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People | 26.09.2019

Im Mundart-Chic auf Zeitreise

Die Oberösterreicherin Marlene Mairinger ist Sängerin, E-Geigerin, Songwriterin, Label-Inhaberin und Produzentin. Wo sie auftritt, brodelt die Stimmung. Im Interview erzählte sie uns von ihrem neuen Projekt und was es sich mit ihrem Pseudonym auf sich hat.

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© SCHLOUSE

Sie war Kellnerin, Model, Tanzlehrerassistentin, LKW Fahrerin und Unternehmerin einer Eventagentur. Dann wurde sie Mama von zwei bezaubernden Zwillingsmädels, die nun seit neun Jahren in ihrem Leben die ersten Geigen spielen. Seit 2015 lebt Marlene Mairinger als Solokünstlerin und Songwriterin von der Musik, erzählt im oberösterreichischen Zungenschlag Geschichten aus ihrem bunten Leben und rockt mit ihren beiden musikalischen Identitäten „Cat la Groove“ und „Marlen Billii“ Österreichs Club- und Eventbühnen. Ihr neuestes Video katapultiert die Fans zurück in die schrillen 80er Jahre. Mittendrin: Toni Polster.

Als E-Geigerin Cat la Groove bist du schon seit 2009 im Musikbusiness tätig. Zurzeit kennt man dich aber vor allem unter den Namen Marlen Billii. Wie kam es dazu?

Mit „Cat La Groove“ habe ich als Liveact begonnen, aber irgendwann war es Zeit für ein Projekt mit selbstgeschriebenen Songs. Da ich nichts Englisches machen wollte, hab ich begonnen Texte in Mundart zu schreiben und Geschichten aus meinem Leben zu erzählen. 2015 habe ich meinen ersten Titel „Taunz im Regen“ veröffentlicht, und ein Jahr später mein erstes Album. Egal in welcher Rolle, ich bin immer im Auftrag der guten Stimmung unterwegs und genau das liebe ich an meinem Job.

Vor Kurzem hast du die Single „Jugendzeit“ veröffentlicht – als Vorgeschmack auf dein neues Album. Was erwartet die Fans?

Ich bin ein Kind der 80er Jahre und genau das habe ich im Song „Jungendzeit“ festgehalten. Ich schreibe ja alle meine Songs selbst, aber auch für andere Künstler, wie zum Beispiel Stefanie Hertel. Diesmal haben wir den Spieß umgedreht und Stefanie hat den Text für mich geschrieben.

Das Album heißt „Darf’s ein bisserl mehr sein?“ und erscheint im Jänner. Es wird sehr bunt und vielfältig und, wie der Name schon sagt, mehr als es bisher von mir zu hören gab. Die Songs reichen von einer Ballade für einen kürzlich verstorbenen Freund bis hin zu sozialkritisch angehauchten Songs und natürlich lustige Partynummern. Man darf also gespannt sein.

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© SCHLOUSE

Das dazugehörige Musikvideo steht ganz im Zeichen der 80er und lässt kein Klischee aus. Gibst du uns ein paar Einblicke?

Es war total lustig. Es geht ja um meine Jugendzeit, die 80er und 90er, und dazu haben wir einen ganz besonderen Gastauftritt von einem Star aus dieser Zeit. Der liebe Toni Polster war nämlich beim Dreh dabei. Die Stylings sind originalgetreu - unsere Stylistin Bianca Humer hat uns perfekt in Szene gesetzt. Wir haben einen DeLorean und einen K.I.T.T zu Verfügung gestellt bekommen – original 80er Jahre Autos, kombiniert mit passenden Outfits. Unser Produzent Wolfgang Lindner ist in die Rolle des Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“ geschlüpft, und dem Toni haben wir seine Jugendfrisur verpasst. Mehr verrate ich aber nicht. (lacht)

Lustig ist auch die Herkunft deines Künstlernamens. Verrätst du uns was es mit deinem Namen Marlen Billii auf sich hat?

Das Wort Billii bedeutet tatsächlich Katze auf Nepalesisch (lacht). Ich bin ein totaler Katzenmensch und da Marlen Katze nicht sehr melodisch klingt, habe ich den Google Übersetzer befragt und bin auf Billii gestoßen.

Die Mundart ist in der österreichischen Musikbranche in den letzten Jahren wieder salonfähig geworden. Ist das das Rezept um hierzulande erfolgreich zu sein?

Das typische Erfolgsrezept gibt es nicht. Ich glaube, dass man in jeder Sprache Erfolg haben kann – egal ob Englisch, Deutsch, Mundart oder Französisch. Das wichtigste ist immer authentisch zu bleiben. Nur dann kaufen mir die Leute das ab. Es geht darum, dass ich das, was ich auf der Bühne verkörpere, auch wirklich lebe. Genau das mache ich. Ich mache alles selbst, darf so sein wie ich sein will und lebe meinen Traum. Dafür bin ich sehr dankbar.

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© SCHLOUSE

Wo siehst du dich in ein paar Jahren? Wo geht die Reise musikalisch hin?

Ich habe neben meinem beiden Musikprojekten auch noch zwei Plattenfirmen und einen Musikverlag und mache dort auch Releases für junge Künstler. Das möchte ich auf jeden Fall weiterhin forcieren und junge Künstler unterstützen, für andere Künstler Songs schreiben, aber natürlich auch meine eigenen beiden Projekte weiterentwickeln. Da sich die Musik aber, wie alles andere, rasant entwickelt, kann man noch gar nicht sagen, welche Musik es in 20 Jahren geben wird.

Alles in allem habe ich das, was ich mir immer gewünscht habe schon erreicht – nämlich von der Musik zu leben. Alles was jetzt noch kommt, ist das Sahnehäubchen oben drauf. Da ich Schlagobers aber eh gern mag, darf das Sahnehäubchen ruhig groß ausfallen. (lacht)

 

Text: Christin Pogoriutschnig