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People | 03.03.2019

Karl Lagerfeld: Sein aufregendes Leben in Bildern

Er hat uns mit Mode reich beschenkt und über Jahrzehnte mit Bonmots bestens unterhalten. Die ganze Welt trauert um Karl Lagerfeld, dessen Leben und Wirken einem modernen Märchen gleicht. Au revoir, cher Karl!

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Zeitlos: Auch im hohen Alter stilisierte sich Karl Lagerfeld mit dunkler Brille, weißem Zopf und hohem Kragen noch zur Ikone. Nachlässigkeit hielt er für eine schlechte Charaktereigenschaft. © picturedesk.com

Als die Nachricht vom Tod Karl Lagerfelds am 19. Februar bekannt wurde, stand die Modewelt einen kurzen Moment lang still, ehe in den sozialen Medien ein Sturm der Trauer losbrach, dem sich vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron bis hin zu Victoria Beckham niemand entziehen konnte. Alle taten ihren Schmerz kund – und selten zuvor klangen die Kondolenzen so ehrlich. Mit Karl Lagerfeld starb ein Weltstar, einer der letzten großen Couturiers, dessen Lebenswerk beinahe 70 Jahre umfasste. 1933 in Hamburg als Sohn eines Dosenmilchfabrikanten geboren, war es vor allem seine Mutter, die ihn förderte und forderte. Elisabeth Lagerfeld darf wohlwollend als exzentrisch beschrieben werden. Sie war es, die das kreative Talent des Sohnes erkannte und ihn später ermutigte, Deutschland zu verlassen, sie war es aber auch, die den kleinen Karl aufforderte, besser den Mund zu halten, waren seine Antworten für ihren Geschmack nicht amüsant genug.

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Sportlich: In seinen jungen Jahren betrieb er intensives Bodybulding. Zu erahnen auf diesem Bild aus dem Jahr 1970. © picturedesk.com
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Karl Lagerfeld im Frühling 1979 bei der Arbeit in seinem Pariser Studio. © picturedesk.com
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Preisträger: Mit diesem „Cocktail Coat“ gewann Lagerfeld 1954 den Design Award des Internationalen Wollsekretariats. © picturedesk.com

,,Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund!" - Karl Lagerfelds Arbeitsethos.

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Vor seinem Aufstieg bei Chanel arbeitete Lagerfeld als Kreativdirektor bei Chloé. © picturedesk.com
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Lebenspartner: 18 Jahre lang lebte Karl Lagerfeld mit Jacques de Bascher (l.) zusammen, der 1989 verstarb. Das Foto mit Helmut Berger (r.) entstand 1981. © picturedesk.com
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Kunstsinn: Karl Lagerfeld besuchte 2011 „A Tribute To Pedro Almodóvar“ im Museum Of Modern Art in New York. © picturedesk.com.
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Auf dem Laufsteg bei der Chanel-Schau 2012 im Jardin des Tuileries in Paris. © picturedesk.com
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Beach-Party: Einer seiner letzten Auftritte im Oktober 2018 bei der Chanel-Show, für die er einen Strand in den Grand Palais bauen ließ. © picturedesk.com
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Vertraute: Lagerfeld 2018 mit seinem Patensohn Hudson Kroenig und seiner Nachfolgerin Virginie Viard in New York. © picturedesk.com

Karriere in Paris


1953 begleitete ihn Mama Elisabeth nach Paris, wo er eine Lehre bei Pierre Balmain absolvierte und 1954 den International Woolmark Prize in der Kategorie „Mantel“ gewann. Die Auszeichnung für das beste Abendkleid erhielt übrigens im selben Jahr Yves Saint Laurent, mit dem Lagerfeld eine lebens­lange Rivalität verband. Nach Stationen bei verschiedenen Firmen wechselte er 1963 zu Chloé, wo er bis 1978 blieb, und verantwortete ab 1965 bis zu seinem Tod auch die Kollektionen von Fendi. Zur Legende wurde Karl Lagerfeld aber erst durch seine Arbeit bei Chanel. 1983 wurde er zum künstlerischen Direktor des damals reichlich angestaubten Hauses ­ernannt, dem er im Geiste seiner Gründerin Coco Chanel zu neuem Glanz verhalf. Fortan setzte er mit jeder Kollektion, die in spektakulären Shows präsentiert wurden, neue Maßstäbe.


