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People | 23.04.2019

Mit Vollgas für OÖ arbeiten

100 Tage als Wirtschafts-Landesrat sind für Markus Achleitner ein Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und auch einen Ausblick auf die nächsten 100 Tage und darüber hinaus zu geben.

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Die Umsetzung des Programms „Fit for Future. Oberösterreich 2030“ ist bereits voll im Laufen. (© Land OÖ)

Am 16. März 2019 waren es genau 100 Tage, dass Markus Achleitner als neuer Wirtschafts-Landesrat im Oö. Landtag angelobt wurde. Aus diesem Anlass traf die Oberösterreicherin ihn zum Interview.

 

Herr Landesrat, wie ist Ihre persönliche Bilanz nach den ersten 100 Tagen?

Markus Achleitner: Ehrlich gesagt fühlt es sich an, als ob ich es schon jahrelang machen würde. Natürlich ist es durch die Bandbreite des Ressorts ex-trem fordernd, aber es macht auch großen Spaß. Zugute kommt mir, dass zwischen meiner Designierung und meiner Angelobung fast ein halbes Jahr gelegen hat. Diese Zeit habe ich genutzt, um viele Gespräche zu führen. Damit konnte ich am 6. Dezember 2018 bestens eingearbeitet starten.

 

Was waren aus Ihrer Sicht die größten Meilensteine in den vergangenen Monaten?

Ich komme aus der Wirtschaft, deshalb ist es für mich unverzichtbar, einen genauen Plan, eine fundierte Strategie zu haben. Wo liegen die Herausforderungen? Was sind unsere Ziele? Wie wollen wir diese Ziele erreichen? Welche Maßnahmen müssen wir setzen? Mit meinem Programm „Fit for Future. Oberösterreich 2030“ habe ich bereits kurz nach meiner Angelobung diesen Plan präsentiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, was braucht Oberösterreich, um auch 2030 ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort zu sein?

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Hinblick auf das Jahr 2030?

Es gibt vier Dinge, die alles auf den Kopf stellen werden – auch bei uns in Oberösterreich. Nicht umsonst spricht man im Englischen von „game changern“. Die Karten werden gerade komplett neu gemischt. Ganz an erster Stelle steht die Digitalisierung – sie verändert alle Bereiche, ob im Privat- oder Berufs- und Geschäftsleben. Sie ist auch keine Mode, die wieder vergeht, sie wird bleiben. Immer stärker spürbar wird auch der demografische Wandel – die Baby­boomer kommen ins Pensionsalter, schwächere Geburtenjahrgänge rücken nach. Der Fachkräftemangel ist nur eine von vielen demografischen Auswirkungen. Das Thema der Erneuerbaren Energien wird uns in den nächsten Jahren ebenfalls massiv beschäftigen. Den wenigsten von uns ist klar, dass wir uns im Klimaabkommen von Paris zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis zum Jahr 2050 verpflichtet haben. Und massive Veränderungen wir es auch bei der Mobilität geben.

 

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Angelobung im OÖ. Landtag am 6. Dezember 2018 (© Land OÖ)

Viele Herausforderungen – da kommt man schnell an den Punkt: Wo beginnen?

„Nicht reden, sondern tun“, das ist einer meiner Leitsätze. Wir haben etwa das „Powerprogramm Fachkräfte“ geschürt und beschreiten teilweise völlig neue Wege, um den Fachkräftebedarf zu decken. Mit der Initiative „Go mobile“ wollen wir etwa arbeitssuchende Menschen aus Wien nach Oberöster­reich holen. Oberösterreich wird erst­mals als attraktiver Arbeits- und Lebensort über die Grenzen hinweg beworben. Wir drehen an vielen kleinen Stellschrauben.

 

Was passiert im Bereich der Digitalisierung?

Ich war erst kürzlich in einem oberösterreichischen Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die „digital skills“ jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters jährlich einen halben Tag zu schulen. Da müssen wir hin, wir müssen die Menschen in Oberösterreich „digital fit“ machen. Wir setzen Maßnahmen mit dem „Qualifizierungsverbund Digitale Kompetenz“ oder auch mit einer fünfmonatigen Ausbildung zur Programmiererin, zum Programmierer. Wir wollen Hagenberg noch stärker machen und als Zentrum für IT-Security auch international sichtbar machen. Mit Gerhard Eschelbeck, dem ehemaligen IT-Sicherheitschef von Google, haben wir hier einen starken Partner an unserer Seite.

 

Der ganze Bereich der Digitalisierung und auch Technik ist nach wie vor sehr stark männerdominiert. Gibt es hier Signale an Frauen?

Wir wollen und müssen mehr Frauen in die Technik holen. Leider beschränkt sich die Mehrheit der Mädchen noch immer auf drei Lehrberufe. Diese Denkweise müssen wir endlich aufbrechen, auch wenn es ein sehr mühsamer Weg ist. Alleine schon im Hinblick auf die Verdienst- und Karrieremöglichkeiten haben Frauen in Technikberufen Riesenchancen.

 

Welche Rolle spielen die Frauen, wenn es um den Fachkräftebedarf geht?

Eine riesige, ganz entscheidende! Gelingt es uns, die Erwerbsquote der Frauen um nur ein Prozent zu steigern, sind das 5.000 zusätzliche Mitarbeiterinnen. Hier ist es natürlich auch Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für die Frauen so zu gestalten, dass eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist bzw. wird.

 

Ein bisschen mehr als 100 Tage liegen hinter Ihnen. Was sind die Vorhaben für die nächsten 100 Tage?

Ich kann Ihnen versprechen, dass es mit Vollgas weitergehen wird. Mit einem Grabungsmonitor wollen wir den Ausbau der Glasfaser-Versorgung beschleunigen. Unsere neue Forschungsstrategie #UpperVision2030 befindet sich in Ausarbeitung. Im Tourismus, im Sport, in der Wissenschaft – es wird in allen Bereichen weitere Impulse geben.

 

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Stärkung aus Oberösterreich für Skirennläufer Vincent Kriechmayr. (© Mahringer)