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People | 30.11.2020

Sein Name ist Programm

Die meisten Menschen kennen Ferdinand Wegscheider (60) von seinem gleichnamigen Wochenrückblick „Der Wegscheider“ auf ServusTV, wo er Themen und Zusammenhänge analysiert und aus seinem persönlichen Blickwinkel Stellung nimmt. Was viele nicht wissen, der Salzburger gilt als Pionier des Privatfernsehens in Österreich und leitet seit 2016 als Intendant die Geschicke von ServusTV.

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© Thom Trauner

Wir treffen Ferdinand Wegscheider im neuen und modernen Media Tower direkt neben der „Bullen Arena“ in Wals-Siezenheim. Von seinem Büro in der obersten Etage hat man einen traumhaften Blick auf die Stadt Salzburg und die Festung Hohensalzburg. Die Wände im Büro zieren Erinnerungsbilder aus Wegscheiders langjähriger Fernsehzeit, in einer Ecke hängt auch die Handpuppe, mit der er – Seite an Seite – jede Woche in der Sendung „Der Wegscheider“ zu sehen ist. „Meine erste Begegnung mit dem Fernsehen war eigentlich ein Zufall“, erzählt uns Wegscheider, der als Pionier des österreichischen Privatfernsehens gilt. Nach seinem Jusstudium machte er in einem autonomen Jugendzentrum in Hallein die Bekanntschaft mit zwei Mitarbeiterinnen des ORF, die dort einen Dreh absolvierten und ihn vom Fleck weg engagierten.

Nach sieben Jahren und einem Wechsel des Chefredakteurs sagte er dem ORF-Landesstudio Salzburg Lebewohl und machte sich mit einer kleinen Film- und Werbefirma selbstständig. Im Jahr 1995, noch bevor Privatfernsehen in Österreich gesetzlich erlaubt war, gründete Wegscheider mit SalzburgTV den ersten Privatfernsehsender des Landes. Als es nach fünf Betriebsjahren noch immer kein österreichisches Privat-TV-Gesetz gab und die Funküberwachung den deshalb illegalen Sender am Salzburger Untersberg über Nacht abdrehte, trat Wegscheider im Oktober 2000 in einen mehrwöchigen Hungerstreik. Im Jahr 2002 erhielt SalzburgTV schließlich eine terrestrische Sendelizenz und war via Antenne zu empfangen.

2007 übernahm die Red Bull Media House GmbH von Dietrich Mateschitz die Mehrheit an SalzburgTV und baute daraus ServusTV auf. Ein Jahr später verließ Ferdinand Wegscheider schließlich das Unternehmen und widmete sich anderen Projekten. 2014 holte ihn Inhaber Dietrich Mateschitz als Ressortleiter für „Information und Aktuelles“ wieder zu ServusTV zurück. Im April 2016 bestellte er ihn zum Intendanten und somit zum neuen Leiter des Senders.

Und der Erfolg gibt ihm recht. Denn mit einem Marktanteil von aktuell 3,6 Prozent ist ServusTV erneut der meistgesehene Privatsender des Landes. Wir haben mit Ferdinand Wegscheider über die Erfolgsstrategie des Senders, über seine persönliche Meinung zur Corona-Krise sowie seine Einschätzung zur Fernsehlandschaft gesprochen.

 

Herr Wegscheider, Ihr Wochenkommentar „Der Wegscheider“ erreicht zur Erstausstrahlung regelmäßig rund 160.000 Zuseher und ist damit eines der meistgesehenen Formate in der ServusTV-Welt. Auf Facebook wird der Clip im Schnitt 300.000 Mal registriert. Wie ist „Der Wegscheider“ eigentlich entstanden?

Daran ist ganz wesentlich Dietrich Mateschitz schuld. Er hat schon damals in der Phase eins bei SalzburgTV im Jahr 2007 zu mir gesagt: „Herr Wegscheider, Sie haben den idealen Namen für einen Kommentator. Was Sie machen, durfte im Mittelalter eigentlich nur der Hofnarr, nämlich in Anwesenheit des Königs die Wahrheit sagen, ohne dass er geköpft wurde“ (lacht). Und als ich 2014 wieder zu ServusTV zurückgekommen bin, meinte er, das Format sollte eigentlich „Der Wegscheider“ heißen.

