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People | 23.11.2015

"Ich war schüchtern und zurückhaltend"

Er ist der Rockstar unter den Comedians, füllt mit seinem einzigartigen Witz riesige Stadien, sein Markenzeichen, die traumhaften langen Haare, lassen Frauen vor Neid erblassen. Wir haben den hochsympathischen Bülent Ceylan vor seinem Auftritt am 4. Dezember in der TipsArena Linz zum Talk gebeten.

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(© Ralph Larmann)

Dass „HAARdrocker“ Bülent Ceylan als Kind schüchtern und zurückhaltend war, ist ungefähr so wenig vorstellbar wie der Papst headbangend in einem Heavy Metal-Lokal. Heute ist der deutsch-türkische Comedy-Superstar eine echte Rampensau, wovon sich jeder am 4. Dezember in der Linzer Tips-Arena live überzeugen kann – übrigens der letzte Österreich-Termin, an dem Bülent Ceylan mit seinem Programm „HAARDROCK“ zu sehen ist!

 

Welchen Beruf haben Sie eigentlich erlernt? Oder wurden Sie als Comedian geboren? 

Ich habe mal Politikwissenschaft und Philosophie studiert, aber erfolgreich abgebrochen! (Lacht) Ich war in der Zeit auch mal Sänger einer Rockband. Aber Comedy war schon immer im Blut. Ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen!

 

Wie sind Sie zum Kabarett gekommen?

Meinen ersten Auftritt hatte ich vor meiner Mutter, da war ich neun. Die hat so herzhaft gelacht, dass ich gemerkt hab: Wow, das ist toll, wie ich meine Mutter fröhlich machen kann! (Lacht) Dann später hatte ich auf dem Schulfest meinen ers-ten großen Auftritt und dann nach dem Abitur hab ich Stimmen imitiert. Später hab ich gemeinsam mit Roland Junghans meine eigenen Figuren entwickelt und alles andere hat sich dann bis heute so weiterentwickelt … Die Zeit vergeht! (Lacht

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Bülent Ceylan als arbeitsloser Harald. (© Ralph Larmann)

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Mal auf der Bühne? Wie war es?

Aufregend! Ist es aber heute auch noch! Nur dass ich mich damals noch mehr beweisen musste. Schließlich kannte mich noch keiner und da muss man die Fans erst gewinnen. 

 

Sie stellen in Ihren Programmen kulturelle Vorurteile zur Schau. Ihre Parodien sind intelligent durchdacht, immer wieder mit kleinen Seitenhieben in Richtung rechtes Gedankengut. Sie haben Philosophie und Politikwissenschaft studiert, wenn auch ohne Abschluss. Wäre politisches Kabarett interessant für Sie?  

Nee, ich liebe Entertainment! Ich will nicht zu schwere Kost vermitteln, das geht auf Dauer auf den Magen. 

 

Was können Sie uns zu Ihrem Programm „HAARDROCK“ verraten? 

Naja, jetzt kommen ja schon die letzten Termine von „HAARDROCK“. Und wer das nicht verpassen will, der hat jetzt nochmal die Chance, den Hasan, Harald, Mompfreed oder Anneliese zu erleben. Hasan ist der Machotürke mit Sprüchen wie: „Ich bin kein Mann für eine Nacht … So viel Zeit hab ich net!“. Harald ist so ein bisschen der naive Monnemer (Anm. d. Red.: Mannheimer): „Mir sind die Fraue früher reihenweis nachgerennt, jetzt halt nicht mehr, weil ich aufgehört hab, Handtasche zu klaue.“ Mompfreed ist der Hausmeister und erklärt den Kindern im
Publikum zum Beispiel, was Viagra ist: „Des ist wie Fantasialand! Eine Stunde warten für zwei Minuten Fahrt!“ Ja, und die Anneliese ist die High Society-Lady, die nach dem Motto lebt: „Egal, wie der Dax steht, Hauptsache er liegt gut um die Schul­tern!“ (Lacht)

 

Sie spielen nicht zum ersten Mal in Österreich. Was schätzen Sie am österreichischen Publikum?

Ich liebe es!!! Sie glauben gar nicht, wie sehr ich mich immer wieder auf die Österreich-Tour freue! Das Publikum ist frenetisch und sehr warmherzig! Wir verstehen uns einfach – und ich liebe die Sprache! (Schmunzelt)  

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In der Rolle als Großmaul Hasan. (© Ralph Larmann)

Warum lieben Sie die Zuschauer so – egal ob Österreicher, Deutsche oder Deutschtürken bzw. -österreicher?

Ich glaube, dass der Österreicher genau erkennt, ob einer authentisch ist oder nicht. Ich habe einen Riesen Spaß auf der Bühne und schätze mein Publikum sehr, denn ohne sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin! 

 

Waren Sie in der Schule der Klassenclown? 

Überhaupt nicht! Ich war eher schüchtern und zurückhaltend! Das kam erst später, als ich mich mit 17 zum ersten Mal getraut habe, auf dem Schulfest aufzutreten – als Boris Becker. (Lacht

 

Sind Sie auch privat lustig oder nur im Beruf auf der Bühne? Wie sind Sie privat?

Ich bin privat Mr. Bean. (Lacht) Mit mir essen zu gehen, ist wie mit einem kleinen Jungen essen zu gehen, die ganze Tischdecke ist versaut! Aber zwischendurch kann man mit mir auch sehr philosophische, ernste Gespräche führen … 

 

In welchen Situationen kennen Sie keinen Spaß?

Wenn man mich anlügt oder wenn Menschen schlecht und unfair behandelt werden! 

 

Sie haben traumhafte Haare, auf die Sie sichtlich stolz sind. Sind Sie allgemein eitel?

Jeder, der auf der Bühne steht, ist eitel! Aber für die Haare kann ich nichts, ich bin so auf die Welt gekommen! Meine Mutter musste mich bei der Geburt vor lauter Haare erst mal suchen. Meine Mutter bekommt für den Gag jetzt wieder zehn Prozent! (Lacht

 

Was an Ihnen ist typisch deutsch, was typisch türkisch? 

Untenrum bin ich Türkisch, aber jetzt muss ich doch erst mal einen Cut machen … (Lacht) Aber ich versteh die Frage nicht ganz, weil ich bin doch Österreicher. 

 

Was wird man in Zukunft von Ihnen hören? Gibt es konkrete Pläne für neue Shows? 

Vor Weihnachten wird zum ersten Mal meine größte TV-Show stattfinden. Auf RTL zeige ich um 20:15 Uhr eine Fami­lienshow, die ans Herz gehen wird. Lasst euch überraschen!