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People | 01.04.2019

Mia Nova geigt auf!

Mit sieben Jahren bekam Ulrike Müllner, besser bekannt als Mia Nova, ihre erste Geige. Mit viel Talent und Können ausgestattet, begeistert die gebürtige Grieskirchnerin heute mit der Rockband Russkaja die Massen und ist auch als Solokünstlerin ein gefragter Show-Act.

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Lady in Red. Beim Shooting vor dem Stephansdom in Wien gab Mia Nova (www.mia-nova.com) im roten Kostüm von Mothwurf Geigenklänge zum Besten, was für Gänsehautfeeling pur sorgte. (© Manfred Baumann)

Hohe Bekanntheit erlangte Mia Nova vor allem durch ihre wöchentlichen Auftritte mit der Band Russkaja in Stermann & Grissemanns Late-Night-Show „Willkommen Österreich“. Während die zierliche Stargeigerin mit den sechs headbangenden Jungs von Russkaja die Bühne rockt, zeigt sie in ihren Soloprojekten, wie virtuos auf dem In­s­trument gespielt werden kann. Die Entwicklung des E-Geigensounds hat sich die fesche Grieskirchnerin, die auf der klassischen Geige promoviert hat, zum Ziel gesetzt. Mit ihrer neuen Single „Dancing Again“ macht sie die Geige für den Dancefloor fit. Bei unserem Covershooting in einem gediegenen Büroappartement im ersten Wiener Gemeindebezirk bewies die attraktive Geigerin in Outfits von Mothwurf und Schmuck von Jacinta Mössenböck Modelqualitäten.

Absolutes Gänsehautfeeling stellte sich ein, als sie auf der Dachterrasse vor dem Stephansdom ein Lied anstimmte. Wir haben mit Mia Nova über Talent, das Tourleben mit sechs Männern und ihre Heimat Grieskirchen gesprochen.

 

Mit sieben Jahren bekamen Sie Ihre erste Geige. Sind Ihre Eltern auch in der Musikszene unterwegs?

Mia Nova: Meine Eltern sind zwar musikalisch, sie sind aber keine Berufsmusiker. Mein Vater war vor seiner Pensionierung als Optiker tätig, meine Mutter hat in einer Bank gearbeitet und beim Chor gesungen. Mein Vater erzählt immer, dass er beim Bundesheer herausgestochen ist, weil er so falsch gesungen hat. (lacht)

 

Warum haben Sie sich für die Geige entschieden?

Das ist eine witzige Geschichte. Meine Eltern haben mir damals nur deshalb eine Geige gekauft, weil es in Grieskirchen einen guten Geigenlehrer gegeben hat. Hätte es gute Harfenlehrer gegeben, dann wäre es höchstwahrscheinlich eine Harfe geworden. (lacht)

 

Wo haben Sie die ersten Schritte mit der Geige gemacht?

Ganz am Anfang war ich in der musikalischen Früherziehung bei Ingeborg Enzlmüller. Später hatte ich durchgehend zehn Jahre lang Geigenunterricht bei Peter Gillmayr, der eine sehr gute Geigenklasse hatte, aus der übrigens viele Berufsmusiker hervorgegangen sind. Peter Gillmayr hat mich extrem gefördert, wofür ich sehr dankbar bin.

 

Sie haben klassische Geige studiert. War es immer schon klar für Sie, dieses Studium zu machen?

Nein, denn nachdem ich ein Jahr lang in Salzburg klassische Geige studiert hatte, bin ich nach Wien gegangen und habe begonnen, Chemie zu studieren. Aber obwohl mich das sehr interessiert hat, konnte ich mir nicht vorstellen, den ganzen Tag im Labor zu verbringen und Messungen durchzuführen. Also bin ich wieder zur Musik zurückgekehrt und habe Musikerziehung, Germanistik und Instrumentalpädagogik auf Lehramt studiert. Nach dem Studium habe ich in der Musikschule Grieskirchen, in Andorf, am Gymnasium in Rohrbach, in Ried und hauptsächlich am BORG Grieskirchen unterrichtet.

 

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Schöne Geigerin: Mia Nova mit ihrer Geige und Ohrringen von Jacinta Mössenböck. (© Manfred Baumann)

Wie und wann sind Sie dann zur E-Geige gekommen?

