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People | 08.05.2019

"Ich verschiebe nichts mehr auf später"

Vor vier Jahren erhält Dagmar Stögmüller-Hager die Diagnose Brustkrebs. Noch während der Behandlungen erstellt die Moderatorin und Mutter eines Sohnes eine „Chemo-Bucket-List“. Drei ihrer Lebensträume hat sie sich seither bereits erfüllt.

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Dagmar Stögmüller-Hager leitet die Unternehmens­kommunikation bei Life Radio und ist dort auch als Moderatorin und in der Redaktion tätig. (© Lukas Riegel)

Groß, blond, attraktiv, unglaublich sympathisch und redegewandt. Die meisten hierzulande kennen Dagmar Stögmüller-Hager als Moderatorin von Life Radio. Heute verantwortet die studierte Sportwissenschaftlerin, Mediatorin und Kommunikationswissenschaftlerin beim oberösterreichischen Privatradiosender die Unternehmenskommunikation, moderiert und ist auch in der Redaktion sowie als Coach tätig. Mit ihrem Mann Christian und ihrem 14-jährigen Sohn Nico lebt die gebürtige Kärntnerin in Leonding.

Genau vier Jahre ist es her, dass Dagmar Stögmüller-Hager die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs erhalten hat. „Da meine Mama bereits zweimal Brustkrebs hatte, war ich natürlich von vornherein äußerst vorsichtig und ging jedes halbe Jahr zur Kontrolle. Obwohl bei einer Routineuntersuchung im Oktober 2014 noch alles bestens war, fühlte Dagmar nur drei Monate später beim Abtasten in der Dusche einen Knoten in der Brust. Sofort ging sie ins Krankenhaus und unterzog sich einer weiteren Untersuchung. Doch bei der Mammografie konnte nichts Ungewöhnliches gefunden werden. Da sie aber genetisch bedingt ein Risikofall war und das Brustgewebe eine hohe Dichte aufwies, entschied man sich, eine Sonografie zu machen. Erst bei dieser Ultraschalluntersuchung konnte der Brustkrebs eindeutig festgestellt werden.

 

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Punkt 1 der Bucket-List: Dagmar nach der Chemo am berühmten Nugget Point, dem südlichsten Zipfel Neuseelands (© privat)

Leben für das Kind. „Natürlich zieht einem so eine Diagnose den Boden unter den Füßen weg. Mein Sohn war damals zehn Jahre alt – mein einziger Gedanke in diesem Moment: ‚Ich will für mein Kind leben!‘.“ Um auf Nummer sicher zu gehen, ließ sie sich wie Angelina Jolie die Brüste sowie auch die Eierstöcke entfernen und musste sich einer sehr kräfteraubenden Chemotherapie unterziehen. Und noch etwas wurde der Leondingerin, die übrigens drei Universitätsabschlüsse in der Tasche hat, in dieser Zeit klar, nämlich, dass sie nichts mehr von ihren Träumen und Vorhaben auf später verschieben wird.

„Während der Chemo habe ich eine Top-drei-Liste mit meinen großen Lebensträumen erstellt und mir diese mittlerweile auch erfüllt. Gleich als Erstes machte ich – noch mit Perücke, da mir während der Chemo die Haare ausgegangen waren – eine große Neuseelandreise mit meiner Familie zu den ‚Herr der Ringe‘-Drehorten. Wir waren einen Monat lang unterwegs und es war einfach fantastisch. Mein Mann und mein Sohn waren während der schwierigen Zeit immer eine große Stütze.“

 Reise zum heiligen Berg. Vergangenen Sommer erfüllte sie sich mit einer Freundin einen weiteren Lebens­traum und reiste, versorgt mit Tipps von Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner, nach Nepal und Tibet auf eine Trekking-Tour zum Mount Everest Base-Camp und zum Mount Kailash, dem heiligen Berg Tibets, der als Zentrum des Universums gilt. Die Liebe zu den Bergen hat Dagmar Stögmüller-Hager von ihrem Vater, einem Alpinausbildner, geerbt. „Diese Reise war für mich spirituell und auch von der Landschaft her absolut einmalig. Immer wieder bin ich vor Ehrfurcht und Dankbarkeit in Tränen ausgebrochen. Wir waren am höchsten Punkt der Kaisah Kora auf fast 5.700 Höhenmetern unterwegs – ich habe noch nie einen derartigen Kraftplatz gespürt“, schwärmt sie.    

