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People | 12.03.2019

"Ich möchte ein Vorbild für junge Frauen sein"

Seit 1. Jänner ist Mag. Stefanie Christina Huber im Vorstand der Sparkasse OÖ. Im Interview spricht sie unter anderem über ihre neue Funktion, ihre Ziele und die Rolle der Banken im Bereich der Finanzbildung.

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Mag. Stefanie Christina Huber, Vorständin der Sparkasse OÖ (© Sparkasse OÖ)

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Mag. Huber, Sie sind seit Anfang Jänner Vorstandsdirektorin der Sparkasse OÖ. Kam Ihre Bestellung überraschend für Sie?

Mag. Huber: Ich habe in strategischen Themen sehr eng mit dem Vorstand zusammengearbeitet und auch Ausbildungsmodule für potenzielle Vorstandsdirektoren besucht. Daher war es klar, dass die Möglichkeit bestand, in den Vorstand bestellt zu werden. 

 

Frauen sind in den Vorständen von großen Unternehmen dünn gesät. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Das Aufweichen traditioneller Rollenbilder ist ein steter Prozess, der gerade erst am Anfang steht. Ich habe den Eindruck, dass sich Frauen manchmal zu wenig zutrauen und auch mit ihren Kompetenzen eher hinter dem Berg halten als Männer.

 

Sehen Sie sich als Quotenfrau?

Was zählt, ist die Kompetenz. Diese hat auch bei meiner Bestellung den Ausschlag gegeben. Jene Anforderungen, die gebraucht wurden, habe ich erfüllt, daher ist die Wahl auf mich gefallen. Der Begriff „Quotenfrau“ schmälert die Leistungen und Kompetenzen von Frauen, daher halte ich ihn für unangebracht.

 

Was raten Sie jungen Frauen?

Es geht darum, junge Frauen zu motivieren, Karrierechancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten. Hier fehlt oft der Mut, den entscheidenden Schritt zu machen. Ich möchte ein Vorbild für junge Frauen sein.

 

Nach Ihrem Studium hat Sie der berufliche Weg direkt in die Sparkasse OÖ geführt. Wie ging es danach weiter?

Am Tag meiner Diplomprüfung war ein Aushang am schwarzen Brett für ein Trainee-Programm in der Sparkasse OÖ. Diese Chance habe ich wahrgenommen. Und wie man sieht, war es die richtige Entscheidung. Denn ich bin gleich von Anfang an voll aufgeblüht in der Bankenwelt. Ich habe im Treasury der Bank gestartet. Mit den Jahren sind die Aufgaben und die Verantwortung gewachsen.

 

Welche Bereiche verantworten Sie als Vorstandsdirektorin?

Ich bin für die Bereiche Kommerzkunden und Finanzen sowie Treasury verantwortlich. Es ist ein breites Feld an Aufgaben, das sowohl die Arbeit mit Kunden als auch die Gestaltung in internen Bereichen umfasst.

 

Was sind die Herausforderungen bei Ihrer neuen Aufgabe?

Die Sparkasse OÖ steht seit 170 Jahren für Kundennähe, und bis heute ist die Gründungsintention, Wohlstand für alle zu schaffen, spürbar. Wir haben uns im Vorstandsteam gemeinsam Schwerpunkten verschrieben, die den Kunden und den Kundennutzen unserer Serviceleistungen und Produkte sehr stark in den Mittelpunkt stellen. Das gab es bisher schon, jetzt noch mehr.

 

Zinsen, Inflation & Co. – vielen Erwachsenen sind diese Begriffe fremd. Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Studien belegen, dass es um das Finanzwissen der Österreicher nicht zum Besten steht. Ich denke, dass neben den Schulen hier auch den Banken Verantwortung zukommt, Begeisterung für wirtschaftliche Themen zu wecken. Wo die Zusammenhänge verstanden werden, wird Interesse für Wirtschaft und Finanzen wachsen. 

 

Werden hierzu konkrete Aktionen gesetzt?

Mit dem Angebot „FLiP – Financial Life Park“ der Erste Bank und Sparkassen Gruppe in Wien, einem innovativen Museum, in dem der Umgang mit Geld und wirtschaftliche Themen für Schüler aufbereitet sind, ist ein wichtiger Schritt gesetzt worden. Ab diesem Jahr wird zudem ein „FLiP-Bus“ durch die Bundesländer touren und Schülern auch in OÖ direkt vor Ort zur Verfügung stehen.