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People | 19.04.2017

"Innovativ sein und bleiben"

Seit 2006 leitet Robert Schneider als Direktor die Geschicke der Messe Wels. Uns hat er erzählt, was ihn an diesem Job fasziniert und warum er sich Kritik auch nach so vielen Jahren immer noch zu Herzen nimmt.

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„Ich mag die Vielseitigkeit an meinem Job und das unmittelbare Feedback." (Mag. Robert Schneider)

Als wir Robert Schneider, Direktor der Messe Wels, zum Interview treffen, herrscht auf dem Messegelände reges Treiben. Kein Wunder, schließlich wird am Tag darauf die Messe „Handwerk“ eröffnet. „Das ist eine Premiere für uns“, erklärt Schneider. „Wir haben diese Messe von Grund auf neu konzipiert, dahinter stecken eineinhalb Jahre Arbeit im Vorfeld. Jetzt sind wir schon sehr gespannt, wie sie beim Publikum ankommt.“

Seit 2006 leitet der 49-Jährige die Geschicke der Messe Wels und hat sie in dieser Zeit auch zum größten Messestandort Österreichs gemacht. Ein Erfolg, für den vor allem auch sein erfahrenes Team verantwortlich ist, wie er im Interview betont.

 

Sie sind seit elf Jahren Direktor der Messe Wels. Welche Bilanz können Sie nach dieser Zeit ziehen?

Ich kann eine sehr positive Bilanz ziehen. Und diese lässt sich am besten anhand von Zahlen festmachen. Wir haben in dieser Zeit den Umsatz um knapp 80 Prozent gesteigert. Das ist sehr ordentlich, weil wir ja eine Messegesellschaft und kein Startup oder Ähnliches sind. Wir haben mehr als 50 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert – in den Bau der Messehallen 20 und 21 sowie des Bürotraktes. Das ist top in Österreich und kann sich sogar international sehen lassen. Da­rüber hinaus sind wir zum größten Messestandort Österreichs geworden, noch vor Wien und Salzburg.

 

Wels als größter Messestandort Österreichs – macht Sie das auch ein bisschen stolz?

Natürlich macht mich das stolz, aber für diesen Erfolg ist die ganze Mannschaft verantwortlich. Es ist unser Erfolgsrezept, dass wir ein sehr erfahrenes Messe-Team haben, das seit fast zehn Jahren nahezu unverändert ist. Das zeichnet uns aus! Dazu kommt die kontinuierliche Entwicklung, im Durchschnitt haben wir jedes Jahr eine neue Messe eingeführt. Man muss immer innovativ sein und es auch bleiben!

 

Gibt es eine Veranstaltung, die Ihnen in dieser Zeit besonders ans Herz gewachsen ist?

Da bedarf es jetzt einer diplomatischen Antwort (lacht). Wenn ich nach meiner Lieblingsmesse gefragt werde, sage ich immer: Die, die als Nächstes ansteht! Und es stimmt ja, weil ich tatsächlich keinen Favoriten unter den Veranstaltungen habe.

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Im Gespräch mit Redakteurin Nicole Madlmayr

Wissen Sie schon, wie es mit der Agra­ria weitergehen wird?

Die Agraria ist ein großes Thema für uns, nachdem es Bestrebungen gibt, die Messe künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus in Tulln und Wels zu veranstalten. Das würde bedeuten, dass sie nur noch alle vier Jahre bei uns wäre. Dieses Modell halte ich für problematisch, weil dadurch beide Messeplätze an Bedeutung verlieren würden. Allerdings laufen die Gespräche noch, weshalb ich nicht vorgreifen möchte.

 

Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert? Gibt es Messen, die an Bedeutung gewonnen, andere wiederum verloren haben?

Glücklicherweise hat das Messegeschehen nicht an Bedeutung verloren, es hat ein konstantes Wachstum gegeben. Was wir feststellen konnten, ist, dass der Trend eindeutig in Richtung fachbezogene Publikumsmessen geht. Von der Modellbaumesse über das Fishing-Festival bis zur Pferdemesse – wir setzen dabei immer auf hohes Niveau. Wenn die Qualität der Aussteller und des Programmes stimmen, dann kommt das Publikum gern aus ganz Österreich.

 

Gibt es Messen, die Sie gern nach Wels holen würden?

Da fallen mir auf Anhieb fünf bis zehn Themen ein, die mir sehr für Wels  gefallen würden. Wir arbeiten aktuell auch daran, allerdings passt es nicht zu unserer Geschäftspolitik, wenn ich damit jetzt schon an die Öffentlichkeit gehen würde.

 

Welche Eigenschaften braucht man als Messedirektor unbedingt?

Man muss sehr vielseitig sein, strategisch denken und sich schnell in Themen einarbeiten können. Wenn ich unsere Gast-Veranstaltungen miteinrechne, sind es rund 25 unterschiedliche Themenbereiche, Branchen und natürlich auch die Menschen, die dahinterstehen. Außerdem ist es wichtig, Kontakte und Netzwerke zu pflegen, weil Messen seit jeher auch als Treffpunkt und Plattform fungieren. Und man braucht natürlich eine gewisse Ruhe und Stressresistenz, während eine Messe stattfindet.

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Der Chef vor Ort: Messe-Direktor Robert Schneider bei der „Handwerk 2017“. (© Messe Wels)

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Lösungsorientiert, fördernd und immer unterstützend, damit neue Möglichkeiten geschaffen werden können.

 

Was ist für Sie das Spannende an Ihrem Job?

Ich mag die Vielseitigkeit und das unmittelbare Feedback. Wenn eine Messe gut läuft und die Hallen voll sind, bekommt man sehr viel Lob. Läuft etwas weniger gut, hört man auch das noch am gleichen Tag. Wobei man sich Misserfolge jedes Mal gleich zu Herzen nimmt. Da stumpft man auch nach so vielen Jahren nicht ab.

 

Sie arbeiten viel – auch an den Wochenenden. Wobei können Sie abschalten und neue Kraft tanken?

Eine große Kraftquelle ist für mich meine Familie. Gut abschalten und auftanken kann ich auch beim Sport – am liebsten beim Radfahren, Mountainbiken und Skitouren-Gehen.