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People | 26.10.2021

„Schreiben bedeutet für mich Freiheit“

Schon als Kind liebte es Carina Lendl, sich Geschichten auszudenken. Mit „Welche Farbe hat mein Tag?“ veröffentlichte die Traunerin im letzten Jahr ihr erstes Buch und erfüllte sich damit einen großen Kindheitstraum.

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Autorin Carina Lendl © Fotostudio Margit Berger

Dass sie eines Tages ein Buch verfassen wird, war für Carina Lendl so etwas wie die logische Konsequenz. Denn seit sie denken kann, liebt es die zweifache Mutter, Geschichten zu Papier zu bringen. Als sich dann vor ein paar Jahren die einzigartige Gelegenheit bot, packte die sympathische Traunerin sie prompt beim Schopf. Heraus kam der  416 Seiten starke Kinderkrimi „Welche Farbe hat mein Tag?“,  mit dem die Neo-Autorin seit letztem Herbst die oberösterreichische Buchszene aufmischt. Im Interview verrät uns die 58-Jährige, wie sie zum Schreiben kam und was sie zum Plot inspirierte.

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Lendl, was hat Sie dazu bewogen, einen Kinderkrimi zu verfassen?

Carina Lendl: Ich denke, ein Teil von mir ist einfach Kind geblieben. Meine eigene Kindheit ist mir jedenfalls lebhaft in Erinnerung, aufgefrischt wurde das Ganze durch die Erfahrungen und Beobachtungen, die ich während des Heranwachsens meiner beiden Söhne machen durfte. Dabei habe ich gemerkt, dass sich das Leben nicht viel ändert. Junge Menschen haben es auch heute oft nicht einfach und als mein Buchvorhaben dann tatsächlich Gestalt annahm, war mir klar, dass ich etwas Humorvolles und Spannendes für Kinder schreiben möchte. 

Was hat Sie zu dem Plot inspiriert?

Das Samenkörnchen der Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Vor einiger Zeit durfte ich beobachten, wie ein lieber Nachbar auf unseren alten Kirschbaum kletterte und einen Wellensittich einfing. Es faszinierte mich, dass ein kleiner Vogel mit zwei gesunden Flügeln einen Menschen so nah an sich heranlässt. An diesem Ereignis habe ich angesetzt und meinen Kinderkrimi quasi rundherum gesponnen.   

Wie kamen Sie zum Schreiben? Was fasziniert Sie daran?

Seit ich denken kann, hab ich mir Notizen gemacht und kleine Geschichten für mich selbst geschrieben. Es ist meine Art, Kreativität auszuleben und verleiht mir unendliche Freiheit, denn auf einem leeren Blatt Papier ist alles möglich.

Heute bekommen Bücher starke Konkurrenz von Netflix, Videospielen und Co. Wie sehen Sie die Zukunft des Lesens?

Ich denke, es bedarf einiger Anstrengungen, um Bücher am Leben zu erhalten. Dabei ist es schade, da es bei vorgefertigten Bildern kaum Raum für Fantasie gibt. Bücher haben wiederum die Tiefe, die Filmbildern fehlt und diese Vielschichtigkeit sollte gerade jungen Menschen unbedingt nahegebracht werden. Auf der anderen Seite braucht es vielleicht auch im Buchsektor ein Umdenken. Heutzutage scheint die Buchlandschaft ja oftmals stark von Trends geprägt zu sein. Ich hatte großes Glück, dass mich der Bucher Verlag unter seine Fittiche genommen hat.   

Sind noch weitere Bücher geplant?

Auf jeden Fall. Das nächste Wunschprojekt wäre ein humorvoller Roman für Erwachsene. Auch ein zweiter Teil zu „Welche Farbe hat mein Tag?“ würde mir großen Spaß machen.

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Welche Farbe hat mein Tag?

Eigentlich ist es ganz in Ordnung, in Kleinrübling zu leben. Na ja, was schon ein wenig stört, ist das Nachbar-Ungeheuer, das Gretwin, – und auch die superintelligente Tante Viola. Aber sonst? Hier gibt es viele nette Menschen und jede Menge Natur. Und das Allerbeste: Es sind Sommerferien! Dann gelingt es Papa Max auch noch, einen entflohenen Wellensittich einzufangen. Der kleine Vogel bekommt den Namen Ufo und wird zum Liebling der Familie Wurm. Paula ist felsenfest überzeugt: Schönere Ferien hat’s noch nie gegeben! Doch plötzlich wird alles anders. Ufo überlebt nur knapp einen Mordanschlag und Paula wird verdächtigt, einen Brand gelegt zu haben ...

 

Ab 11 Jahren; Verlag Bucher,

ISBN 978-3-99018-545-2, € 21,90