Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 22.11.2016

Shakespeare als Leidenschaft

Seit ihrer Kindheit träumt Bita Arefnia aus Pinsdorf von einer großen Karriere als Schauspielerin. Seit September besucht die 20-Jährige die renommierte Film Academy in New York. Im Interview spricht die dunkelhaarige Schönheit über ihr großes Ziel und die persischen Wurzeln.

Bild JAa_00180.jpg_1185_Bita Arefnia - Austria.jpg
Von Pinsdorf nach New York: Schauspiel ist seit jeher die große Leidenschaft von Bita Arefnia. (© RT Productions)

Nachdem Bita Arefnia bereits zweimal an den „World Championships of Performing Arts“ in Los Angeles teilgenommen hatte, zog es die Pinsdorferin mit persischen Wurzeln im September wieder in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Selbstbewusst geht sie ihren eigenen Weg und will sich ihren großen Traum erfüllen, eine bekannte Film- und Fernsehschauspielerin zu werden. Schon während ihrer Kindheit entdeckte sie die Leidenschaft für die  Entertainment-Branche und machte im Schultheater in Gmunden erste Erfahrungen als Schauspielerin. Auf der New York Film Academy, deren Absolventen zum Beispiel bei „Grey’s Anatomy“ oder „Glee“ Karriere machen, will auch Bita ihr Glück versuchen.

 

Wann fiel die Entscheidung, dass du Teil der Entertainment-Branche sein willst?

Meine Mutter steckte mich schon mit vier Jahren in den Ballettunterricht. Das Tanzen hat mir sofort gefallen, deshalb war mir schon sehr früh klar, dass ich in die EntertainmentBranche möchte. Während meiner Zeit am Schultheater des BRG Schloss Traunsee kam ich auch mit der Schauspielerei in Kontakt. Das Theater an meiner Schule ist im Raum Gmunden als bestes Schultheater bekannt. Der Film- und Fernsehbereich hingegen ist etwas ganz Neues für mich. Aber ich habe immer schon gewusst: Wenn ich etwas machen will, dann im Film und diesbezüglich ist die New York Film Academy eine super Kaderschmiede.

 

Am 19. September ging es los. Warum hast du dich für eine Ausbildung an der Film Academy in New York entschieden? 

Bereits während der World Championships in Los Angeles kam ich mit Dozenten aus der Film Academy in Kontakt, da sie Teil der Jury waren. Die Menschen an der Film Academy sind sehr offen und man muss sich für die Aufnahmeprüfung nicht groß vorbereiten. Natürlich muss man seine Monologe können, aber anders als etwa beim Max Reinhardt Seminar in Wien, wo alle in riesigen Kostümen zur Aufnahmeprüfung kommen, steht bei der Film Academy Natürlichkeit im Vordergrund.

 

Du hast bereits zweimal an den „World Championships of Performing Arts“ in Los Angeles teilgenommen. Hat dich das zu einer Ausbildung in New York motiviert?

Auf jeden Fall, denn als ich zum zweiten Mal bei den World Championships antrat, war ich bereits bei der Film Academy aufgenommen. Die Dozenten kannten mich von meiner ersten Teilnahme und boten mir ein Stipendium in der Höhe von 10.000 Dollar an. Die Ausbildung kostet 31.000 Dollar im Jahr. Den Rest finanzieren zum Glück meine Eltern.

 

Welche Kurse sind bei der New York Film Acadamy zu belegen? Was wirst du alles lernen?

Immer darauf abgestimmt, in welchem Bereich man arbeiten will, werden zum Beispiel Kurse in „Acting for Film“, „Acting for Television“ oder „Improvisation“ angeboten. Ich freue mich ganz besonders auf ein bestimmtes Fach, und das ist „Shakespeare“. Das ist meine Leidenschaft. Ich habe sogar meine vorwissenschaftliche Arbeit über den englischen Dramatiker verfasst.

 

Wie lange dauert die Ausbildung in New York?

Die Film Academy bietet einjährige Programme an zahlreichen Standorten in den USA an, den Bachelor kann man allerdings nur in Los Angeles oder in Florida abschließen. Da mein Bruder seit fünf Jahren in New York lebt, werde ich das erste Jahr dort machen und bei ihm wohnen. Danach wechsle ich für zwei Jahre nach Los Angeles und mache dort meinen Bachelor.

 

Was erhoffst du dir für deine Zeit in New York?

Ich möchte mich weiterentwickeln und hoffe, dass ich erkenne, ob die Schauspielerei wirklich das Richtige für mich ist. Wenn die Ausbildung tatsächlich so hart ist, wie ich annehme, muss ich mich ordentlich anstrengen. Vor allem das erste Jahr wird meine ganze Zeit und Energie aufbrauchen. Die Schule steht an erster Stelle!

 

Bild IMG_7735.JPG
© Privat

Deine Familie stammt aus dem Iran, du bist in Österreich geboren und aufgewachsen. Fühlst du dich beiden Staaten zugehörig?

Wenn ich im Iran bin, fühle ich mich nicht hundertprozentig als Perserin, da ich einen deutschen Akzent habe. In Österreich werde ich häufig gefragt, aus welchem Land ich komme. Ich würde sagen, ich bin einfach immer schon beides gewesen.

 

Im Iran wird der muslimische Glaube besonders streng praktiziert. Wie wichtig ist Religion für dich und deine Familie?

Religion ist kein strenges Thema in unserer Familie. Wir sind sehr offen, was man auch daran sieht, dass ich kein Kopftuch trage. Unsere Kultur ist meinen Eltern sehr wichtig, wir gehen aber nicht in eine Moschee, auch wenn in der Nähe sicher eine wäre. Wir sind eine weltoffene Familie und feiern sogar Weihnachten.

 

Wie reagiert deine Familie im Iran auf deine Karrierewünsche?

Meine Familie ist sehr stolz auf mich. Meine Großeltern im Iran sind total aufgeregt, weil ich nun in Amerika bin. Sie hoffen, dass sie mich eines Tages im Fernsehen sehen werden. Als ich im „Radio Salzkammergut“ zu hören war, haben sie übers Internet mitgehört, obwohl sie kein Wort verstanden haben. Manche meiner Tanten sind sehr gläubig und nehmen Tradition und Religion sehr ernst. Aber was meine Karrierewünsche angeht, sind sie überhaupt nicht streng. Ich muss auch keinen Iraner heiraten (lacht). Uns ist der Mensch an sich wichtig, wie er ist und ob er zu uns passt.

 

Was möchtest du einmal erreichen?

Mein Hauptziel ist natürlich, Film- und Fernsehschauspielerin zu werden. Wenn das nicht klappt, würde ich gerne als Background-Schauspielerin oder am Filmset arbeiten. Außerdem möchte ich gerne in Amerika bleiben. Ich liebe die Großstadt. Sicher vermisse ich meine Familie und Freunde, aber da ich hier meinen Traum leben kann, ist es das wert!