 

Und da waren Sie gleich einverstanden? 

Ich stimmte zu, aber nur mit der Auflage, meine eigene Meinung bringen zu können. Das hat mir Dietrich Mateschitz zugesichert und so sind wir im Frühjahr 2015 gleichzeitig mit den ServusTV-Nachrichten, die ich auch unbedingt installieren wollte, mit „Der Wegscheider“ gestartet. Der Wochenkommentar ist ein gutes Beispiel für ein Format, das sowohl im TV, als auch im Internet sehr gut angenommen wird: In den vergangenen Wochen haben die Sendung bis zu 1,3 Millionen Seher pro Woche gesehen.

 

Hat die Corona-Krise das Format „Der Wegscheider“ gepusht?

Wir sind seit 2015 im Wachsen und dieses Wachstum haben wir auch im vergangenen halben Jahr gespürt. 

 

Corona polarisiert, „Der Wegscheider“ polarisiert – werden Sie eigentlich angefeindet?

Es gibt in der Corona-Debatte nur Schwarz oder Weiß, aber keine Grautöne oder eine Diskussion dazwischen. Ich merke vor allem, dass mich die Befürworter der Regierungsmaßnahmen anfeinden.

 

 

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© Thom Trauner

Wie gestalten Sie die Sendung?

Frei nach dem Motto „Nach dem Kommentar ist vor dem Kommentar!“ Am Freitagabend geht es mit den Recherchen los und ich sammle während der gesamten Woche Infos und nehme verschiedene Meinungen auf.

 

Wie recherchieren Sie?

Vor Corona musste man intensiv recherchieren, das hat sich geändert, da man mittlerweile regelrecht von Informationen erschlagen wird, was das Ganze nicht einfach macht. Ich bekomme jede Woche Hunderte Mails. Manche wiederholen sich natürlich, manche sind mit Vorsicht zu genießen. Erst vor Kurzem bekam ich ein Mail mit der Info, dass die bayerische Staatskanzlei für 2019 ein Budget gemacht hat, in dem Mittel von bis zu 20 Milliarden Euro für Corona freigegeben wurden. Nachdem meine Nachrichtenkollegen die Info überprüft haben, hat sich herausgestellt, dass es sich um ein Doppelbudget für 2019/2020 handelte und die Mittel für Corona im sogenannten Artikel 2a heuer beschlossen wurden. Bei solchen  Mails muss man extrem aufpassen.

 

Wie ist Ihre persönliche Meinung zu Corona?

Das Ganze ist ein unwahrscheinlich komplexer Bereich. Es gibt eine Reihe von Theorien, von denen manche wirklich sehr verschwörerisch wirken. Aber es gibt auch Theorien, die ich zumindest für plausibel und möglich halte. Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass das Virus nicht auch künstlicher Art sein könnte. Und damit bin ich nicht alleine, sondern in guter Gesellschaft mit zwei Nobelpreisträgern der Medizin. Einer davon ist ein Japaner, der selber in Wuhan war. Ich hege auch den Verdacht, dass einmal mehr die Pharmaindustrie, zumindest als Trittbrettfahrer, auf den Zug aufgesprungen ist und alles unternommen hat, um das Milliardengeschäft einer Impfung voranzutreiben.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich sofort wieder als Verschwörungstheoretiker bezeichnet werde, fällt mir auf, dass Politiker bei jeder Gelegenheit die Impfung als einzig heilbringende Lösung nennen. Das finde ich als Journalist etwas fragwürdig. Viele Berichterstatter transportieren das Thema Impfung allerdings unkritisch mit, keiner hinterfragt das. Jedes Statement von Bundeskanzler Sebastian Kurz lautet, dass es erst dann eine Rettung geben wird, wenn die Impfung kommt. Ich bin kein Mediziner und kein Virologe, aber so weit reicht mein Allgemeinwissen, dass das Minimum der Entwicklung und Testung einer Impfung in der Vergangenheit immer vier bis fünf Jahre gedauert hat – manche meinen sogar zehn Jahre. Und jetzt soll das in ein paar Monaten funktionieren und keiner findet das ungewöhnlich? Auch dass es gleichzeitig Bestrebungen gibt, dass es für die Impfung einen Haftungsausschluss der Erzeuger geben soll, klingt nicht sehr gut. Wenn selbst die Befürworter und Bill Gates, der neuerdings überall als großer Menschenfreund angepriesen wird, von möglichen 750.000 Toten als Kollateralschaden einer weltweiten Impfung spricht, sind das alles Parameter, bei denen einem schlecht wird.

