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People | 28.05.2018

„Ich will berühren“

Die letzten acht Jahre stand Schauspieler Alexander Moitzi (34) in den USA auf der Bühne und vor der Kamera. Wir haben den gebürtigen Scharnsteiner, der sogar an der New Yorker Metropolitan Opera aufgetreten ist, zum Interview gebeten.

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Schauspieler Alexander Moitzi (© Nick Glimenakis United Artists Corporation)

Seine Großcousine war keine Geringere als HollywoodSchönheit Marisa Mell († 1992). Die gebürtige Grazerin eroberte in den 1960er-Jahren als Schauspielerin die ganze Welt und spielte neben Filmgrößen wie Michel Piccoli, Tony Curtis oder Woody Allen. „Ich kann mich leider nur mehr ganz schwach an Marisa Mell erinnern. Ich war ein kleines Kind, als sie bei meiner Oma zu Hause im familiären Kreis Klavier gespielt hat“, erzählt Alexander Moitzi. Wie seine berühmte Großcousine hat es auch den 34-jährigen Oberösterreicher, der in Scharnstein aufgewachsen ist, ins Schauspielfach verschlagen. Und begonnen hat alles sehr früh, als die Mutter den aufgeweckten Buben im Alter von drei Jahren in den Bewegungsunterricht schickte. Dort konnte er sich bei Musik und Tanz nicht nur austoben, dort wurde auch die Leidenschaft für die Bretter, die die Welt bedeuten, gelegt. Nachdem er die Kindermusical-Ausbildung in Puchenau bei Linz absolviert hatte, ging es für den jungen talentierten Mann an die Performing Arts Studios nach Wien. Bereits während des Studiums erhielt er unter anderem Engagements bei den Bregenzer Festspielen, stand als Florian in „Finix“ am Wiener Raimund-Theater auf der Bühne und trat als Sänger und Tänzer für Popstar Anastacia beim Wiener Life Ball auf.

Ausbildung am berühmten Wil­liam Esper Studio in New York. Nachdem er zwei Jahre lang in Österreich und Deutschland gearbeitet hatte, zog es Ale­xander Moitzi hinaus in die weite Welt. Er begann im Jahr 2009 ein Schauspielstudium am renommierten William Esper Studio in New York, das unter anderem Stars wie Jeff Goldblum oder Kim Basin­ger absolviert haben. „Es waren zwei sehr anstrengende und intensive Jahre, und ich habe dort nicht nur beruflich viel gelernt, sondern auch einiges über mich selbst und den Umgang mit Menschen erfahren. Es war eine Schule des Lebens für mich“, schwärmt Alexander Moitzi, der die letzten zehn Jahre international sehr erfolgreich unterwegs war.

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Berühmte Großcousine: Marisa Mell, die Grazer Schönheit mit den Katzenaugen, startete als Schauspielerin in den 1960er-Jahren an der Seite von Woody Allen und Peter O‘Toole eine Blitzkarriere. (© Nick Glimenakis United Artists Corporation)

Am Set mit Leonardo DiCaprio. So wirkte Alexander Moitzi etwa in der NBC-Serie „Smash“ mit und stand als Bassa Selim in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ an der weltberühmten New Yorker Metropolitan Opera auf der Bühne. Im Kinofilm „The Wolf of Wallstreet“ drehte der Oberösterreicher an der Seite von Leonardo DiCaprio. Dennoch ist das Leben in New York beinhart. Während seiner Ausbildung musste sich Moitzi teilweise mit vier Nebenjobs über Wasser halten, um sich das Wohnen im teuren Manhattan leisten zu können. „Natürlich war es schwierig, aber New York hat eine riesengroße Theater-, Film- und Fernsehszene, man muss als Ausländer seine Nische finden. Und die hat der Oberösterreicher vor allem in der Off-Szene gefunden, wo er jahrelang sehr erfolgreich aktiv war. Was seine beruflichen Ziele anbelangt, ist der Schauspieler allerdings demütig geworden. „Vor ein paar Jahres wollte ich unbedingt zum Film und dort Berühmtheit erlangen“, lacht Moitzi. Seit einem Engagement in einem Kindertheater in New York hat sich für ihn aber vieles relativiert. „Es war eine der besten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Von Kindern bekommt man eine grundehrliche Reaktion, sie zeigen dir sofort, wenn ihnen etwas nicht gefällt oder das Stück langweilig ist“, schildert Moitzi. Heute ist es ihm in erster Linie wichtig, Menschen mit seiner Arbeit berühren zu können.

Back to Europe. Das Jahr 2018 verbringt Alexander Moitzi in der Heimat und versucht, auch hierzulande als Schauspieler Fuß zu fassen. „Natürlich kann ich mir vorstellen, wieder ganz in die Heimat zurückzugehen. New York ist schon sehr hektisch und laut! Österreich alleine wird mir aber auf die Dauer sicher zu klein. Berlin würde mich reizen, denn die Stadt ist ein bisschen das europäische New York.“  Und, ist es einfacher ein Engagement zu bekommen, wenn man eine internationale Karriere vorzuweisen hat? „Das ist schwer zu sagen, die Welt liegt einem zwar nicht zu Füßen, aber man betrachtet viele Dinge relaxter, wenn man sich in New York durchgeschlagen hat“, so Moitzi.