Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 03.10.2018

"Skicross hat viel Potenzial"

Der Steyrer Thomas Mayrpeter war eines der Top-Talente im österreichischen Ski-Alpin-Team. Nach schweren Verletzungen sucht der 26-Jährige nun im Skicross eine neue Herausforderung.

Bild 1810_O_Sport_Mayrpeter_GEPA_.jpg (1)
Thomas Mayrpeter ist bis vorige Saison im alpinen Ski-Zirkus mitgefahren. 2013 holte er den Weltmeistertitel im Super-G der Junioren. (© GEPA pictures/Energie AG, privat)

Abahrt, Slalom, Super-G – als Österreicher kennt man sich im alpinen Skisport aus. Aber wissen Sie auch, was Skicross ist? Diese Freestyle-Sportart erfordert vielseitige skifahrerische Fähigkeiten und ist seit 2010 auch olympisch. Ein Oberösterreicher möchte dort künftig ganz vorne mitmischen: der Steyrer Thomas Mayrpeter. Der 26-Jährige sucht im Skicross nach mehreren Verletzungen und dem damit einhergehenden Rückzug aus dem Speed-Team des ÖSV eine neue Herausforderung.

 

Sie kommen aus dem alpinen Skisport und sind jetzt auf Skicross umgestiegen. Warum haben Sie diesen Schritt getan?
Thomas Mayrpeter: Ich bin schon immer wahnsinnig gern Ski gefahren. Ich mag es, Teil einer Mannschaft zu sein, bin gern am Berg und in der Natur. Darum war für mich sehr früh klar, was ich später beruflich machen möchte. (lacht) Ich war in der Weltcup-­Mannschaft und es ist gut für mich gelaufen, bis ich mich in Lake Louise das erste Mal schwer verletzt habe. Ich habe mich zurückgekämpft und mich ein zweites Mal schwer im Knie verletzt. Seitdem bin ich nur noch mit Schmerzen gefahren, und im März 2017 habe ich mir dann noch auf der anderen Seite das Kreuzband gerissen. Ich habe mich erneut zurückgekämpft und nun im Skicross eine neue Herausforderung und ein neues Ziel für mich gefunden.

Eine Verletzung nach der anderen. Wie sind Sie mit diesen Rückschlägen umgegangen?
Es war eine sehr schwierige Zeit für mich, besonders nach der zweiten Verletzung bin ich in ein Loch gefallen. Es hat mich sehr runtergezogen, ich war nicht mehr ich selbst. Natürlich war mir immer bewusst, dass es kaum Top-Athleten gibt, die sich nicht wehtun. Es ist Leistungssport und es ist auch gefährlich, wenn du mit mehr als 100 Stundenkilometern die Piste hinunterfährst. Wenn du vorne dabei sein willst, musst du einfach alles riskieren. Und damit steigt natürlich auch
das Verletzungsrisiko. Ich bin sehr froh, dass die Energie AG als Sponsor immer – besonders auch in dieser
Zeit – zu mir gehalten hat. Das ist
nicht selbstverständlich.

 

Bild 1810_O_Sport_Mayrpeter_GEPA_.jpg
Heuer startet der Steyrer Thomas Mayrpeter erstmals im Skicross. (© GEPA pictures/Energie AG, privat)

Was ist für Sie die besondere Herausforderung am Skicross?
Grundsätzlich ist es nichts Neues für mich, weil es darum geht, wer als Erster im Ziel ist. Das Besondere am Skicross ist, dass vier gleichzeitig am Parcours gegeneinander fahren. Mann gegen Mann! Zwar sind die Geschwindigkeiten nicht so hoch wie im alpinen Skisport, dafür sind die Sprünge viel höher. Ich muss jetzt ganz andere Sachen lernen, das macht für mich auch den Reiz aus. 

Sie sind gerade in der Schweiz beim Training. Wie läuft die Vorbereitung?
Die Vorbereitung läuft sehr gut, ab Oktober trainieren wir jede Woche auf Schnee. Es taugt mir brutal und ich freue mich schon total auf die Saison.

Skicross ist noch nicht so populär wie der alpine Bereich ...
Das stimmt, aber es hat viel Potenzial! Die Rennen sind unheimlich spannend, weil man ja zu viert auf der Piste ist. Das macht es auch für die Zuschauer viel spannender.

Eine Karriere als Profisportler hat ein Ablaufdatum. Haben Sie schon Pläne für die Zeit „danach“?
Ich werde nach meiner Karriere als Polizist tätig sein. Seit vorigen Herbst besuche ich die Polizeischule und bin übrigens mit Cornelia Hütter, Miriam Puchner und Olympia-Sieger David Gleirscher in einer Klasse. Ich bin sehr froh, dass ich das machen darf, weil es natürlich auch für den Kopf viel leichter ist, zu wissen, dass ich später einen Beruf haben werde.

Sie sind viel unterwegs. Bleibt da noch Zeit für Familie, Freunde und Hob­bys?
Ja, das geht sich gut aus. Die Abstriche habe ich eher in meiner Jugendzeit gemacht, wenn meine Freunde zum Beispiel weggegangen sind und nicht dabei sein konnte, weil ich am nächsten Tag trainieren musste. Aber ich habe das immer gern gemacht. Ich bin ein großer Motorsport-Fan, insbesondere von Valentino Rossi. Ich mag die Geschwindigkeit und fahre selbst gern mit dem Motorrad. 

Bild 1810_O_Sport_Mayrpeter_Surfe.jpg
Ob auf der Skipiste oder am Wasser: Es gibt kaum eine Sportart, die dem 26-Jährigen nicht Spaß macht. (© GEPA pictures/Energie AG, privat)