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People | 14.09.2020

„Mein Zuhause mag ich bunt“

Anna Kristina Richter ist bereits die vierte Generation von HAKA Küche und schupft mit 23 Jahren das Marketing des Familienunternehmens. Wie der allseits bekannte „depperte Rabattschmäh“-Slogan entstand und worauf sie in Sachen Wohnen steht, hat uns die Linzerin beim Covershooting erzählt.

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Anna Kristina Richter (23) im Schauraum von HAKA Küche in Traun. Neben Küchen und Möbeln fürs ganze Haus findet man dort auch kreative Plätze zum Innehalten. ( © Sarah Katharina)

Vor vier Jahren stieg Anna Kristina Richter ins Familienunternehmen HAKA Küche ein und übernahm im Alter von nur 19 Jahren die Marketingabteilung. Dabei blieb kein Stein auf dem anderen, denn die junge Lady weiß ganz genau, wie in Sachen Marketing der Hase läuft. So setzt man bei HAKA auf maßgetischlerte Küchen und Wohnmöbel in neun Tagen, mit Preisen ohne den, von Hackl geprägten, „depperten Rabattschmäh“. Dabei wird auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion geachtet und die Kunden können auf 100 Prozent Qualität aus Österreich vertrauen. Für diese Werte steht HAKA Küche und dieser USP hat auch für Anna Kristina Richter absolut Priorität. 

Dass sie das Unternehmen von ihrem Vater Gerhard Hackl einmal übernehmen wird, steht für die 23-Jährige außer Zweifel. Zuvor will sie allerdings auch noch in andere Bereiche schnuppern und eventuell eine Zeitlang im Ausland arbeiten. Privat lebt die fesche Brünette in Linz, reist gerne um die Welt und mag es in den eigenen vier Wänden bunt.  

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Richter, HAKA ist ein Familienunternehmen, Sie sind bereits die vierte Generation und für das Marketing zuständig. War es für Sie immer schon klar, in den Familienbetrieb einzusteigen oder gab es auch andere Pläne?

Anna Kristina Richter: Konkrete Pläne hat es nicht gegeben. Die Schule  hat mich aber nie wirklich erfüllt und so war für mich klar, dass ich nach der Matura nicht weiterstudieren möchte. Da wir neben dem Unternehmen gewohnt haben, war ich viel mit meinen Eltern im Betrieb und habe auch schon von klein auf gerne mitgeholfen. Kurz nachdem ich in der HBLA Lentia mit Schwerpunkt Produktmanagement und Präsentation meine Matura absolviert habe, ist unsere damalige Marketingdame in Karenz gegangen. Damals war ich 19 Jahre alt und habe mich entschieden, das Marketing zu übernehmen und komplett neu aufzustellen. 

Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Unser Marketing war damals quasi nur die Schnittstelle zu einer Marketing-
agentur, die jeden Monat neue Ideen für HAKA hatte. Mir war vor allem wichtig, die Marke HAKA und den USP zu stärken. Also habe ich mir Mitarbeiter gesucht und mache seither gemeinsam mit einer Grafikerin und einer Mitarbeiterin das gesamte Marketing selbst. Wir lagern nur mehr kleine Teile an eine Agentur aus. 

Was bedeutet Marketing für Sie?

Mir ist vor allem wichtig, nicht nur ein Produkt, sondern einen Lifestyle zu verkaufen. Der Kunde soll sich mit dem Produkt identifizieren und ein Lebensgefühl vermittelt bekommen. 

 

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Der Marketingleiterin von HAKA Küche ist es wichtig, nicht nur ein Produkt, sondern einen Lifestyle zu verkaufen. ( © Sarah Katharina)

Was macht die Marke HAKA einzigartig, wodurch unterscheidet sie sich vom Mitbewerb?

Das ist ganz klar unsere Produktionszeit von nur neun Tagen. Das macht uns bis heute keiner nach. Unsere Produktion und auch unsere Zulieferer sind so aufgestellt, dass wir gar nicht anders können, als ein Möbelstück in neun Tagen fertigzustellen. Außerdem sind wir ein Familienunternehmen und produzieren in Österreich. Diese Aspekte werden den Menschen immer wichtiger. Das hat auch die Corona-Krise deutlich gezeigt.  

