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People | 07.06.2021

Lieben, Leben, Lernen

Mit „Alleine“ veröffentlicht die Linzerin Nina Jokesch (30) ihr erstes Buch in Form eines intimen Tagebuches und schildert ihre Reise durch die Pandemie sowie das Gefühl von Einsamsein.

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© privat

Einen Tag vor dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr reist  Nina Jokesch in einer Ruckzuck-Aktion zu ihrem Freund nach Nordrhein-Westfalen. Ihre ohnehin aus der Norm fallende Beziehung wird daraufhin auf eine schwere Probe gestellt, geprägt von Krankheit, Traurigkeit und Verzweiflung in einem fremden Land. Dennoch ist die Marketingexpertin aus Linz für diese „schwerste Phase ihres Lebens“ sehr dankbar. An Spannung wird es in ihrem Buch „Alleine“ nicht fehlen, denn das Leben hat ihr immer wieder gezeigt, dass es einzig an ihr liegt, etwas zu ändern.

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Jokesch, Sie haben quasi Ihre Tagebucheinträge als Buch veröffentlicht. Was wollen Sie den Lesern mit Ihrem Buch mitteilen?

Nina Jokesch: Die Entscheidung, diese persönlichen Einblicke zu veröffentlichen, war keine leichte. Sind diese ja doch sehr intim. Nach intensiver Überlegung habe ich mich dann doch dazu entschieden. Ziel ist es, Menschen zu bewegen und zu berühren. Zu motivieren, wenn jemand auch gerade in einer schwierigen Phase steckt. Denn egal, wie das perfekte Leben für jemanden aussieht, eines gilt für alle: Jeder hat Höhen und Tiefen. Jeder hat seine Herausforderungen zu meistern – aber man ist damit nicht alleine.

Einen Tag vor dem ersten Lockdown sind Sie der Liebe wegen nach Deutschland gereist. Ihr Freund erkrankte an Corona, musste auf die Intensivstation. Was war für Sie das Schlimmste in dieser Zeit? 

Diese Zeit hat mich von Tag zu Tag mehr gefordert und mir immer neue Herausforderungen vor die Füße geworfen, mit denen ich mich in diesem Moment einfach überfordert fühlte. Es hat sich nach und nach zugespitzt – erst die Hiobsbotschaft, dass Leon ins Krankenhaus musste, dann die Verlegung auf die Intensivstation. Tag für Tag wurde eines draufgesetzt, obwohl ich ohnehin bereits verzweifelt war. 

Mittlerweile sind Sie wieder in Österreich. Was haben Sie aus dieser Erfahrung gelernt? 

Dass alles immer beim ICH startet. Ich suchte damals die Antworten auf meine Fragen bei anderen Menschen – bei meiner Familie, bei Freunden, bei Leon, sogar bei Leons Freunden. Eines Tages realisierte ich, dass nur ich diese Fragen beantworten kann. Außerdem gibt es kein richtig oder falsch bei Entscheidungen. Jede Entscheidung macht uns zu dem Menschen, der wir sind und lässt uns Erfahrungen sammeln, an denen wir wachsen können. Und das ist gut so. Erfahrung entsteht, wenn man den Mut hat, den nächsten Schritt zu wagen und Fehler zu riskieren. Ich habe gelernt, auf mich und in mich zu hören.

Wie haben Sie es geschafft, an sich zu glauben und positiv zu bleiben?

Das mag jetzt nach Hokuspokus klingen, aber ich habe immer wieder die richtigen Worte und Sichtweisen zur richtigen Zeit von unterschiedlichen Menschen erhalten. Im Buch habe ich beispielsweise von Brian aus Amerika erzählt. Er schrieb mir an diesem einen Abend eine Nachricht und wollte sich nur erkundigen, wie es mir geht. Während der gesamten Zeit waren er und seine Frau dann eine extreme Stütze. Rückblickend kann ich sagen, dass mir das Leben zwar einen riesigen Berg an Herausforderungen gegeben hat. Gleichzeitig aber auch die nötige Stütze gesendet hatte, die ich jeweils benötigte. 

 

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Buchtipp „Alleine“ von Nina Jokesch ISBN: 978-3-200-07453-8 Erhältlich um 14 Euro auf www.alleine-von-ninajokesch.com und in ausgewählten Buchhandlungen.