Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 22.12.2015

"Man muss an sich glauben"

Als eine der wenigen Germany’s Next Topmodel-Gewinnerinnen hat es Alisar Ailabouni im Modelbusiness ganz nach oben geschafft. Anlässlich ihrer Auszeichnung bei den „Women of the Year“-Awards 2015 in Wien gab uns die gebürtige Syrerin ein Interview.

Bild 1.jpg (2)
© Instagram/Alisar, Juergen Hammerschmid

Das im oberösterreichischen Mattighofen aufgewachsene Topmodel gewann 2010 die fünfte Staffel der Castingshow Germany‘s Next Topmodel. 2011 lief sie auf der London Fashion Week, 2012 wurde sie von 17 verschiedenen Modelabels für die New York Fashion Week gebucht. Am 17. Dezember wurde sie im Wiener Rathaus mit dem „Women of the Year“-Award 2015 in der Kategorie „Beauty“ ausgezeichnet. Mit Tränen in den Augen nahm die 26-jährige Schönheit ihren Award entgegen und begeisterte das Publikum durch ihre bodenständige Art. 

 

Wie hat sich Ihr Leben seit Germany‘s Next Topmodel verändert?

Seit der GNTM-Zeit hat sich mein Leben sehr verändert. Ich reise viel, arbeite im Ausland und lebe schon seit einigen Jahren in New York. Das Modelleben ist sehr aufregend und ganz anders als ich es mir anfangs vorgestellt habe.

 

Welche Qualitäten muss man als Model haben, um ganz vorne mitmischen zu können?

Man muss an sich glauben und Selbstvertrauen haben. Auch wenn nicht alles sofort klappt, darf man niemals aufhören, an sich selbst zu glauben. 

 

In den internationalen Modemetropolen ist der Model-Markt besonders hart umkämpft. Wie groß ist der Konkurrenzdruck?

Der Konkurrenzkampf ist in New York riesengroß. Ich habe mir zum Glück bereits einen Namen gemacht. Es ist ganz wichtig, dass man sich eine gewisse Einzigartigkeit bewahrt, damit man bei den Agenturen und Kunden in Erinnerung bleibt. 

 

Sie sind mehrmals bei der New York Fashion Week gelaufen. Was für ein Gefühl ist das?

Die New York Fashion Week ist ein unglaubliches Erlebnis. Obwohl man den Schlafmangel und Stress nicht unterschätzen darf, ist das Gefühl, auf dem Runway zu sein, etwas ganz Besonderes.

 

Was würden Sie als Ihren größten Erfolg im Modelbusiness bezeichnen?

Für mich zählen eher viele einzelne Erfolgserlebnisse. Jedes Mal, wenn ich nach einem Casting die Zusage für einen Job bekomme, freue ich mich sehr darüber. Man muss sich immer gegen viele Mädchen durchsetzen und ist anschließend stolz, wenn man den Kunden von sich überzeugen konnte. 

 

 

Bild 3.jpg (2)
Alisar bei ihrer Auszeichnung zur "Woman of the Year"

Haben Sie noch Kontakt zu Mädchen aus der GNTM-Zeit?

Ja, zu einigen Mädchen habe ich nach wie vor regelmäßig Kontakt. Sarina Nowak ist zum Beispiel eine gute Freundin von mir geworden und ich bin dankbar, einen Menschen wie sie getroffen zu haben.

 

Sie wurden in Syrien geboren und kamen im Alter von sieben Monaten mit Ihren Eltern nach Österreich. Wie sehr machen Sie die Nachrichten um die derzeitige Flüchtlingssituation betroffen?

Bis vor Kurzem haben noch einige meiner Familienangehörigen in Syrien gelebt, allerdings sind die Lebensbedingungen in weiten Teilen des Landes mittlerweile sehr schwer bis unmöglich geworden. Umso schöner ist, dass Österreich vielen Flüchtlingen Zuflucht und die Möglichkeit, ein Leben in Freiheit führen zu können, bietet. Ich wünsche mir trotzdem, dass in Syrien eines Tages wieder Frieden herrscht, sodass viele Menschen in ihre geliebte Heimat zurückkehren können.

 

Kommen Sie noch manchmal nach Mattighofen? 

Ich besuche meine Mama, wann immer ich kann. Meistens verbinde ich den Besuch zu Hause mit einem Job in Deutschland. Das letzte Mal war ich vor circa einem Monat bei meiner Familie. 

 

Wie sehr vermissen Sie Ihre drei Geschwister und Ihre Eltern?

Ich vermisse sie jeden Tag. Ich liebe meine Familie und wünschte, sie wären nicht so weit weg. Ich bin ein absoluter Familienmensch. 

 

Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht die Laufstege der Welt erobern?

Ich liebe Bücher und lese sehr gerne in meiner Freizeit. Ich bin unheimlich gerne mit meinen Freunden zusammen und gehe mit ihnen gemeinsam Essen. In New York gibt es ein riesengroßes Angebot an internationalem Essen. 

 

Zuletzt wurden immer wieder Stimmen laut, dass Sie zu dünn sind. Wie stehen Sie dazu?

Ich habe das einmal gelesen, weil mir eine Freundin einen Artikel geschickt hat. Ehrlich gesagt versuche ich, mich nicht mit der Meinung fremder Leute über meine Figur zu beschäftigen. Ich ernähre mich ausgewogen, um fit und gesund zu bleiben, das ist das Wichtigste.

 

Bleibt im stressigen Modelbusiness Zeit für die Liebe?

Für die Liebe sollte man immer Zeit finden, egal, wie viel Stress man beruflich hat.

 

Was ist Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

Mein Wunsch für die Zukunft wäre, dass meine Mama am selben Ort lebt wie ich. Und irgendwann einmal möchte ich auch heiraten und eine Familie gründen.