HAKA betont in der Werbung, dass das Unternehmen ohne „depperten Rabattschmäh“ auskommt. Wem ist diese Werbebotschaft eingefallen?

Das ist eine lustige Geschichte, denn der Slogan ist in einer sehr hitzigen Diskussion zwischen meinem Vater, einem Berater und mir entstanden. Wir hatten einen 25 Jahre alten Zeitungsartikel von einem Mitbewerber vorliegen, der damals schon mit dem gleichen Rabatt wie heute geworben hat. Jeder, der meinen Vater kennt, weiß, dass er nicht auf den Mund gefallen ist. Als er sagte: „Die mit ihrem ‚depperten Rabattschmäh’, das glaubt ihnen doch eh keiner mehr!“, war es ein paar Sekunden ganz leise und dann waren wir uns einig, dass man daraus etwas machen kann (lacht).

Was muss man tun, damit eine starke Marke im Gedächtnis der Kunden bleibt?

Wichtig ist es, ein Alleinstellungsmerkmal zu haben, das sich nicht ständig ändert. Man muss wissen, wofür man steht und davon müssen auch alle Mitarbeiter und Partner überzeugt sein. Wenn die Kunden Ehrlichkeit und Authentizität spüren, gewinnt man auch das Vertrauen. 

Wie viele Mitarbeiter arbeiten derzeit im Unternehmen? 

Derzeit haben wir bei HAKA zwischen 150 und 160 Mitarbeiter. 

„Geht nicht, gibt’s nicht!“ lautet bei HAKA die Devise. Wenn ich eine HAKA Küche kaufen will, wie schaut das Service aus? 

Wir empfehlen unseren Kunden über das Onlinetool, telefonisch oder per Mail einen Termin zu vereinbaren. Somit können wir sie schon im Vorfeld darüber informieren, wie viel Zeit sie für das Beratungsgespräch einplanen sollten. Ideal ist es, wenn der Kunde auch vorab einen Plan schickt, damit sich unsere Berater auf den Termin individuell vorbereiten können. Der persönliche Kontakt ist für uns das Wichtigste. Unsere Kunden sind oft überrascht, wie genau unsere Berater nachfragen: „Wer kocht in der Küche? Was und wie oft wird gekocht?“ Aber diese Fragen sind maßgebend, um die perfekte Traumküche verwirklichen zu können. 

Wie viele HAKA Partner gibt es aktuell und worauf legen Sie bei der Kooperation Wert? 

Wir haben rund 200 Partner in ganz Österreich. Unsere Partner sollen vor allem immer am neuesten Stand der Dinge sein und unsere Produktion kennen. Wichtig ist uns auch, dass unsere Handelspartner fast ausschließlich HAKA Küchen verkaufen. Daher haben wir von 1000 auf circa 200 Partner reduziert, um den Kunden auch Qualität in Beratung, Planung und Montage gewährleisten zu können.

 

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"Der persönliche Kontakt zu den Kunden ist für uns das Wichtigste." ( © Sarah Katharina)

HAKA gibt es nunmehr seit 90 Jahren. Wie wird das Jubiläum gefeiert? 

Am 1. April hätten wir unser Jubiläum mit 1.000 geladenen Gästen gefeiert. Leider mussten wir das Fest kurzfristig aufgrund des Corona-Lockdowns absagen. Für die Feier haben wir einen Wein mit „90 Jahre HAKA“- Etiketten anfertigen lassen. Diesen haben wir den geladenen Gästen geschickt, mit der Bitte, auf uns anzustoßen. 

Im Juli erfolgte in Wien der Spatenstich für das größte HAKA Center Österreichs. In dem neuen Flagship-Store werden ab Frühjahr 2021 auf mehr als  3.000 Quadratmetern moderne sowie  individuelle Küchen und Wohnmöbel angeboten. Wie wichtig ist dieser Schrittt?

Durch unsere Partner sind wir schon länger in Wien vertreten, dennoch möchten wir mit einem großen Schauraum in der Bundeshauptstadt präsent sein. Darüber hinaus ist es auch für unsere Partner im Raum Wien und Umgebung logistisch gesehen ein großer Vorteil.

