Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 05.04.2021

Mit Hundefutter auf Erfolgskurs

Mit ihrem Start-up „Dinner for Wau“ bereichert Dagmar Hütthaler (37) seit einem Jahr den Markt. Wir haben die Zweifachmama und Marketingfachfrau in Schwanenstadt besucht und erfahren, dass ausschließlich Tierwohl-Fleisch in die Fertigmenüs für Hunde kommt.

Bild 2104_Cover_Hütthaler__SK_57.jpg (1)
Die Allergien ihrer schwarzen Labradorhündin Noira waren für Dagmar Hütthaler ausschlaggebend, das Hundefutter „Dinner for Wau“ zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. ( © Sarah Katharina Photography)

Wir treffen Dagmar Hütthaler in ihrem  Zuhause in Schwanenstadt zum Covershooting. Immer an ihrer Seite ihre zwei Labradorhündinnen. Attraktiv, energiegeladen und freundlich, so lässt sich die 37-jährige Tierliebhaberin wohl am besten beschreiben. Vor vier Jahren hat ihr Mann Florian den 400 Mitarbeiter zählenden Lebensmittelbetrieb Hütthaler KG von seinem Vater übernommen und forciert seither sein nachhaltiges Tierwohl-Programm. Dagmar schlägt in dieselbe Kerbe und bringt seit einem Jahr unter dem Namen „Dinner for Wau“ Hundefutter mit Verantwortung auf den Markt. „Tierliebe darf nicht beim eigenen Haustier aufhören, sondern muss noch einen Schritt weitergehen“, lautet das Credo der Zweifachmama, Marketingfachfrau, Unternehmerin und Tierliebhaberin. 

 

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Hütthaler, ein Schulkind, ein Kindergartenkind. Wie geht es Ihnen als berufstätige Mama mit dem vielen Homeschooling in diesem Jahr?

Dagmar Hütthaler: Beim ersten Lockdown habe ich mir noch gedacht: „Das ist eine neue Situation, doch wir werden das schon meistern.“ Meiner Meinung nach haben wir als Familie davon profitiert, wenn es auch nicht immer einfach war. Während das Schulkind lernt, muss das Kindergartenkind selbstständig spielen und die eigene Arbeit sollte man dabei im Homeoffice auch noch unterkriegen. Dennoch hat diese Kombi gut funktioniert, wir sind viel rausgegangen und haben die Natur beobachtet. Das war sehr positiv, denn so viel gemeinsame Zeit geballt zu verbringen, schaffen wir im „normalen“ Alltag leider nicht immer. Wie für alle anderen auch ist es aber gefühlt mit jedem Lockdown schwieriger geworden. Das tägliche Geschäft im Betrieb klappt trotz allem besser, wenn man im Büro bei seinen Mitarbeitern sein kann. Auch die Kids haben sich schon wieder sehr auf die Freunde im Kindergarten und der Schule gefreut! Ich bewundere jede Alleinerzieherin, die diese herausfordernde Zeit ohne jegliche Unterstützung durchziehen muss.   

Sie haben die Pädagogische Hochschule absolviert und auch einige Jahre als Volksschullehrerin in Wels gearbeitet. Fällt einem das Unterrichten der Kinder als Profi leichter?

Klar hat man als Pädagogin hier einen anderen Zugang und tut sich leichter. Man ist aber bei den eigenen Kindern sicher genauer und strenger. Da hat sich der Junior oft bei mir beschwert (lacht).

Vermissen Sie es, als Lehrerin zu arbeiten?

Jein! Ich war sehr gerne Lehrerin und habe diesen Beruf gewählt, weil ich gerne mit Kindern arbeite. Trotzdem bin ich in meinem jetzigen Job viel flexibler. Wenn eines meiner Kinder krank ist, kann ich zu Hause bleiben und im Homeoffice arbeiten. Als Lehrerin an einer Schule hat man in so einem Fall ständig ein schlechtes Gewissen den Kollegen gegenüber, die für einen einspringen müssen. 

Seit wann arbeiten Sie im Familienunternehmen?

Nach der Geburt von Luis haben mein Mann und ich geheiratet und noch während der Karenzzeit wurde ich zu  meiner Tochter schwanger. Als Carla  vier Monate alt war, habe ich mit der Ausbildung zur Online-Marketing-Managerin in Linz begonnen und diese zwei Jahre später abgeschlossen. Eine Zeit, die mich zwar gefordert hat, die ich aber niemals missen möchte. Danach bin ich ins Familienunternehmen eingestiegen und habe schrittweise begonnen, eine eigene Marketingabteilung aufzubauen.

