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People | 07.06.2017

Linzer Musical-Star stürmt die Charts

Radio statt Bühne: Ariana Schirasi-Fard (32) und Poptracker launchen ersten gemeinsamen Song

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Ariana Schirasi-Fard ist seit 2012 Mitglied des Musical-Ensembles im Linzer Musiktheater und hat im Mai zusammen mit Poptracker die Single „Hold“ herausgebracht. 8© justsmilepics)

Dass Ariana Schirasi-Fard neben ihrer imposanten Musicalkarriere beim Linzer Musiktheater mit dem Pop-Song „Hold“ die Charts erobert, hätte sie wohl selbst nicht gedacht. Wir trafen die gebürtige Mödlingerin mit persischen Wurzeln und sympathische Stimmungskanone zum Interview im Linzer Bistro „Horst“.

 

Du hast an den Performing Arts Studios Vienna im Bereich Tanz, Gesang und Schauspiel studiert. Wann war für dich klar, dass du diesen Weg einschlagen willst?

Ich hatte schon früh den unglaublichen Drang zu tanzen und fühlte mich bereits im Kleinkindalter auf der Bühne wohl. Da ich in einem Sportgymnasium war, habe ich auch alle möglichen Sportarten gemacht, die ich aber nach und nach wieder abbrach – nur das Tanzen ist mir geblieben! Mit 15 Jahren bin ich zum Jugendmusical gegangen, wo ich den Probenprozess und alles Drumherum kennengelernt habe. Die Aufnahmeprüfung an den Performing Art Studios machte ich eigentlich erst mal „auf gut Glück“. Ich dachte mir, wenn das nichts wird, studiere ich eben Jus. (lacht)

 

Seit Dezember 2012 bist du festes Mitglied des Musiktheater-Ensembles. Wie hat es dich dorthin verschlagen?

Fast ein bisschen durch Zufall. Ich war damals in Wien und habe kleinere Sachen gemacht, bis ich dann zur Audition ins Musiktheater gegangen bin – ohne große Erwartungen zu hegen. Als ich dann den Anruf bekam, dass ich den Job bekomme, war ich echt überwältigt! Es gibt so viele tolle Musicals, aber besonders reizvoll im Musiktheater ist die Möglichkeit, sowohl in großen als auch in kleinen, unbekannten Stücken zu spielen. Diese Abwechslung gibt es nur hier!

 

Vom Musical ins Radio: Im Mai haben du und das Wiener Produzentenduo Poptracker es mit dem Song „Hold“ in die Austrocharts geschafft. Ein Erfolg, mit dem ihr gerechnet habt?

Also, ich kann nur für mich reden: Nein! (lacht) Ich hab alles gehofft und mit nichts gerechnet.

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SELFIE. Redakteurin Denise Derflinger und Ariana

Wie kam es zu der Zusammenarbeit für dieses Projekt?

Martin, die eine Hälfte von Poptracker, arbeitet in einem Aufnahmestudio für Sprecherjobs. Ich habe einige Radiojingles gesungen und Martin angeschrieben, ob ich für die Sprecherkartei aktuellere Sachen von mir aufnehmen darf. Da erzählte er mir plötzlich von seiner Lied-Idee, die ich einsingen sollte, damit er weiter daran basteln konnte. Dass Poptracker mit mir produzieren wollen, damit habe ich allerdings nicht gerechnet!

 

Im Musikvideo zum Song stellst du auch deine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis. Wie war es, vor der Kamera zu stehen?

Gar nicht so einfach. Auf der Bühne zu spielen ist eine Sache, da zählen große Bewegungen und eine starke Mimik, um auch in den hinteren Reihen noch sichtbar zu sein. Vor der Kamera zu stehen ist etwas ganz anderes – da muss man „klein“ spielen und die Mimik stark zurücknehmen. Dank Martina, die das Video gemacht hat, fühlte ich mich aber sehr wohl!

 

Gastauftritt und Lover-Rolle im Video hat Landestheater-Kollege Riccardo Greco. Seid ihr auch im „echten Leben“ befreundet?

Auf alle Fälle! Wir beide sind ein eingespieltes Team. Im Moment stehen wir für „Hedwig an the Angry Inch“ auf der Bühne, im September dann für „Hairspray“. Über die Spielzeiten sind wir stark zusammengewachsen, ich schätze ihn wegen seiner Kreativität, seinem Talent, und auch als Mensch mag ich ihn sehr gerne.

 

Dein erster Song, zahlreiche Proben und Aufführungen... Bleibt da noch (Frei-)Zeit für dich?

Meine Freizeit nehme ich mir ganz bewusst. Natürlich habe ich nur wenig davon, gerade jetzt, wo der Song draußen ist. Es ist nicht immer einfach, meine Termine in Linz und Wien zu koordinieren, Theaterspielen ist mehr als ein Vollzeitjob. Wenn ich nach Mödling fahre, ist das für mich ein regelrechter Tapetenwechsel: Hier lasse ich es mir mit Freunden und Familie gut gehen und mache das, was mir Spaß macht, wie beispielsweise basteln und meine Gartenmöbel abschleifen und neu streichen.

 

Was hast du für die Zukunft geplant? Wird es einen „Hold“-Nachfolger geben?

Natürlich habe ich Pläne für die Zukunft, bis August 2018 spiele ich auf jeden Fall noch weiter in Linz am Theater.Langfristig plane ich aber nichts, weil es eh immer anders kommt, als man denkt. Meine Wünsche sind grundlegend: eine gesunde Familie, ein stabiles Umfeld... Man darf immer nach mehr streben, aber man muss vor allem das schätzen können, was man hat. Einen „Hold“-Nachfolger mit Poptracker wird es sehr wahrscheinlich geben, wir haben schon ein paar Ideen für einen neuen Song. Ich habe jedenfalls sehr viel Lust darauf!