Dank seiner Visionen und unglaublichen Tatkraft wurde Chanel zur exklusivsten Marke der Welt, die heute einen Jahresumsatz von vier Milliarden Euro verzeichnet. Daneben betätigte sich der rastlose Workaholic aber auch als Fotograf, Autor und Kunstsammler, unterhielt zahlreiche Wohnsitze, pflegte sein Image akribisch und nahm, um in Anzüge von Dior Homme zu passen, eine permanente strenge Diät in Kauf. Nicht zu vergessen auch Katze Choupette, die er ebenfalls zur weltweit bekannten Marke machte.

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Message: 2015 nützte der Designer den Laufsteg, um seine Botschaften unter das Modevolk zu bringen. © picturedesk.com
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Eng verbunden: Caroline von Monaco (M.) mit Karl Lagerfeld, Tochter Charlotte (r.), Sohn Pierre (2. v. l.) und Schwiegertochter Beatrice (l.) beim Rosenball in Monte Carlo 2017. © picturedesk.com
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Er machte Claudia Schiffer zum Supermodel. © picturedesk.com
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Vogue-Chefin Anna Wintour bewunderte Karl Lagerfeld und trug sehr oft Mode von Chanel. © picturedesk.com
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Zärtlich: Patensohn Hudson Kroenig durfte stets mit auf den Laufsteg und bekam dafür jedes Mal ein Küsschen. © picturedesk.com

Legendäre Bonmots

Beinahe so berühmt wie seine Mode waren auch die Sprüche von Karl Lagerfeld, die ebenso wortgewaltig wie ironisch bei jeder Gelegenheit aus ihm herausbrachen. „Das Geld muss aus dem Fenster, damit es zur Tür wieder reinkommt“, lautete einer davon. Und legendär: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“. Er konnte aber auch sehr böse sein, wie Heidi Klum erfahren musste, über die er einst urteilte: „Ich kenne sie nicht. Claudia kennt sie auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht.“

 

,,Stress? Das kenne ich nicht, ich kenne nur Strass." - Karl Lagerfeld gewohnt ironisch.

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Cara Delevingne war eine seiner letzten Musen, zu denen auch Claudia Schiffer und Kate Moss gehörten. © Getty Images
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look!-Herausgeberin Uschi Fellner mit Lagerfelds „favourite male model“ Baptiste Giabiconi.oss gehörten.

Chanel in Salzburg

Eine besondere Liebe hegte Karl Lagerfeld zu Salzburg, wo er 2014 auf Schloss Leopoldskron die „Métiers d’Arts“-Kollektion präsentierte. Zu sehen gab es eine trachtig angehauchte Kollektion, tat der Maestro doch bei der Gelegenheit kund, als Kind selbst am liebsten Tracht getragen zu haben. Die Show geriet zum Triumph, wie alles, was Karl Lagerfeld anfasste. Nach seinem Tod übernimmt nun Virginie Viard, von ihm selbst als seine „linke und rechte Hand“ bezeichnet, die künstlerische Leitung von Chanel. Was immer sie auch daraus machen mag, Kaiser Karl, wie er liebevoll und ehrfürchtig genannt wurde, wird der Modewelt unendlich fehlen.

 

,,Es gibt nur eine Stadt wie Salzburg. Das gibt’s nur einmal, das gibt’s nie wieder." - 2014 bei der Chanel-Show auf Schloss Leopoldskron.

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Imperiale Kulisse: Im Dezember 2014 erstrahlte Schloss Leopoldskron für Chanel in goldenem Glanz. © Getty Images
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In dieser Suite fühlte sich auch Choupette sehr wohl ... © Getty Images
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Trachtig: In Salzburg präsentierte der Mode-Maestro seine Chanel-Kreationen in alpiner Anmutung. © Doris Sommer
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Als Dank für die schöne Zeit schrieb und zeichnete Karl Lagerfeld diese Widmung in das Gästebuch von Schloss Leopoldskron. © Doris Sommer