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People | 04.03.2019

Live, laugh, surf and TALK

Täglich ab 6 Uhr früh weckt sie die Hörer von „Der neue Morgen – jeden Morgen neu“ charmant und mit viel Schwung auf. Wir haben mit Life Radio-Moderatorin und Weltenbummlerin Nora Mayr (36) über ihren Job, Hoppalas und ihre große Leidenschaft für Wellen gesprochen.

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Lässig-elegant in Blazer und T-Shirt vom Modehaus Kutsam (© Sarah Katharina)

Ob am Frühstückstisch, im Auto oder beim Joggen – für die Hörer von „Der neue Morgen – jeden Morgen neu“ gehört Oberösterreichs „Aufweckerin des Landes“ Nora Mayr fast schon zur Familie. Seit genau einem Jahr steht die gebürtige Mühlviertlerin gemeinsam mit ihrem Kollegen Wolfgang Haimel von Montag bis Freitag frühmorgens im Life Radio-Studio und versorgt die Hörer mit den aktuellsten News aus Oberösterreich und der ganzen Welt. Wir haben die zierliche Blondine, deren große Leidenschaft dem Surfen gilt, auf der hippen Strada del Start-up in der Linzer Tabakfabrik modisch in Szene gesetzt und dabei allerlei über ihren beruflichen Alltag und das Zusammentreffen mit ihrem großen Idol Thomas Gottschalk erfahren.

 

Wie sind Sie zum Radio gekommen und seit wann sind Sie für Life Radio tätig?

Nora Mayr: Irgendwie wusste ich immer schon, dass ich Radio machen möchte. Bereits als Kind habe ich leidenschaftlich gerne Radioprogramme mit einer Kassette aufgenommen. Nach meiner Schulzeit am Gymnasium in Freistadt habe ich in Wien Publizistik studiert. Wieder in Linz zurück, begann ich, als Text-Trainee in einer Werbeagentur zu arbeiten. Da ich unbedingt zum Radio wollte, bin ich beim damaligen Life Radio-Programmchef Uli Jelinek vorstellig geworden und habe wegen eines Jobs angefragt. Im Jahr 2007 war es dann so weit und ich bekam eine Volontariatsstelle. Nach einem Jahr wurde ich schließlich fix angestellt.

 

Im Moment moderieren Sie mit Wolfgang Haimel die Morgenshow. Was haben Sie davor gemacht?

Anfangs habe ich als Redakteurin hauptsächlich Beiträge für unsere Sendungen aufbereitet. Dann bin ich immer mehr ins „on air“-Business reingerutscht, z.B. in die Nachrichtenmoderation. Außerdem war ich viel im Verkehrsservice zu hören. Im Sommer 2016 habe ich mich dann das erste Mal selber hinter den Reglern im Sendestudio versucht – jeder Moderator muss ja während des Redens gleichzeitig die gesamte Technik bedienen. Wenig später habe ich die Abendsendung bekommen.

 

Die Morgenshow ist ja die Königsklasse und auch die Primetime im Radio ...

Ja genau, am Morgen haben wir die meisten Hörer. Laut aktuellem Radiotest hören im Sendegebiet täglich knapp 200.000 Hörer Life Radio. Etwa 500.000 hören uns seit Jahren mehrmals pro Woche – und das über alle Kanäle: UKW, Web, App, Streams oder Social Media!

 

Stresst Sie das, wenn Sie wissen, wie viele Menschen Ihnen zuhören?

Nein, das stresst mich überhaupt nicht mehr. Irgendwann legt man die Nervosität ab und geht ganz natürlich mit dem Mikro um.

 

Sie sind montags bis freitags von 6 bis 10 Uhr auf Sendung. Wann beginnt der Tag für Sie?

Zum Glück wohne ich in Linz ganz in der Nähe vom Studio. Mein Tag beginnt um 04:45 Uhr früh, um 05:30 Uhr bin ich im Studio und ab 6 Uhr vor dem Mikro.

 

Fällt es Ihnen schwer, so bald aus den Federn zu steigen?

Na ja, ich bin jetzt nicht unbedingt ein Morgenmensch, aber wenn der Wecker läutet, dann stehe ich sofort auf und bin relativ schnell munter und gut drauf. Wäre ich grantig, dann wäre ich im falschen Job. (lacht)

 

Wann geht es unter der Woche ab ins Bett?

Anfangs habe ich öfter gesündigt und bin erst um elf Uhr ins Bett gegangen, das geht jetzt gar nicht mehr. Meistens gehe ich zwischen 9 und 09:30 Uhr ins Bett. Das fällt mir vor allem im Sommer schwer, wenn alle anderen im Gastgarten sitzen. Aber was soll‘s, ich brauche den Schlaf.

 

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Coole Lady. In der Strada del Start-up in der Linzer Tabakfabrik haben wir Nora Mayr modisch in Szene gesetzt. Kleid und trendy Stutzen vom Modehaus Kutsam. (© Sarah Katharina)

Was kommt zum Frühstück auf den Tisch?

Um munter zu werden, trinke ich in der Früh einen schwarzen Kaffee. Für ein ausgiebiges Frühstück fehlt mir schlichtweg die Zeit bzw. ich nehme sie mir nicht. Während der Sendung geht sich Frühstücken gar nicht aus, da muss man alles exakt planen, sogar wann man auf die Toilette geht. (lacht) Meistens gehen Wolfgang und ich nach der Sendung zum Bäcker.

 

Wie geht Ihr Arbeitstag nach Ende der Morgenshow um 10 Uhr weiter?

