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People | 20.06.2017

"Prototypen des Unbösen"

Am 9. Juni gab's die OÖ-Premiere im Posthof in Linz: Stermann & Grissemann präsentierten dem oberösterreichischen Publikum ihr neues Programm „Gags, Gags, Gags!“. Am 1. Juli folgt ein Auftritt im Schl8hof Wels, und im Herbst ist eine umfangreiche OÖ-Tour geplant. Ein Kurzinterview mit den beiden Brachialkomikern

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Dirk Stermann und Christoph Grissemann mit ihrem neuen Programm "Gags, Gags, Gags!" (© Udo Leitner)

Beschimpfungen, bizarre Parodie, Polemik, Nonsense in nicht geahnter Ausdehnung – dafür ist das Duo Stermann & Grissemann bekannt. Mit „Gags, Gags, Gags!“ bringen die beiden ihre wöchtenliche Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ (von dem beliebten Format gibt es bereits mehr als 350 Sendungen!) auf die Bühne und machen somit, was sie immer machen und richtig gut können. Im Fernsehen sind Stermann & Grissemann Männer der Worte, in unserem Interview hingegen liegt die Würze in der Kürze...

 

Herr Stermann, Herr Grissemann, Sie sind seit mehr als einem Vierteljahrhundert künstlerisch ein Paar. Ist die Scheidung absehbar?

Grissemann: Ja. Die Scheidung ist absehbar. In etwa fünf Jahren wird man von mir in der Vergangenheit sprechen, weil man nicht wissen wird, ob ich tot bin oder nur ausgewandert.

Stermann: Eine Scheidung ist finanziell unmöglich.

 

Welchen Gast in den zehn Jahren „Willkommen Österreich“ werden Sie  – in positiver Hinsicht – nie vergessen?

Stermann: Das sind Roger Willemsen und Eric Pleskow.

Grissemann: Robert Hartlauer.

 

Sie gehen mit vielen Menschen sehr hart ins Gericht. Hass-Mails, die beim ORF en masse eingehen, sind die Folge. Wundert Sie das? Sind Sie wirklich so unangreifbar, wie Sie wirken?

Stermann: Auch wenn mich Hass-Mail-Poster jetzt noch mehr hassen werden: Ich lese solche Postings nicht.

Grissemann: Hasspostings sind wichtig. Dieser Hass ist mein Material!

 

Sie sind in Werbespots für den Strom­anbieter Verbund zu sehen– ist der Job lukrativ? Was würden Sie für Geld nicht tun?

Grissemann: Ich mache alles für Geld. Für was denn sonst?

Stermann: Ich würde für Geld nicht Pressesprecher von Recep Erdogan werden.

 

Der Titel des neuen Stücks „Gags, Gags, Gags!“ verrät nicht besonders viel – Gags werden vom Publikum von Ihnen ohnehin erwartet. Worum geht’s? 

Stermann: Um unsere fiktive letzte Fernsehsendung, die ja irgendwann nicht mehr fiktiv sein wird.

Grissemann: Es ist eine Allegorie auf die schleichende Entmenschlichung unserer Gesellschaft. Man muss aber SEHR GENAU aufpassen.

 

Warum die Prügel-Pressefotos für das neue Programm?

Stermann: Um zu zeigen, wie wir in fast 30 Jahren von Funk und Fernsehen kaputt gemacht geworden waren sind.

Grissemann: Das hat keine bestimmte Bedeutung. Das ist nur „Prügel-chic“.

 

Herr Stermann, Sie haben in einem Interview einmal gesagt, dass Sie eine „lange Liebesbeziehung mit dem oberösterreichischen Publikum“ haben? Was ist so toll an ihm? Werden Sie etwas von dieser Liebe bei den beiden Auftritten im Posthof zurückgeben?

Ich stand schon so oft in Oberösterreich auf einer Bühne, dass es mir so scheint, als wäre ich nie wirklich weg. Zu Oberösterreich stehe ich, wie die Hymne es sagt, wie ein Hunderl zum Herrn.

 

Herr Grissemann, wer ist der bösere von Ihnen beiden?

Wir sind beide Prototypen des Unbösen.