HAKA bietet nicht mehr nur Küchen an, sondern unter HAKAhome auch Wohnkonzepte. Seit wann gibt es HAKAhome und welche Möbel bzw. Dienstleistungen werden angeboten?

Die Küche ist mittlerweile kein abgeschlossener Raum mehr, sie wird immer offener und geht fließend in den Wohnbereich über. Wenn man eine Küche plant, möchte man, dass der Rest natürlich auch dazu passt. Daher ist vor sieben Jahren HAKAhome entstanden, denn, wer Küchen machen kann, kann auch jedes andere Möbelstück produzieren. In diesem Bereich sind wir so flexibel und individuell wie eine kleine Tischlerei. Da viele Teilnehmer unserer regelmäßig veranstalteten Kochshows immer wieder auch Geschirr und DekoElemente nachgefragt haben, bieten wir auch diese Produkte an. 

Nach 42 operativen Dienstjahren, davon 27 Jahre als Geschäftsführer, hat Ihr Vater mit 1. August die Geschäftsführung der HAKA Küche GmbH an Mag. Mario Stifter übergeben. Ist Ihr Vater noch operativ tätig?

Da wir nun einen neuen Geschäftsführer haben, ist mein Vater etwas kürzergetreten und kümmert sich jetzt vor allem um strategische Themen. Aber er ist natürlich immer noch im Unternehmen präsent. Er ist einfach das Unternehmen. 

 

 

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Die fesche Brünette steht auf ihren Hund „Sushi“ und auf alles, was mit Mode und Design zu tun hat. ( © Sarah Katharina)

Werden Sie den Betrieb von Ihrem Vater übernehmen? Wenn ja, wie bereiten Sie sich darauf vor?

Ja, das ist für mich und auch für alle anderen klar. HAKA ist und bleibt ein Familienunternehmen. Ich freue mich über diese Tradition. Im Tagesgeschäft mitzuarbeiten, ist die beste Vorbereitung für eine Betriebsübernahme. Aber ich kann mir für die Zukunft vorstellen, davor noch in andere Bereiche zu schnuppern oder ins Ausland zu gehen. Das ist wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. Alles andere wird sich ergeben. 

Inwieweit war Ihr Unternehmen von der Corona-Krise betroffen? Die Einrichtungsbranche ist ja bekanntlich mit einem blauen Auge davongekommen.

Natürlich war auch bei uns in der Firma viel Unsicherheit vorhanden und es war für alle eine emotionale Zeit.  Aber wir hatten Glück im Unglück, denn die Menschen haben in dieser Zeit gemerkt, wie wichtig es ist, sich in seinem Zuhause wohlzufühlen, und dass eine Investition in das eigene Zuhause sinnvoll ist. 

Können Sie uns noch einige Trends in Sachen Küchen und Wohnen allgemein verraten? Wohin geht es in der Zukunft?

Es wird immer gemütlicher! Die Trends gehen weg vom sterilen, cleanen und oftmals in Weiß gehaltenem Style hin zu dunkleren und wärmeren Farben. Es wird auch wieder mehr mit Stoffen gearbeitet. Das haptische Erlebnis rückt in den Vordergrund: Bei den Küchenoberflächen gibt es nicht mehr nur Hochglanz, da wird nun auch mit samtigen Oberflächen gearbeitet.

Verraten Sie uns noch, wie Sie persönlich wohnen?

Bei mir zu Hause geht es bunt zu! Irgendwann war ich mit dem Hochglanzthema in Weiß durch und wollte Farbe haben. In meiner Küche und im Essbereich habe ich currygelbe Wände mit türkisen Akzenten im Afrika-Ibiza-Style. Dieser Stil spiegelt sich auch in meinem Geschirr wider. Die Küche ist aber trotzdem weiß, mit einer total pflegeleichten, samtigen Oberfläche.

Kochen Sie gerne?

Ja, wenn ich Zeit habe, koche ich sehr gerne. 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Mit meinem Hund Sushi an der frischen Luft spazieren gehen. Außerdem reisen mein Freund und ich sehr gerne und ich mache Fitness. Auch Mode und alles, was mit Ästhetik und Design zu tun hat, interessiert mich sehr.