 

Bild 2104_Cover_Hütthaler__SK_58.jpg
Dagmar Hütthaler ist in Rüstorf aufgewachsen und hat als Volksschullehrerin in Wels gearbeitet. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder absolvierte sie eine Ausbildung im Marketing und ist in diesem Bereich in der Hütthaler KG tätig. ( © Sarah Katharina Photography )

Seit gut einem Jahr bringen Sie das Hundefutter „Dinner for Wau“ als Geschäftsführerin auf den Markt. Wie ist es dazu gekommen?

Schon seit Jahren sind Hunde unsere treuen Begleiter und nicht mehr aus dem Familienleben wegzudenken. Ich habe schon länger davon geträumt, Hundefutter zu machen. Irgendwie kam aber immer wieder etwas dazwischen und das Thema wurde hintangestellt. Ausschlaggebend war sicher, dass unsere treue Labradorhündin Noira ständig mit Allergien kämpfen musste. Als schließlich auch hypoallergenes Trockenfutter nicht mehr half, beschäftigten wir uns immer mehr mit alternativen Fütterungsmöglichkeiten. So hat sich das Ganze ergeben. 

„Dinner for Wau“ trägt den Zusatz „Hundefutter mit Verantwortung“, wie ist das zu verstehen?

Mein Mann Florian hat die Tierwohl-
Marke „hütthalers Hofkultur“ konzipiert und ins Leben gerufen, die das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellt. Als Familie legen wir großen Wert darauf, regionale Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung einzukaufen und zu verarbeiten. Wir wollen wissen, woher die Produkte stammen, die auf den Tisch kommen.  Genau dasselbe erwarte ich auch von Hundefutter. Das Wohl aller Tiere muss uns ein Anliegen sein. Somit sollten wir nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Hundefutter auf die Herkunft des Fleisches achten.

Wie geht man bei der Entwicklung von Hundefutter vor und was war Ihnen bei der Konzeption wichtig?

Wir haben „Dinner for Wau“ mit Veterinärärzten entwickelt, dieser Aspekt war uns ganz wichtig. Sie haben darauf geachtet, dass die Menüs ausgewogen sind und alle Nährstoffe und Vitamine enthalten sind. Barfen ist meistens mit hohem Aufwand verbunden und man muss Zutaten wie Öl, Gemüse, Vitamine und so weiter extra dazugeben. Bei „Dinner for Wau“ sind diese Inhaltstoffe fixfertig in den Menüs enthalten. Besonders ist, dass die Grundzutat Fleisch aus einzigartigen, österreichischen Tierwohl-
Projekten stammt. Ganz nach dem Konzept „From Nose to Tail“ kann so durch die enge Zusammenarbeit mit unserem Lebensmittelbetrieb beinahe das gesamte Tier verwertet werden. Denn in all unseren Menüs werden zum Beispiel Muskelfleischanteile verarbeitet, die von Menschen normalerweise abgelehnt, von unseren Fellnasen jedoch geliebt werden und bestens geeignet sind.  

Mit  „Dinner for Wau“ bieten Sie BARF-Menüs an, können Sie uns kurz erklären, was BARF bedeutet?

Es gibt unterschiedliche Erläuterungen für den Begriff BARF. Von „Bones And Raw Food“ über „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ – alle Interpretationen haben dasselbe Konzept im Hintergrund und orientieren sich an der natürlichen Ernährung des Wolfes: Rohfütterung von Fleisch, gemischt mit Gemüse, Obst, kleineren Mengen an Kohlenhydraten, Ölen, Eiern und weiteren Ergänzungen. Die tägliche Fütterung soll damit aus den verschiedenen Bestandteilen eines Beutetieres „nachgebaut“ werden. 

Wie und wo erhalten die Hundebesitzer „Dinner for Wau“?

Die BARF-Menüs werden frisch produziert und schockgefroren, damit sie die Vitamine und Nährstoffe nicht verlieren. Sie sind in zwei verschiedenen Größen als Patties oder Stangen erhältlich und müssen vor der Fütterung lediglich aufgetaut werden. Kaufen kann man die Menüs (Rind, Schwein, Pute, Ziege, Schaf) natürlich in unseren Hütthaler Stores, in ausgewählten Tierfachgeschäften und Tierarztpraxen sowie online über gurkerl.at und den Unimarkt Onlineshop!

Um noch einmal auf die Anfänge zurückzukommen. Wie geht es Noira mit der Allergie?

