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People | 23.12.2015

Mein Job als Rauchfangkehrerin

Monika Herrnbauer-Thaler bringt den Menschen nicht nur Glück, sondern sorgt vor allem für die Sicherheit ihrer Kunden. Die sympathische Rauchfangkehrerin im Talk mit der OBERÖSTERREICHERIN.

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© Starmayr Photography

Sie sind Rauchfangkehrerin aus Leidenschaft. Wie kamen Sie zu diesem Beruf?

Mein Vater gründete 1964 das Unternehmen. Schon in jungen Jahren durfte ich in den Sommerferien mit ihm und den Mitarbeitern mitkommen und in den Beruf als Rauchfangkehrer reinschnuppern. Ich war fasziniert davon und habe schnell beschlossen, selbst Rauchfangkehrerin zu werden und das Unternehmen weiterzuführen. Gemeinsam mit meinem Mann gründete ich außerdem die Ofengalerie Thaler in Wels. Dort sind wir von der ersten Minute an Ansprechpartner für den Kunden.

 

Wer bringt mehr Glück: Rauchfangkehrerinnen oder Rauchfangkehrer?

(Lacht) Ich glaube, da gibt es keinen Unterschied – beide bringen gleich viel Glück! Allerdings ist es schon etwas Besonderes, wenn eine Frau zu den Kunden kommt. Eine Frau in diesem Beruf stößt auf positiven Anklang. 

 

Was fasziniert Sie an diesem doch sehr typischen Männerberuf?

Vor allem fasziniert mich die vollkommen selbstständige Arbeit, die bei diesem Job möglich ist. Und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich als Rauchfangkehrerin den Menschen Sicherheit geben kann. 

 

Welche Ausbildung haben Sie absolviert?

Mein Vater hat darauf bestanden, dass ich den Beruf von der Pike auf lerne, um als Frau in dieser männerdominierten Branche den Durchblick zu haben. Nach der dreijährigen Lehre im Unternehmen meines Vaters folgte die Gesellenprüfung, 1998 absolvierte ich die Meisterprüfung und später die Zusatzausbildung zur Feuerlöschwartin. 

 

Die schwierigste Herausforderung?

Die Herausforderung ist gerade in letzter Zeit größer geworden, da wir den Kunden die Wichtigkeit unserer Tätigkeit erst bewusst machen müssen. Andere Unternehmen verkaufen Produkte, die man in der Hand halten und mit allen Sinnen erfassen kann. Unsere Dienstleistung jedoch kann man nicht angreifen. 

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Feuer und Flamme für ihren Beruf: Monika Herrnbauer-Thaler (© Starmayr Photography)

Ein Beruf mit „bester Aussicht“? 

(Lacht) Das kann man zweideutig verstehen. Und in beiden Fällen muss ich bejahen: Einerseits weil es wirklich toll ist, auf den Dächern zu stehen, den Blick über Städte und Orte zu genießen und die Freiheit zu spüren. Andererseits ist es ein Beruf mit Zukunft. Heizen ist immer ein Thema. Besonders die Einzelfeuerstätten wie Kamine und Öfen sind sehr beliebt, Menschen sehnen sich nach Feuer, nach Geborgenheit in den eigenen vier Wänden. 

 

Befanden Sie sich schon einmal in einer gefährlichen Situation?

Es hat schon mehrmals Momente gegeben, in denen mir mulmig wurde. Gefährliche Situationen gibt es immer wieder, bei Kehrungen vom Dach ist vor allem im Winter größte Vorsicht geboten. Wir müssen das Wetter genauestens beobachten, um die richtigen Schutzmaßnahmen treffen zu können. Auch bei unserem Beruf haben neueste Technologien Einzug gehalten: Spezielle Kehrwerkzeuge erleichtern die Arbeit erheblich, das vollständige Hineinklettern in den Kamin ist nun Geschichte. 

 

Brände werden oft durch Bedienungsfehler der Kamineigentümer ausgelöst. Wie heizt man richtig und was sollte man beachten? 

Eine Einschulung der Kunden legt ihnen die Wichtigkeit des richtigen Einheizens dar. Das Holz sollte ganz trocken sein, es muss für genügend Zuluft gesorgt werden und Feuerstätte und Rauchfang sollten zusammenpassen. Viele Menschen sehen die Feuerstätte noch immer als Müllschlucker und Abfallverwertung – mit gefährlichen Konsequenzen für Umwelt und Gesundheit.

 

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Wir sind vor Kurzem mit unseren zwei Hunden aufs Land gezogen, wo ich mich als Jägerin betätige. Außerdem lese ich gerne ein gutes Buch in meinem neuen Zuhause, einem umgebauten Bauernhof.