 

Sind die Einschränkungen, die die Menschen maßregeln, Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?

Ich verstehe diese Maßnahmen nicht und ich verstehe auch nicht, dass man vonseiten der Regierung eigentlich alles ignoriert, was von der Wissenschaft kommt. Das ist aber nicht nur in Österreich so, sondern in den meisten europäischen Ländern, mit Ausnahme von Schweden. Der Mediziner Sucharit Bhakdi verwies in meinem ersten Interview auf Professor John Ioannidis von der Stanford University. Der Gesundheitswissenschafter Ioannidis ist einer der meistzitierten und anerkanntesten Virologen weltweit. Er wurde in den ersten Wochen und Monaten der Corona-Krise von der gesamten Journalistenschar und auch von den Politikern ignoriert oder als „Depp“ hingestellt. Obwohl er nach der Auswertung von mehr als 40 weltweiten Studien festgestellt hat, dass die Sterblichkeit durch das Coronavirus viel geringer ist als bisher angenommen und die WHO sich um mindestens das Zehnfache überschätzt hatte. Die Sterblichkeit liegt laut Ioannidis bei maximal 0,23 Prozent im Schnitt der Gesamtbevölkerung. Bei den unter Siebzigjährigen liegt sie gar bei 0,05 Prozent.

Das hat sogar die WHO veröffentlicht, aber das wird totgeschwiegen und die Regierung reagiert nicht darauf. Man muss immer alles in Relation stellen und Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen vergleichen. Ein positiv Getesteter ist nicht infiziert und infiziert bedeutet nicht krank, und krank heißt nicht unbedingt Intensivstation und schon gar nicht sterben. Das haben wir in den ServusTV-Nachrichten wochenlang in Relation gesetzt. Es hieß ja ursprünglich, der Lockdown im Frühjahr war nur notwendig, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Plötzlich fängt das Spiel mit den Betten an, auf einmal gibt es über Nacht plötzlich zweieinhalbtausend Betten weniger. Und wenn man dann als Journalist nachfragt, gibt es entweder eine Nachrichtensperre oder es heißt, wir schreiben nur, was die Bundesländer melden. 

 

Wie ist Ihrer Meinung nach die Informationsdurchdringung?

Mit einer genauen Einschätzung tue ich mir schwer. Wenn ich mir Österreichs größte Tageszeitung regelmäßig anschaue, würden die Umfragen, die dort veröffentlicht werden, immer noch auf eine satte Mehrheit der Befürworter der Regierungsmaßnahmen hindeuten. Aber ich habe in den letzten Wochen und Monaten den Eindruck gewonnen, dass das Verhältnis anders ist und die Zahl der kritischen Bürger steigt. Wenn mehr als 90 Prozent der Medien kritiklos die Regierungslinie nachbeten, dann ist das Angstmachen ja ziemlich einfach. Dazu kommt noch diese falsche Teststrategie, wo man jeden Tag zeigt, wie die Zahlen explodieren. Erst vor Kurzem habe ich ein Mail mit der Titelseite der Kronen Zeitung von 1998 bekommen. Die Schlagzeile damals lautete: „Schon 2.500 Grippetote heuer“. Ich kann mich aber 1998 nicht an einen Lockdown oder ähnliches erinnern. Das ist auch der Vorwurf, den viele dieser Impf-Lobby machen, mit der die WHO und andere Trittbrettfahrerorganisationen seit Jahren versucht haben, Panik zu erzeugen und die Menschen zu einer Grippeimpfung zu bringen – bei der klassischen Influenza, aber auch bei Vogelgrippe und Schweinegrippe. Vor zwölf oder 13 Jahren hat man schon einmal versucht, den Leuten eine Pandemie einzureden und Regierungen haben weltweit Medikamente und Masken gekauft. Im Endeffekt war alles für die Würste.

