Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 02.07.2019

Jacinta übergibt das Zepter

Höchste Qualität, handwerkliche Präzision und eine große Portion Feingefühl zeichnen das Goldschmiedehaus JACINTA in Grieskirchen aus. Noch im Sommer geht Jacinta M. Mössenböck in Pension. Dass es mit der Goldschmiede auch ohne sie weitergehen wird, verrät die Firmengründerin im Interview.

Bild 1906_O_Jacinta_7901.jpg
© Andares Marketing & Kommunikation

Im Jahr 1986 gründete Jacinta M. Mössenböck ihre Goldschmiedewerkstatt mit Diamantengroßhandel in Pollham bei Grieskirchen und startete damit in die Selbstständigkeit. Zwei Jahre später übersiedelte die erfolgreiche Geschäftsfrau mit dem Atelier für feine Goldschmiedekunst nach Grieskirchen und machte sich vor allem durch Schmuckstücke nach eigenen Entwürfen einen exzellenten Namen bei den Kunden und in der Szene. Nun verabschiedet sich die kunstaffine Grieskirchnerin in den wohlverdienten Ruhestand und verrät uns im Interview, wie sie die Nachfolge geregelt hat, warum sie die Galerie Schloss Parz weiterhin tatkräftig unterstützen wird und dass man auf ihr Gespür für Design auch künftig nicht verzichten muss. 

OBERÖSTERREICHERIN: Bald ist es so weit und Sie verabschieden sich in die Pension. Wie geht es mit Ihrem Atelier in Grieskirchen weiter?

Jacinta Mössenböck: Eines kann ich versprechen: Es geht gut, jedoch anders weiter. Die Goldschmiede wird im August vorübergehend geschlossen, danach wird die Goldschmiede unter dem Namen JACINTA von der neuen Leitung weitergeführt. Es werden also weiterhin schöne neue Schmuckstücke entstehen. 

 

Bild 1906_O_Jacinta_7883.jpg
© Andares Marketing & Kommunikation

Mit welchem Gefühl treten Sie den neuen Lebensabschnitt an? 

Einerseits mit viel Dankbarkeit, dass ich mit meinen kompetenten Mitarbeitern die Möglichkeit hatte, die Goldschmiede gut zu führen und wir die großartigsten Kunden betreuen durften, die mir und uns großes Vertrauen in Design, Qualität und Preis gegeben haben. Andererseits ist natürlich schon ein bisschen Wehmut vorhanden. Ich werde meine Mitarbeiter und natürlich auch meine Kunden sehr vermissen. Aber ich freue mich, dass die Goldschmiede JACINTA in junge Hände gelegt wird. 

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Künftig werde ich mich meiner Leidenschaft, dem Design, widmen. Vor sechs Jahren habe ich eine Leuchten-Kollektion aus Eisen entworfen und in den Metallwerkstätten Pöttinger Prototypen gefertigt. Mein Sohn Mathias wird sie unter dem Namen seines Unternehmens VALLUNA in Serie bringen und vertreiben. Die erste Kollektion MOBILE ist schon ab Frühsommer serienreif. Als Nächstes folgt die Kollektion EISENFLUG: Es gibt bereits viele Entwürfe. Seit vielen Jahren bin ich auch immer wieder im Möbeldesign tätig. Ich freue mich sehr darauf, mehr Zeit bzw. viel Zeit dafür zu haben. Na ja, und ich werde auch reisen, Freunde besuchen und so weiter. 

 

Bild 1906_O_Jacinta_7632.jpg
Das Goldschmiedehaus in Grieskirchen wird unter dem Namen JACINTA weitergeführt. (© Andares Marketing & Kommunikation)

Im Goldschmiedehaus in Grieskirchen haben Sie vor neun Jahren ein Boutique-Hotel Garni eingerichtet. Wer kümmert sich in Zukunft da­rum?

Das Hotel im Goldschmiedehaus wird es weiterhin geben. Ob ich es selber betreiben werde oder eine andere Person, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden.

 

Wird es in der Galerie Schloss Parz, die Sie vor zwölf Jahren gemeinsam mit Ihrem Bruder Laurenz Pöttinger ins Leben gerufen haben, Veränderungen geben?

Die Galerie wird sehr gut von unserer Direktorin, Kunsthistorikerin Barbara Wetzlmair, geführt. Aber klar, mein Bruder Laurenz Pöttinger, Georg Spiegelfeld und ich werden dieses Projekt weiterhin tatkräftig unterstützen. Ob ich das als Privatperson oder als Teilhaberin mache, werde ich dem Team im Sommer bekannt geben.

 

Was war und ist für Sie das Schöns­­te an dem Beruf als Goldschmiedin?

Gestalten zu können und das Handwerk zu beherrschen, das ist  meine große Leidenschaft. Das Schönste an diesem Handwerk ist allerdings, wenn das fertige Schmuckstück richtig gut gelungen ist und ich es auch nach vielen Jahren an der Trägerin sehe. 

 

Bild 1906_O_Jacinta_7911.jpg
Das Boutique-Hotel im Goldschmiedehaus wird es auf jeden Fall weiterhin geben. (© Andares Marketing & Kommunikation)

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit als Galeristin?

Mir gefallen der Austausch mit interessanten Künstlerpersönlichkeiten einerseits und mit Kunstinteressierten und Sammlern andererseits. Es ist schön, die Möglichkeit zu haben, Kunstinteressierten in den Räumen unserer Galerie verschiedenste Kunstwerke zu zeigen und auch anbieten zu können. 

 

Welche Zukunft sagen Sie dem Goldschmiedehandwerk voraus?

Das Goldschmiedehandwerk wird es bestimmt immer geben. Gute Goldschmiede sind gesucht, sagt mein Diamanthändler. Gold und Edelsteine wirft man nicht weg, wir haben auch schon sehr viele schöne neue Schmuckstücke aus altem Schmuck gefertigt. Weiters bieten Goldschmiede das fachlich richtige Reparieren von Schmuckstücken an, und auch für die Kirche sind Goldschmiede auf dem Reparatursektor tätig.