arbeiten die 52-Jährige und ihr Team bereits am nächsten Projekt: der Guardian Hand Angel School. „Sie soll auch den ärmsten Kindern ermöglichen, eine Schule zu besuchen“, so Schreiner-Kalleitner. Sofern Spenden fließen, ist das Team zuversichtlich die Schule bis Juli 2021 zu eröffnen.

 

Jede Spende zählt. Geholfen werden kann unter anderem mit einer Geldspende oder mit dem Kauf eines symbolischen Ziegels, dessen Erlös in den Schulbau fließt. Für die Zukunft wünscht sich Schreiner-Kalleitner, dass sie den Kindern noch lange eine Stütze bieten kann. Denn: „Nur wer für etwas brennt, kann das Feuer in anderen entfachen. Und das soziale Feuer lodert eindeutig in mir.“