Schon damals hat sich der Salzburger Onkologe und Internist Richard Greil als Panikmacher versucht und wollte eine Maskenpflicht. Und um ein Beispiel zu nennen, weil Professor Greil immer auf die Wissenschaft und die Seriosität der Experten pocht, am 1. Februar dieses Jahres hat er in einem Interview mit den Bezirksblättern in Salzburg gesagt, dass Corona kein europäisches Thema ist und er die Gefährlichkeit nicht sieht. Ein paar Wochen später war er dann Leiter des Salzburger Corona-Krisenstabes und verbreitet als „Chef-Virologe“ permanent Panik. Auf sein Anraten wurde im Frühjahr das Messezentrum zu einem Notlager mit 700 Betten umfunktioniert. Das hat Hunderttausende Euro gekostet, obwohl kein einziges Bett gebraucht wurde. Die normale Grippe ist gerade weg oder auf Urlaub. Es kann auch sein und das vermuten auch einige Experten, dass sich das Virus im Bereich der normalen Grippe bewegt und jetzt als Corona getestet wird.

 

 

 

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© Thom Trauner

Aber eine zweite Welle wurde ja erwartet ...

Genauso wie ich in einem meiner letzten Kommentare – sagte auch der Bundeskanzler in einer Pressekonferenz: „Die zweite Welle ist da und wir haben sie erwartet.“ Also wenn die Regierung die zweite Welle erwartet hat, dann verstehe ich nicht, dass jetzt wieder die große Panik herrscht und über zu wenig Personal in den Spitälern gejammert wird. Wenn der Schmäh mit den Betten nicht mehr funktioniert, dann haben zu wenig Personal. Ich habe Anfang November von mehreren Primarärzten und Krankenhausleitern Mails bekommen, die sagen, es stimmt nicht, wir sind nicht überlastet.

 

Wie orten Sie im Zusammenhang mit Corona die Rolle des Journalismus? Gibt es kritischen Journalismus?

Ja, diesen gibt es, aber ich habe den Eindruck, dass er im Moment nicht sehr weit verbreitet ist. Vieles wird nicht nur kritiklos übernommen, manche Journalisten und Medien lehnen sich sogar noch weiter hinaus und versuchen, die Kritiker mundtot oder schlecht zu machen – das reicht von Professor Bhakdi bishin zu Ioannidis, die weltweit als Kapazunder gelten. Viele, die nicht der Regierungslinie und der Blattlinie entsprechen, werden als „Deppen“ hingestellt, totgeschwiegen und auf YouTube gelöscht. Das sind schlimme Anzeichen. Und kritisch zu hinterfragen bedeutet gleich Corona-Leugner, „Cov-Idiot“, Verantwortungslosigkeit, das ist meiner Meinung nach schon schlimm.

 

In welche Zukunft steuern wir?

Prognosen kann man derzeit kaum abgeben. Aber Anfang November wurde mir ein Brief zugespielt, den ein Augsburger Labor an die umliegenden Ärzte geschickt hat, mit dem Inhalt, dass sie mit der Allgemeintesterei aufhören sollen. In zwei bis vier Wochen wird man sagen, schaut her, der Lockdown hat gewirkt. Und das ist schon eine Täuschung, das finde ich sehr bedenklich.

 

Sie gelten in Österreich als Pionier des Privatfernsehens und sind seit 2016 Intendant von ServusTV. Wie hat sich der Sender entwickelt? 

Die Entwicklung bei ServusTV war gerade in den letzten vier Jahren extrem positiv. Wie ich den Sender im Frühjahr 2016 als Intendant übernommen habe, lagen wir bei 1,5 Prozent Marktanteil. Ich habe nicht gedacht, dass wir dieses Ergebnis innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppeln können, aber es ist uns gelungen. Persönlich glaube ich sogar, dass wir noch viel besser liegen, denn die Teletestmessung ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Wir testen seit ein paar Jahren parallel dazu mit einem digitalen Messsystem und entdecken immer wieder Unregelmäßigkeiten.

 

Woran liegt der große Erfolg von ServusTV?