Noira geht es – bis auf ihre Alterswehwehchen – spitze.  Seit sie unser hypoallergenes Menü „Ziege“ frisst, hat sie keine Probleme mehr mit ihrer Allergie. Wir sind zu hundert Prozent davon überzeugt, dass sie durch diese Umstellung der Fütterung wesentlich an Lebensqualität dazugewonnen hat.

Welche Erfahrung war es für Sie, eine eigene Marke zu gründen? 

Das war sehr interessant. Vom Logo über die Verpackung und Werbung – alles ist step by step gewachsen. Es war uns wichtig, die Tierwohl-Aspekte, die wir von „hütthalers Hofkultur“ kennen, auch beim Hundefutter in den Vordergrund zu stellen. Derzeit läuft sehr viel über die Online-Marketing-Schiene. Wir sind ein Start-up, das darf man nicht vergessen, und natürlich macht Corona das Ganze schwieriger, weil man kaum Termine wahrnehmen kann. Es freut mich, dass wir auch in die Schweiz und nach Liechtenstein liefern. Dort ist das „Tierwohl-Prinzip“ generell auch im Lebensmittelsektor schon weiter fortgeschritten als in Österreich. 

 

Bild 2104_Cover_Hütthaler__SK_52.jpg
"Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie und bei meinen Pferden im Stall." Dagmar Hütthaler ( © Sarah Katharina Photography)

Die Hütthaler KG ist ein traditionelles Familienunternehmen. Seit 2017 ist Ihr Mann Inhaber der Firma. Wie ist es, mit ihm Seite an Seite zu arbeiten?

Sehr unkompliziert! Nachdem jeder einen anderen Bereich über hat, kann es sogar passieren, dass wir uns in der Arbeit gar nicht über den Weg laufen. Natürlich nimmt man einige Themen mit nach Hause, wir versuchen jedoch bewusst darauf zu achten, dass nicht ständig über den Betrieb gesprochen wird. Es ist klar, dass uns das nicht immer gelingt. Auch bei Familientreffen wird früher oder später immer über die Firma geredet. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber letztendlich macht das einen Familienbetrieb aus, dass man auch in der Freizeit bei einem Glas Wein das Ein oder Andere bespricht.  

Sie sind zweifache Mutter und berufstätig. Was machen Sie gerne, wenn Sie einmal Zeit für sich haben?

Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie und bei meinen Pferden im Stall. Pferde waren schon als Mädchen meine große Leidenschaft. Ich habe Wendy-Zeitschriften verschlungen und meine Eltern haben mir immer Reitstunden ermöglicht. Als ich 18 Jahre alt war, hatte eine Freundin beim gemeinsamen Ausritt einen schweren Reitunfall. Das war ein Riesenschock und ich habe von heute auf morgen mit dem Reiten aufgehört. Dennoch hat mich die Liebe zu Pferden nie losgelassen. Vor sechs  Jahren habe ich mir meinen Traum vom eigenen Pferd erfüllt. Mittlerweile habe ich zwei erwachsene Pferde und ein Fohlen. Ich bin eine reine Freizeitreiterin und wahnsinnig gerne im Stall. Zum Runterkommen sind Pferde optimal. 

Was ist Ihnen bei der Erziehung der Kinder wichtig?

Prinzipiell glaube ich, dass ich eher eine strenge, aber sicher liebevolle Mama bin. Unsere Kinder sollen auf jeden Fall bodenständig bleiben und wissen, dass das Geld nicht beim Fenster reinfliegt, sondern dass man dafür arbeiten muss. 

Die Firma Hütthaler ist seit 124 Jahren in Familienbesitz. Soll eines Ihrer Kinder die Tradition fortführen und den Familienbetrieb übernehmen?  

Natürlich würde es meinen Mann und mich freuen, wenn der Familienbetrieb weitergeführt wird, allerdings möchte ich auch, dass meine Kinder den beruflichen Werdegang wählen, der sie glücklich macht und sie erfüllt. 

Haben Sie als berufstätige Mama und ehemalige Lehrerin einen Rat für Mütter in der herausfordernden Zeit?

Durchhalten. Am besten nicht immer alles zu genau nehmen, die Kinder Kinder sein lassen und nicht zu perfektionistisch sein. Auch hier muss ich mich selber oft an der Nase nehmen :) 

 

Dinner for Wau

Bild 2104Huetthaler_hypoallergen_.jpg

Praktisch, gesund und zu 100 Prozent aus Österreich. BARF-Menüs mit bestem Fleisch aus Tierwohl-Projekten. www.dinnerforwau.pet