Irgendwann war mir die klassische Geige zu einseitig, also habe ich mich umgeschaut, was es sonst noch gibt. Ich habe Jazz-Kurse gemacht und mir eine E-Geige zugelegt. Mit dieser habe ich dann begonnen, in Discos mit DJs aufzutreten. Mit der Zeit sind dann meine ersten Bandprojekte entstanden. Eines dieser Projekte führte mich nach Wien. Bei den Proben habe ich Russkaja kennengelernt. Nach einer probeweisen Tournee bin ich 2012 fix in die Band eingestiegen.

 

Wie würden Sie die Musikrichtung von Russkaja beschreiben?

Wir sind eine Rockband mit vielen Ska- und Balkan-Einflüssen. Wir spielen „Turbopolka“, wie wir es nennen. Die Bandmitglieder kommen aus Linz, Niederösterreich und aus der Steiermark. Unser Bassist stammt aus der Ukraine und Sänger Georgij Makazaria ist Russe. Wir leben aber alle in Wien bzw. in Linz. 

 

Bei Russkaja sind Sie die einzige Frau unter sechs Männern. Wie darf man sich das Tourleben vorstellen? Und wie viel seid ihr gemeinsam unterwegs?

Es ist, als ob man mit sechs Brüdern unterwegs ist. Zimperlich darf man da jedenfalls nicht sein. (lacht) Wir sehen uns jeden Montag bei den Aufzeichnungen zu „Willkommen Österreich“, bei den Proben und hauptsächlich auf Tour. Im Moment bereiten wir uns auf eine ausgedehnte Tour zum neuen Album „No one is illegal“ vor (Infos unter: www.russkaja.com).

 

Wie viele Konzerte spielen Sie mit Russkaja im Jahr?

Wir spielen so um die 70 bis 80 Konzerte im Jahr und sind neben Österreich vor allem in Deutschland, Holland, Spanien, Ungarn, aber auch in Belgien, Italien, Rumänien, Russland und anderen Ländern unterwegs.

 

In „Willkommen Österreich“ standen Sie schon mit Stars wie Nena, Herbert Grönemeyer oder Helene Fischer auf der Bühne. Wie nahe kommen Sie ihnen und wie waren diese Zusammentreffen?

Wir treffen uns mit den „Stars“ schon am Nachmittag vor der Aufzeichnung, da wird erst mal gemeinsam geprobt. Mit den meisten machte ich durchwegs sehr gute Erfahrungen. Die ganz Großen sind oft die mit den wenigsten Allüren.

 

Als Mia Nova sind Sie auch als Solokünstlerin unterwegs und haben im Vorjahr mit „The Voice“-Finalist Florian Ragendorfer die Single „Dancing Again“ veröffentlicht. Was war Ihnen dabei wichtig?

Es macht mir einen riesengroßen Spaß, mich musikalisch in verschiedenen Genres zu bewegen. Während bei Russkaja eher harte und rockige Klänge im Vordergrund stehen, werden bei meinen Soloprojekten neue Klangbilder zusammengeführt, die aus akustischer Violine, verzerrter E-Geige, gemischt mit POP und EDM-Sound, bestehen. Diese Songs gehen eher in Richtung Dancefloor. Und natürlich geht es dabei auch ums Komponieren. Als Solokünstlerin werde ich oft auf Veranstaltungen, Festivals und Gala- Events als Show-Act engagiert, gerne auch in Kombination mit Tänzern, Artisten und anderen Musikern.

 

Ihren Bekanntheitsgrad haben Sie in erster Linie Russkaja zu verdanken. Ist das für Ihre Solokarriere hinderlich oder von Vorteil?

Für mich ist es eine gute Kombination, weil mir neben meinem Engagement mit Russkaja noch genug Luft zum Austoben bleibt. 

 

Woher kommt Ihr Künstlername Mia Nova?

Der ist spontan entstanden, als ganz am Anfang ein DJ meinte: Ich kann dich nicht als „Uli“ anmoderieren, überleg dir schnell was. (lacht) Mia leitet sich von meinem zweiten Vornamen Marianne ab und Nova bedeutet neu.