Zum einen haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und Fehler der ersten Jahre ausgemerzt. Bis 2015 gab es auf ServusTV keine wirklichen Nachrichten und kein richtiges Sendeschema – das war das Erste, was wir auf die Beine gestellt haben. Wir haben uns auf unsere Stärken besonnen und machen gute Dokumentationen und auch Krimis. Die Unterhaltung und der Humor haben anfangs gefehlt. Außerdem zeigen wir tolle Sportevents und bieten ein wirklich gutes Vollprogramm. Durch unseren Eigentümer haben wir die Möglichkeit, einen extrem hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen.

 

ServusTV hat sich die Übertragungsrechte für das ATP-Tennisturnier in der Wiener Stadthalle für die nächsten fünf Jahre gesichert, der ORF hat heuer als Zweitverwerter fungiert und sendete Bilder von ServusTV. Außerdem arbeiten Sie auch in Sachen Formel 1 mit dem ORF zusammen. Hätten Sie sich das je träumen lassen?

Ja, das konnte ich mir vorstellen, weil ich mir immer gedacht habe, wenn die ganze Welt ein duales Fernsehsystem schafft – Öffentlich- Rechtliche und Private – warum sollten wir das nicht schaffen? Obwohl in Deutschland hat es auch 20 bis 25 Jahre gedauert, bis es ein halbwegs kollegiales Umgehen miteinander war. Wie es aussieht, gibt es da und dort Anzeichen im Sport, dass es miteinander doch gescheiter ist. Bei der Formel 1 ist es so, dass wir uns die Rennen teilen.

 

 

 

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© Thom Trauner

Nach dem Rechteerwerb an der UEFA Champions League, der UEFA Europa League sowie UEFA Conference League gibt es die neue Partnerschaft mit Formula 1® . Wie schwierig ist es, die Rechte für solche Veranstaltungen zu bekommen, wie teuer ist es?

Natürlich kostet die Champions League ihren Preis, aber andererseits braucht es auch Profis in diesem Bereich. Es ist nicht nur das Geld, es ist ein Gesamtpaket. 

 

Wo geht Ihrer Meinung nach die Zukunft des Fernsehens hin?

Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit, wo es geheißen hat, die Zeitung stirbt. Dann hieß es „Video killed the Radio Star“ – die Radios sind am Sterben. Und in den letzten Jahren heißt es, das lineare Fernsehen ist tot. Aber die Zeitungen leben noch, das Radio lebt noch und ich glaube, dass auch das Fernsehen noch sehr lange leben wird. Natürlich gibt es Verlagerungen und wir sehen, dass die jungen Leute teilweise auf Streaming umsteigen, aber aus dieser Entwicklung kann man nicht ablesen, dass das Fernsehen sterben wird.

 

Ihr Ziel mit ServusTV?

Ein Kollege von mir sagte immer „The sky is the limit“. Seine Ziele nach oben zu schrauben tut man, solange der Beruf Spaß macht. Wir lehnen uns nicht zurück, sondern meinen, da geht schon noch einiges.

 

Nicht nur als Intendant, sondern auch als Schauspieler machen Sie eine gute Figur. Sie haben beim neuen Altaussee Krimi auf ServusTV einen Pfarrer gespielt. Wie sehr gefallen Ihnen solche Auftritte? Wäre Schauspieler Plan B gewesen, wenn es als Fernsehmacher nicht gereicht hätte?

Da muss ich ein bisschen ausholen. Als Bub wollte ich nämlich Schauspieler werden, aber das hat mein Vater sehr geschickt zu verhindern gewusst. Er sagte nämlich nicht „Das geht nicht“, sondern er meinte, „Such dir ein Studium aus, das kürzeste von mir aus, dann kannst du immer noch eine Schauspielschule machen.“ Sein Kalkül ging auf, denn ich habe Jus studiert (lacht).

 

Und wenn Sie nicht im Sender oder als Schauspieler im Einsatz sind, was machen Sie privat gerne?

Privat, wie schreibt man das (lacht)? Beim ersten Lockdown im Frühling, als alle Termine abgesagt wurden, habe ich mir gedacht, jetzt komme ich einmal richtig zum Aufarbeiten. Das war ein großer Irrtum, denn es wurde noch mehr telefoniert und es gab jede Menge Online-Meetings, die sich ins Wochenende hineingefressen haben.