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People | 10.10.2018

Innovation & Urban Gardening

Eine Österreicherin in der Schweiz: Sophie Edlmair kehrte ihrem Biologiestudium den Rücken und suchte sich aufgrund besserer Berufsaussichten ein neues Betätigungsfeld auf dem Gebiet der Innovation. Im Blog lebt sie nebenher ihre Passion für Pflanzen aus.

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Innovationsmanagerin und botanische Bloggerin: Sophie Edlmair (29) bringt „ihre PS“ seit über einem Jahr bei Phoenix Mecano in der Schweiz „auf den Boden“. (© Tamara Dickel, Matthias Hauck)

Das Stadtklima ist ein spezielles. Für Pflanzen sowieso. Für eine Tirolerin erst recht. Mehr Grün im grauen Umfeld – daran arbeitet die Innovationsmanagerin und botanische Bloggerin, seit sie vor eineinhalb Jahren der Liebe wegen in die Schweiz übersiedelt ist. Da ihre Berufsaussichten mit einem Biologie- und Sprachstudium nicht gerade berauschend aussahen, beschloss Sophie Edlmair, auf Innovationsmanagement umzusatteln. Wie ihr die oberösterreichische LIMAK-Ausbildung „MBA Innovation und Produktmanagement“ regelrecht zuflog, sie beruflich in einem mittelständischen Betrieb am Bodensee an Innovationsschrauben dreht und privat ihr Balkonparadies im Beton­dschungel verwirklicht, erzählt die quirlige und offenherzige Innovationsmanagerin im Gespräch.

Sie sind ursprünglich Biologin, studierten dazu Russisch und Polnisch und sammelten Auslandserfahrung in Sibirien, Polen und Korea, bevor Sie letzten Herbst an der LIMAK Austrian Business School eine ganz neue Richtung einschlugen. Was an dem Studium „Innovation und Produktmanagement“ hat Ihr Interesse geweckt?
Ich würde sagen, es war schlicht die Panik, als Biologin nach dem Studium keinen Job zu finden, die mich nach Alternativen suchen ließ. Ich fand die Start-up-Szene recht erfrischend und suchte nach einem Bereich in der Wirtschaft, der es auch „Nicht-Betriebswirten“ ermöglicht, Karriere zu machen. Innovation ist wie geschaffen für solche Leute – Querdenken, Vernetzen, aber auch nicht immer auf der Metaebene herumdiskutieren, sondern die PS auf den Boden bringen – das muss man im Innovationsmanagement.

Sie haben beim Open Innovation Wettbewerb mitgemacht und als beste Einreichung Ihrer Innovationsidee für „Essen auf Rädern“ den MBA Innovationsmanagement an der LIMAK quasi „gewonnen“. Wie kam das?
Die „Essen auf Rädern“-Challenge war großartig. Ich hatte gerade beschlossen, mein Masterstudium Botanik zu schmeißen und wartete vor dem Büro für Exmatrikulation der Uni Innsbruck. Gelangweilt blätterte ich das ÖH-Heft durch. Ich sah die Anzeige und dachte: „Wenn ich das gewinne, dann mach ich Botanik auch noch“ – und ging heim, ohne mich zu exmatrikulieren.

 

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Balkonparadies statt Betondschungel: Mehr darüber im Blog balconybotanista.com (© Tamara Dickel, Matthias Hauck)

Was waren Ihre Erwartungen? Und haben sich diese erfüllt?
Der MBA war Weltklasse! Besonders die Innovationsgruppe – es war die lustigste, bunteste Gruppe, die ich außerhalb von Studenten-WGs je erlebt habe. Auf die Inhalte greife ich regelmäßig zurück, die Unterlagen stehen neben meinem Schreibtisch.

Was an dem Job in der Schweiz hat Sie gereizt?
Zuallererst übersiedelte ich zu meinem Partner, danach kam der Job als „Leiterin Business Development“ bei der Phoenix Mecano Komponenten AG, die sich von einem traditionellen Industriekomponentenunternehmen zu einem innovativen Unternehmen weiterentwickeln will. Mir gefiel der Gedanke, in einem Unternehmen mit KMU-Charakter Innovation zu eta­blieren. In die Industrie hat es mich eher zufällig verschlagen.

Wie sieht Ihr Aufgabengebiet aus?
Ich habe die Abteilung „Business Development“ aufgebaut und leite diese sowie diverse Innovationsprojekte.

Hobbymäßig interessieren Sie sich nach wie vor für die Botanik, im Besonderen für neue Landwirtschaftskonzepte wie Permakultur. Unter bal­conybotanista.com geben Sie Tipps zum Urban Gardening – für mehr Grün im städtischen Betondschungel. Worum geht es Ihnen in dem Blog?
Mein Blog ist mein Ausgleich zum Job. Ich liebe es, Pflanzen anzusäen, sie wachsen zu sehen und am Ende des Sommers die Früchte zu ernten. Bei mir werden keine Pestizide oder Kunstdünger eingesetzt – ich möchte mein Gemüse genießen können. Ich habe versucht, einzelne Permakulturprinzipien in meinen Balkongarten einfließen zu lassen. Samenfestes Saatgut und hauseigener Wurmkomposter sind das Minimum. Permakultur fasziniert mich, denn sie bietet einfache Lösungen. Wenn Permakultur als „Chaosgärtnern“ hingestellt wird, muss ich lachen, denn: Seit wann wächst die Natur in Reih und Glied? Mein Blog soll andere ermutigen, sich wieder auf die Natur einzulassen, sich die Hände schmutzig zu machen und mehr Achtung vor der Arbeit hinter den Lebensmitteln zu entwickeln.

Was sagt Ihr Partner zum heranwachsenden Urwaldprojekt auf dem Balkon?
Er pflückt fröhlich Tomaten und Kürbisse, Chilis und Paprika. Im Übrigen unterstützt mein Partner meine Permakulturambitionen – wir haben uns sogar ein Stück Landwirtschaftsland gekauft.