Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 06.09.2021

Leadership mit Schmetterlingen im Bauch

Nachdem er 23 Jahre lang als globaler Red Bull Manager jungen Talenten Flügel verleihen konnte, lebt Manfred Hückel seinen Lebenstraum als ehrenamtlicher Managing Partner der St. Gilgen International School weiter und zeigt in einem Podcast auf, dass man schon in jungen Jahren lernen kann, sich selbst und andere zu Außergewöhnlichem zu führen.

Bild portraits_content_page_1_0000_Manfred.jpg
© StGIS/ Leo Rosas

Manfred Hückel kam vor 23 Jahren als einer der ersten Manager zur noch unbekannten Firma Red Bull nach Salzburg und hat schon damals gespürt, dass aus dieser Firma etwas Großes werden würde. Heute gibt er sein umfangreiches Wissen im Bereich Management und Leadership in der St. Gilgen International School, in seinem Podcast „Leadership mit Schmetterlingen im Bauch“ sowie in Kursen über Leadership und Verhandlungstechnik weiter. Warum es ihm so wichtig ist, jungen bzw. auch älteren Talenten Flügel zu verleihen, was er von Red Bull-Gründer und Chef Dietrich Mateschitz gelernt hat und wie er es schafft, dass jemand freiwillig einen Regenwurm verspeist, hat uns der gebürtige Wiener, der in Mondsee lebt, im Interview erzählt.

OBERÖSTERREICHER: Herr Dr. Hückel, Sie kamen 1995 als einer der ersten Manager zur damals noch unbekannten Firma Red Bull nach Fuschl am See. Was haben Sie vorher gemacht und wie sind Sie auf das Unternehmen aufmerksam geworden?

Manfred Hückel: Ich habe damals in Lissabon für Procter&Gamble gearbeitet und Marketing für ein Geschirrspülmittel gemacht, als mich eine Headhunterin aus Österreich angerufen und mir vom Red Bull Start-up erzählt hat – auch wenn es die Bezeichnung „Start-up“ damals noch gar nicht gab. Davor hatte ich Jus und Wirtschaft in Wien und den USA studiert und eine mäßig erfolgreiche Handballkarriere verfolgt, mit einem Kurzeinsatz im Europacup der Landesmeister als Höhepunkt.

Red Bull ist heute als einziges österreichisches Unternehmen im Ranking der 500 wertvollsten Marken der Welt und beschäftigt mehr als 12.600 Mitarbeiter. Hatten Sie schon damals das Gefühl, dass Red Bull einmal etwas ganz Großes werden würde?

Ja, es gab zwar noch keine Anzeichen für diesen globalen Erfolg, ich spürte aber sofort ein Bauchkribbeln – wie den Flügelschlag von Schmetterlingen im Bauch – sobald ich an diese Marke dachte.

 

Was macht den großen Erfolg von Red Bull-Gründer und Chef Dietrich Mateschitz aus, was haben Sie von ihm gelernt?


Er ist das einzige Marketing-Genie, das ich je kennengelernt habe. Und ich habe von ihm gelernt, trotz des Erfolges bodenständig zu bleiben.

Insgesamt 23 Jahre waren Sie bei Red Bull als globaler Manager tätig. Was unterscheidet Red Bull signifikant von anderen Unternehmen?

Die Unternehmenskultur und die Marke Red Bull. Alles andere kann man kopieren.

 

Was haben Sie persönlich aus Ihrer Zeit bei Red Bull mitgenommen?


Ich habe in diesen 23 Jahren einzigartige Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und dem Sport in aller Welt kennengelernt. Sie haben mich in ihrem Streben nach dem Außergewöhnlichen inspiriert und ich habe von ihnen gelernt, wie man sich selbst und andere zu Erfolgen führt.

Seit April geben Sie Ihren Erfahrungsschatz im Podcast „Leadership mit Schmetterlingen im Bauch“ weiter. Wie kam es dazu?

Einen Podcast zu machen, war die Idee von jungen Mitarbeitenden einer Werbeagentur, die mich zu einem Leadership-Vortrag eingeladen hatten. Verwirklicht habe ich es dann mit dem Social Media Start-up „Freezer“ aus Mondsee.

In einigen Episoden verraten Sie u. a. Techniken, wie man andere Menschen im positiven Sinn manipulieren kann. Können Sie uns dazu ein konkretes Beispiel geben?

Meine Tochter hat als Zwölfjährige bei mir eine sogenannte „Weapon of Influence“ eingesetzt, gegen die ich machtlos war, und zwar meine bedingungslose Liebe zu ihr. Sie wollte nämlich ein Pferd. Natürlich habe ich ihr alle rationalen Gründe aufgezählt, warum das unmöglich wäre: gefährlich, teuer etc. Sie hat nicht lockergelassen und ist auch nicht davor zurückgeschreckt, die Tränchen in ihren himmelblauen Augen einzusetzen. Kurze Zeit später hatten wir vier Pferde. Vier!!! Sie hat mich nämlich auch noch dazu gebracht, selbst mit dem Springreiten anzufangen, wofür ich wirklich keinerlei Talent habe. Es gibt mehrere solcher „Weapons of Influence“ oder Manipulationstechniken, bei denen wir schlicht- weg unser Gehirn ausschalten.

Neben dem Podcast bieten Sie auch Kurse zum Thema „Leadership und Verhandlungs- technik“ in St. Gilgen an. Was erwartet die Kursteilnehmer hier?

In einer kleinen Gruppe von sechs bis zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann ich in drei intensiven Tagen individuell auf deren Stärken eingehen und ihnen Werkzeuge in die Hand geben, um sich selbst und andere zu außergewöhnlichen Erfolgen zu führen. Dabei werden auch Rollenspiele und Case Studies der Harvard Business School eingesetzt – und das Naturerlebnis am Wolfgangsee darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Genaueres findet man auf der Homepage www.manfredhueckel.com

Bild WKS_Dr_Manfred_Hueckel_3.jpg
© StGIS/ Leo Rosas

Mit seinem Podcast will der Ex-Manager auch junge Menschen ermutigen, sich selbst Außergewöhnliches zuzutrauen und schon in jungen Jahren Führungsanspruch zu übernehmen.

Lesen Sie die ganze Story in unserer aktuellen Ausgabe von DER OBERÖSTERREICHER!