 

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Musik ist ihr Leben. Mia Nova macht im Outfit von Mothwurf eine Top-Figur. Der Ohrring wurde nach einem Buchstaben in ihrem selbst entwickelten Logo von Jacinta Mössenböck gefertigt. (© Manfred Baumann)

Wo und wie leben Sie?

Ich wohne am Standrand von Wien. Wien ist für mich ideal, weil ich hier die meisten Auftritte habe. Außerdem gibt es viele Musiker, mit denen ich mich austauschen kann, was auch ganz wichtig für mich ist. Ganz in der Nähe von Wien habe ich jetzt jemanden gefunden, der Verstärker und E-Geigen baut. Gemeinsam entwickeln wir gerade eine neue E-Geige und Effektgeräte, mit denen man klanglich ganz andere Möglichkeiten hat. Eine E-Geige ist ja anders aufgebaut als eine E-Gitarre und hat auch einen anderen Frequenzbereich. Daher kann man das Gitarren­equipment nur bis zu einem gewissen, für mich qualitativ unbefriedigenden, Grad für die E-Geige verwenden.

 

Was bedeutet Ihnen Musik?

Sehr viel, denn in Wahrheit dreht sich bei mir jeder Tag in erster Linie um die Musik.

 

Welche Musik hören Sie privat?

Privat höre ich am liebsten klassische Musik.

 

Könnten Sie sich einen anderen Beruf als Musikerin vorstellen – und wenn ja, welchen?

Ich könnte mir viele Berufe vorstellen. Das Unterrichten am Gymnasium hat mir sehr gut gefallen. Ich könnte mir auch vorstellen, Jus zu studieren,  und auch Chemie interessiert mich nach wie vor. Ich habe sehr viele Interessen, im Moment steht aber die Musik absolut im Vordergrund. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit aber auch mit Immobilienentwicklung und mache hier meine ersten Schritte.

 

Sie unterrichten also gar nicht mehr, auch keine Privatschüler in Wien?

Nein, das geht sich zeitlich nicht aus. Denn, wenn man qualitativ hochwertig unterrichten will, braucht man viel Energie, und die habe ich im Moment nicht, weil ich mit meinen Projekten voll und ganz ausgelastet bin.

 

Wie oft kommen Sie noch nach Grieskirchen?

Einmal im Monat komme ich sicher nach Hause. Mein Bruder wohnt in Grieskirchen. Er ist Saxophonist,  wir musizieren gerne gemeinsam. Ich bin mit meiner Heimatstadt stark verwurzelt und freue mich immer auf das Essen meiner Mutter mit Gemüse aus dem Garten und Fleisch vom Bauernmarkt.

 

Was machen Sie, wenn Sie nicht mit der Geige unterwegs sind?

Wenn ich einmal frei habe, fahre ich am liebsten in die Berge. Im Sommer zieht es mich häufig ins Salzkammergut, da ich die Seen liebe. Im Winter geht es dann zum Skifahren. 

 

Bei unserem Shooting und auch auf der Bühne tragen Sie unter anderem Outfits von Mothwurf. Wie ist Ihr Modegeschmack?

Mein Modegeschmack ist genauso vielfältig wie meine Interessen. Auch modisch gesehen schlüpfe ich gerne in verschiedene Rollen. Bei Russkaja geht es eher rockig, bodenständig und sexy zu. Da habe ich mein Bühnenoutfit mit Federn, Bodystockings und Netzstrumpfhosen, bei „Willkommen Österreich“ trage ich Outfits von Mothwurf. Bei Galaevents trage ich je nach Anlass auch ein langes Abendkleid oder eine ausgefallene Robe.

 

Wo soll es in der Zukunft hingehen?

Ich stecke sehr viel Herzblut und Energie in die Entwicklung des E-Geigensounds. Da ist sehr viel Potenzial drin und es braucht vor allem Pioniergeist. Mir ist es wichtig, Musik so zu gestalten, dass sie auch für Menschen, die nicht Musik studiert haben, leicht zugänglich ist. So in Richtung klassische Musik mit der E-Geige covern. Aber natürlich muss der Sound künstlerisch eine hohe Qualität haben. Mit der Geige gibt es da vielfältige Möglichkeiten.

 

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Jeden Dienstag ist Mia Nova mit ihren Jungs von Russkaja in der Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ im Fernsehen zu sehen und spielt dort auch mit Stars wie hier Herbert Grönemeyer.