Nach einer kurzen Pause steht die Redaktionssitzung für den folgenden Tag am Plan. Da besprechen wir gemeinsam mit den Redakteuren die Themen, die anstehen und bereiten diese auch auf. Daraus entsteht der Morgenshow-Plan.

 

Wie flexibel müssen Sie sein, wenn etwas Weltbewegendes passiert?

In so einem Fall muss man sehr flexibel sein, aber das ist Radio, wir sind ja live auf Sendung. Natürlich wird es stressig, wenn unverhofft etwas ausbricht, da sind wir gefordert, schnell zu reagieren, Themen auf den Punkt zu bringen, um die Hörer rasch und bestmöglich zu informieren.

 

Sie sind live auf Sendung, was war  Ihr schlimmstes Hoppala?

Meine Liste an Hoppalas ist unendlich, und ich muss zugeben, dass ich schon ein bisschen die „Queen of Hoppalas“ im Sender bin. (lacht) Da ist es schon vorgekommen, dass ich gesagt habe: „Die Feuerwehr war von Mitternacht bis Bier Uhr früh im Dauereinsatz.“ Aber Fehler sind menschlich, am besten ist es, diese mit Humor zu nehmen.

 

Was war das Aufregendste, über das Sie je berichtet haben?

Das waren z.B. meine Hochwassereinsätze. Einmal musste ich mich schon um 6 früh live aus dem völlig überfluteten Mauthausen melden. Und mein persönliches Highlight bis jetzt war das Exklusivinterview mit meinem großen Idol Thomas Gottschalk im Februar. 

 

Wie hat sich das ergeben?

Als ich vor zwei Jahren erfahren habe, dass Thomas Gottschalk jetzt wieder eine Radiosendung im Bayerischen Rundfunk bekommt, habe ich angefragt, ob ich einmal im Studio dabei sein darf. Das ist zwar nichts geworden, ich habe aber Anfang des Jahres die Einladung zu einer Pressekonferenz mit ihm in München bekommen – und bin natürlich hingefahren.

 

Welche Eigenschaften muss eine gute Radiomoderatorin haben?

Man sollte gerne reden, offen und schlagfertig sein. Da man live on air ist, muss man in jedem Fall auch stress­resistent und sehr authentisch sein.

 

Laut aktuellem Radiotest hören knapp 200.000 Menschen im Sendegebiet täglich Life Radio. Was ist das Geheimnis für diesen Erfolg? Und glauben Sie, dass das Radio auch in Zeiten der Digitalisierung eine Zukunft hat?

Natürlich boomen Musikstreamingdienste wie Spotify und Co., aber die können herkömmliches Radio niemals ersetzen – das beweisen auch unsere Hörerzahlen. Wir sind nah an unseren Hörerinnen und Hörern dran, lachen mit ihnen, freuen uns mit ihnen, stehen mit ihnen auf und versorgen sie täglich mit dem, was in ihrer nächsten Umgebung passiert. Unabhängig davon kann man uns natürlich auch via Stream auf der Webseite liferadio.at hören, und über unsere App hat man unseren coolen Sound ständig am Handy mit dabei.

 

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Die perfekte Welle: Nora Mayr in Jeans und Shirt vom Modehaus Kutsam (© Sarah Katharina)

Nicht alle Tage sind gleich. Wenn Sie auf Sendung sind, müssen Sie funktionieren. Wie motivieren Sie sich, wenn Sie mal einen schlechten Tag haben?

Im November ist meine Oma verstorben und ich hatte am selben Tag Morgenshow. Meine Mama hat mich zwar aus Rücksicht erst nach der Sendung angerufen, aber ich wusste, dass es passieren würde. Vor der Sendung habe ich mich noch ausgeweint, aber sobald man auf Sendung geht, muss man den Schalter umlegen und professionell arbeiten.

 

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job?

Wir sind ein super Team und verstehen uns auch privat richtig gut. Ich bin jetzt seit elf Jahren bei Life Radio und glaube, es ist selten in unserer Branche, dass man so lange bei einem Sender bleibt. Wir haben einen guten Spirit und sind ein Haufen radiobegeisterter junger Leute, die viel Spaß haben. Da­raus entstehen immer wieder gute Ideen und Storys. Auch für dieses Jahr sind wieder spannende Neuerungen geplant. Mehr will ich aber noch nicht verraten.

 

Wie ist Nora Mayr privat?

2014 habe ich ein Jahr lang am Meer gelebt, auf der Insel Padre Island in Südtexas. Dort habe ich mit dem Surfen begonnen und eine neue Leidenschaft entdeckt. Ich hatte den Golf von Mexiko direkt vor der Haustür und war praktisch täglich im Wasser. Seitdem habe ich eine Welle tätowiert und mein eigenes Surfboard. Wann immer es geht, mache ich die Weltmeere unsicher. ;-)

 

Wie schalten Sie vom Job ab?

Mit Sport. Ich gehe oft ins Fitness­center, laufen oder inlineskaten. Im Sommer bin ich öfter wakesurfen auf der Donau. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit Freunden und meiner Familie. Wenn ich nicht gerade rede, schreibe ich gern, z.B. Blogtexte für den Linz Tourismus. Und ich bin ständig am Planen meiner nächsten Reise.

 

Wo sehen Sie sich in der Zukunft, wo soll es hingehen?

Ich bin momentan glücklich da, wo ich bin. Abseits vom Radio moderiere ich manchmal Veranstaltungen, das möchte ich intensivieren. Tonstudio-Sprecherjobs reizen mich sowieso – spannend wäre auch, einen Film zu synchronisieren. Also wenn Hollywood für den nächsten Blockbuster anruft: Ich bin bereit! (lacht)