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People | 25.05.2016

Rock’n’Paul pur

Einen jungen Kabarettisten braucht das Land – vor allem einen so authentischen, sympathischen und frechen wie Paul Pizzera. Echt steirisch eben! Die OBERÖSTERREICHERIN hat ihn zum Interview getroffen.

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© Moritz Schell

Mit dem 27-jährigen Paul Pizzera hat die Steiermark neben Volks--Rock’n’Roller Andreas Gabalier einen weiteren „Rock’n’Roller“ zu bieten, der es versteht, die Leute zu begeistern. Im Mai ist der Kabarettist mit seinem aktuellen Programm „Sex, Drugs & Klei’n’Kunst“ in Oberösterreich zu sehen. Wir haben das musikalische Kabarettprogramm bereits gesehen und sind uns einig: Was Paul Pizzera auszeichnet, ist die Riesenportion freche, bissige Selbst-ironie, die im Publikum nicht nur für Lacher sorgt, sondern auch viel Sympathie bringt. Aus Liebe zum Rock‘n‘Roll!

 

OBERÖSTERREICHERIN: Wann war für dich klar, dass du lustiger bist als andere?  

Paul Pizzera: Dass ich lustiger bin als andere, ist mir nie klar gewesen, aber es war immer so, dass ich gerne im Mittelpunkt gestanden bin. Ich war schon immer total kommunikativ und hatte ein großes Mitteilungsbedürfnis. Kabarett mache ich, seit ich 19 bin. Da wurde ich richtig süchtig danach. Mittlerweile ist es halt mein Beruf, bei dem es auch mal schlechte Tage gibt, aber die gibt es in jedem Beruf. Ich bin schon sehr froh, dass ich das machen kann, was ich mache.

 

Hast du auch was G’scheites gelernt oder gab’s immer nur die Bühne? ;-)

Nein, ich habe nichts G’scheites gelernt (lacht), ich habe Germanistik und Philosophie studiert, aber ein Bachelor ist ja völlig „für die Fisch“. Ich wusste nie, was ich damit machen soll. 

 

Auf der Bühne hast du immer deine Gitarre dabei, du machst Musik-Kabarett … 

Ja, ich spiele und singe und verpacke das humoristisch in einer großen Gesamtgeschichte. Zum größten Teil bestehen meine Stücke aus musikalischen Einlagen.

 

Worum geht es in „Sex, Drugs & Klei’n’Kunst“? 

Es geht um mich und mein Leben, darum, dass ich nicht erwachsen werden will, um ganz normale Probleme, die ein Twen hat. Einem 50-Jährigen kann ich nichts über das Leben erzählen, aber einem 25-Jährigen geht es wahrscheinlich in vielen Belangen sehr ähnlich. Alle meine Geschichten sind aus dem Leben gegriffen. 

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© Ludwig Rusch

Jeder Künstler hat seine eigene Handschrift. Was ist deine? 

Ich bin sehr authentisch, bin auf der Bühne nicht viel anders als privat. Ich verstelle mich nicht, das merken die Leute. Stoff geben, Attacke, Gas geben – das bin total ich. Das ist mein Zugang, mit dem sich viele junge Leute identifizieren können, denen Kabarett sonst zu „altfaderisch“ ist. 

 

Bringt es in der Kabarettszene etwas, wenn man wie du gut aussieht? 

Im Gegenteil, ich würde sagen, gerade in der Kabarettszene ist das nicht von Vorteil. Im Endeffekt ist es aber egal, wie du aussiehst, denn spätestens nach zehn Minuten wirst du nicht mehr auf dein Äußeres reduziert, sondern auf deine Inhalte – Gott sei dank! 

 

Du hast sehr viele Auftritte. Was machst du als Ausgleich? 

Ich mache viel Sport, gehe laufen, rudern, spiele Fußball und gehe mit Freunden fort. (Lacht) Und ab und zu, wenn es sich ausgeht, gehe ich zur Mama essen. (Lacht

 

Du sprichst in deinen Programmen richtig „oag“ Steirisch. Wird das oberösterreichische Publikum ein Problem haben, dich zu verstehen? 

Hundertprozentig werden sie mich gut verstehen. Genauso wie die Steirer die Oberösterreicher verstehen, versteht auch ihr uns Steirer. 

 

Wie wichtig ist es dir, auf der Bühne im Dialekt zu sprechen?

Ganz wichtig, weil es einfach zur Authentizität dazugehört. Der Dialekt ist ein Teil von mir; so rede ich privat, so rede ich auf der Bühne. „Hässlich“ ist vielleicht ein schönes Wort, aber „schiach“ ist treffender. 

 

Deine Auftritte zu „Sex, Drugs & Klei’n’Kunst“ sind so gut wie alle ausverkauft. Keine Gefahr, dass du abhebst? 

Das kann nicht passieren. Dafür habe ich zu viele Selbstzweifel und Angst davor, zu fallen. 

 

Eine Frage, die sicher viele deiner weiblichen Fans interessiert: Bist du vergeben? 

Klar, ich bin mit der Arbeit verheiratet. (Lacht

 

Was werden wir in Zukunft von dir hören? 

Im Herbst 2017 wird es ein Duo mit Otto Jaus geben. Bis dahin spiele ich noch „Sex, Drugs & Klei’n’kunst“.