 

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Milford Sound: Ein Selfie vor dem berühmten Mitre Peak im Milford Sound auf der Südinsel Neuseelands (© privat)

Roman fertiggestellt. Und auch Punkt drei ihrer Chemo-Bucket-List wurde mittlerweile erfolgreich in Angriff genommen. „Ich habe schon immer gerne geschrieben, und im Laufe der Zeit haben sich auf meinem Laptop mehrere Manuskripte für Bücher angesammelt. Meine Krankheit gab mir den Anstoß, endlich eines davon an einen Verlag zu schicken. Nachdem ich den Roman nach dem Testlesen noch zweimal umgeschrieben habe, war mein ‚Baby‘ endlich so weit, um im Verlag Federfrei geboren zu werden“, schildert Dagmar. Ihr Roman „Der Tod gibt Autogramme“, der nichts mit ihrer Krebskrankheit, sondern mit einer abgebrühten Klatsch­reporterin und dunklen Machenschaften zu tun hat, wird am 14. Mai im Wissens­turm in Linz vorgestellt.

Die Krebserkrankung hat Dagmar immer im Hinterkopf, und jeder Gang zur Nachkontrolle wird zur absoluten Zerreißprobe für die Nerven. „Dennoch sehe ich das Leben heute, vier Jahre danach, viel gelassener. Ich spreche Dinge, die mir nicht passen, offen an und mache vieles von dem, wofür ich früher zu bequem war. Meine Mama hat Brustkrebs zweimal überlebt, sie ist heute 79 Jahre und gut drauf. Sie ist mein großes Vorbild. Ich bin viel mit ihr in Kontakt und fahre mindestens alle sechs Wochen nach Villach, um sie zu besuchen.“ Der Zukunft sieht Dagmar positiv entgegen. „Ich reise für mein Leben gern und plane gerade eine Tour durch Island mit dem Land Rover. Und auch an meinem zweiten Roman, der Fortsetzung von „Der Tod gibt Autogramme“, arbeite ich im Moment. Ansonsten möchte ich einfach nur einen coolen Sommer mit meinen Lieben verbringen und jeden Tag genießen.“

 

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Ein Herz und eine Seele: Zweimal erkrankte Dagmars Mama Sissy an Brustkrebs. Heute geht es der 79-Jährigen, die in Villach lebt, gut. (© privat)

"Der Tod gibt Autogramme" 

Kriminialroman von Dagmar Hager – der Inhalt:

 

Die Reichen, Schönen und Berühmten sind seit Jahren die Welt der Wiener Reporterin Lilly. Allerdings kennt sie auch die vielen Schattenseiten und ist deshalb sehr vorsichtig. Dennoch rutscht sie in eine Affäre mit dem aufstrebenden Schauspieler Georg Speltz. Als die auffliegt, beginnt für Lilly eine schrille Achterbahnfahrt im Scheinwerferlicht. Speltz ist faszinierend, aber auch ein Lügner mit vielen Geheimnissen. Seine Vergangenheit ist dubios, seine Agentin kaltschnäuzig.

Und es kommt noch schlimmer. Während eines Drehs stirbt eine Prostituierte, die kurz zuvor noch in Speltzs Hotelzimmer war.

Als Lilly eine weitere Leiche entdeckt, die offensichtlich ebenfalls mit ihm zu tun hat, muss sie schleunigst herausfinden, welch perfides Spiel er treibt. Sonst wird auch sie nicht überleben.

 

Buchpräsentation:

Am 14. Mai um 19 Uhr wird Dagmar Stögmüller-Hager ihren Roman „Der Tod gibt Autogramme“ bei einer Lesung im Wissensturm in Linz präsentieren.

Infos unter www.dagmarhager.com

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"Der Tod gibt Autogramme"; Federfrei Verlag, ISBN-13: 9783990740422, € 12,90