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People | 18.06.2018

One Team, One Dream

Seit dem Jahr 2013 sitzen die Kanu-Asse Viktoria Schwarz (32) und Ana-Roxana Lehaci (27) in einem Boot. Ihr nächstes großes Ziel: die Weltmeisterschaft in Portugal Ende August 2018.

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Ana-Roxana Lehaci und Viktoria Schwarz sind nicht nur im Boot ein eingespieltes Team, die zwei Linzerinnen verstehen sich auch privat blendend. (© Energie AG)

Nach einer verletzungsbedingten Pause von Viktoria Schwarz, die beim Schlafwandeln 2016 sieben Meter vom Balkon stürzte und sich dabei die linke Schulter verletzte, sitzen die zwei erfolgreichen Flachwasser-Kanutinnen aus Linz seit April des Vorjahres wieder in einem Boot. Wir haben die feschen Weltklasseathletinnen und Mitglieder der Energie AG Sportfamilie zum Interview gebeten.

 

Ihr wart im Mai drei Wochen lang in Zagreb. Wie ist das Trainingscamp gelaufen?

Viktoria: Das Training lief super und die Bedingungen waren optimal. Wir haben uns in Zagreb den letzten Schliff für die anstehenden Wettkämpfe geholt.

 

Nach Viktorias verletzungsbedingter Pause habt ihr im April des Vorjahres entschieden, wieder gemeinsam ins Boot zu steigen und wart dann auch recht erfolgreich (sechster Platz bei der WM). Habt ihr nach der Pause sofort wieder zusammengefunden?

Viktoria: Wir sind ein eingespieltes Duo und kennen uns in- und auswendig, deswegen war die Pause nicht so schlimm. Im Gegenteil, jede konnte an sich arbeiten, um noch besser zu werden.

Ana: Wir brauchten nur wieder einige Einheiten im Zweier. Wir wissen, wie die andere tickt, und das erleichtert vieles.

 

Wie geht es künftig weiter. Werdet ihr die nächsten Jahre im Kajak-Zweier unterwegs sein?

Ana: Unser Hauptaugenmerk wird bis zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 der Zweier sein. Da wir in Rio nicht gemeinsam gefahren sind, haben wir mit den Olympischen Spielen noch eine Rechnung offen. 

Viktoria: One team, one dream! Wir können ja gar nicht ohne einander. (lacht)

 

Welche wichtigen Termine bzw. Wettkämpfe stehen heuer an?

Ana: Anfang Juni stehen die Europameisterschaften am Programm, und Ende August geht es zur Weltmeisterschaft nach Portugal. Darauf ist natürlich momentan alles ausgerichtet.

 

Euer Ziel bei der WM in Portugal?

Viktoria: Wir wollen in jedem Fall ins Finale paddeln. Natürlich ist es beinhart, sich jeden Tag bis an die Grenzen zu quälen, da gehört viel Ehrgeiz dazu. Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, nimmt man das gerne in Kauf.

 

Mit welchem Trainer- bzw. Betreuungsteam arbeitet ihr im Moment zusammen?

Ana: Im Februar haben wir unser Trainerteam erweitert, seither arbeiten wir mit dem slowenischen Trainer Stjepan Janic zusammen. Wenn wir nicht gemeinsam auf Trainingslager sind und zu Hause trainieren, kümmert sich Vasile Lehaci, mein Vater und Verbandstrainer, um uns. Für Massagen, Physio und so weiter stehen uns das Olympiazen­trum auf der Linzer Gugl sowie das Sportland OÖ zur Verfügung.

 

Wie darf man sich euren Tagesablauf als Team vorstellen?

Viktoria: Das Zitat „Train. Eat. Sleep. Repeat“ passt am besten zu uns. Am Vormittag haben wir immer eine Trainingseinheit im Boot. Nach einer kurzen Pause machen wir circa eine Stunde Krafttraining. Nach der Mittagspause geht es am Nachmittag wieder eineinhalb Stunden aufs Wasser, danach folgen Auslaufen und Stretching. Nach dem Abendessen fallen wir todmüde ins Bett. So sehen fast alle unsere Tage aus.

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Ende August möchten die zwei Kanu-Asse bei der WM in Portugal ins Finale paddeln. (© Energie AG)

Seid ihr auch privat befreundet?

Viktoria: Wir sind beste Freundinnen und verstehen uns blind. Daher fällt es uns auch leicht, viel Zeit miteinander zu verbringen.

Ana: Wir können Sport und Freizeit recht gut trennen. Wenn wir uns privat treffen, dann geht es nicht um das Training, sondern um ganz alltägliche Dinge.

 

Was schätzt du an Ana, Viktoria?

Mit ihr wird's nie fad. (lacht) Und: dass ich mich hundertprozentig auf sie verlassen kann.

 

Und was schätzt du an Viktoria, Ana?

Dass sie mich so sein lässt, wie ich bin. Außerdem weiß ich, dass sie immer zu mir steht und mich in jeglicher Entscheidung, die ich treffe, unterstützt. 

 

Wie geht ihr mit dem Druck vor Wettkämpfen um?

Viktoria: Die Arbeit wird im Training gemacht. Im Wettkampf musst du das abrufen, was du kannst und täglich trainiert hast. Mit unserer Routine und dem Wissen, dass wir gut vorbereitet sind, können Druck und Nervosität in Adrenalin umgewandelt werden. Wir sind in jedem Fall Wettkampftypen.

Ana: Wir sind beide nicht mehr die Jüngsten und bringen sehr viel Erfahrung mit. Der Druck bei Wettkämpfen ist positiv, wenn man weiß, wie man ihn nutzen kann.

 

Wie wichtig ist die Unterstützung von Partnern wie der Energie AG Sportfamilie?

Viktoria: Die Energie AG Sportfamilie ist ein großer Rückhalt für uns. Auch nach meinem Unfall hatte ich die volle Unterstützung auf meinem Weg zurück. Ich bin dankbar, Partner zu haben, die auch bei Rückschlägen zu mir stehen und gemeinsam mit uns den Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 gehen.

Ana: Die Energie AG ist für uns mehr als ein Sponsor. Wir sind wirklich eine Sportfamilie, kennen uns alle untereinander sehr gut, reden über unsere guten Wettkämpfe wie auch über die schlechten Momente. Das gibt uns Halt, und wir wissen, dass wir auf die Leute hinter der Energie AG Sportfamilie immer zählen können. Das ist ein schönes Gefühl.


ERFOLGE

 

Viktoria Schwarz:

Gold bei der WM 2011, Silber bei der WM 2005, Bronze bei der WM 2010, dreifache Olympiateilnehmerin (5. Platz in London), 24-fache Weltcupmedaillengewinnerin 2004–2017, 20-fache Staatsmeisterin

 

Ana Roxana Lehaci:

EM-Bronze-Medaille 2012, zehnfache Medaillengewinnerin bei Junioren- und U23 Europa- und Weltmeisterschaften, mehrfache Weltcup-Medaillengewinnerin, EM/WM-Finalistin, mehrfache Staatsmeisterin