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People | 06.10.2020

"Ich lebe meinen Beruf"

Wenn es um Hautgesundheit geht, ist Beautyexpertin Tamara Möstl die richtige Ansprechpartnerin. Uns verrät die 52-Jährige, wie man die Haut auf natürliche Weise straff und frisch halten kann und welche Sünden man in Sachen Hautalterung unbedingt vermeiden soll.

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© Sarah Katharina

Seit 37 Jahren ist Tamara Möstl im Beautybusiness tätig. Ihre Lehre hat die heute 52-Jährige im Betrieb ihrer Eltern, einem Kosmetik- und Fußpflege-
institut neben der Auberg-Sauna in Linz, absolviert. Als damals die Geschäftsführerin in der Kosmetik erkrankte, sprang Tamara Möstl über Nacht ein und ist ihrem Metier bis heute treu geblieben. Vor 17 Jahren ist sie mit ihrem Fach-
institut für Hautgesundheit in die Hauptstraße 77 nach Urfahr übersiedelt und hat sich dort als „Apotheke für die Schönheit“ bestens etabliert. Für ihr Business ist die attraktive Kirchschlagerin zweifelsohne die beste Werbung – denn die bereits zweifache Oma strahlt von innen wie von außen und macht bei unserem Covershooting in der neuen Herbstmode von Bellissima La Moda in Linz eine Top-Figur.

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Möstl, war es für Sie immer schon klar, den Weg ins Beautybusiness einzuschlagen?

Tamara Möstl: Nein, eigentlich wollte ich immer Verkäuferin werden. Aber da ich quasi im Studio meiner Eltern aufgewachsen bin, habe ich viel von ihrem Beruf mitbekommen und eines Tages entschieden, eine Ausbildung in der Fußpflege und Kosmetik zu machen.

Sie sind nun seit 37 Jahren in diesem Bereich tätig, was hat sich in dieser Zeit in Sachen Angebot und auch Ansprüche der Kunden verändert?

Das Angebot ist umfassender geworden und auch die Kunden haben andere Ansprüche. Zu meinen Anfängen haben wir die Fußpflege in 20 Minuten gemacht, jetzt dauert sie eine Stunde. Und auch im Bereich der Gesichts-
behandlungen muss es heute im Studio etwas Besonderes sein, eine 08/15-Behandlung kann man schließlich auch zu Hause machen. Gegenwärtig geht es sehr stark in den ästhetischen und medizinischen Bereich. Auch der Wohlfühlfaktor spielt eine große Rolle. Die Kunden wollen sich verwöhnen lassen und rasch ein Ergebnis sehen.

Wie lautet Ihre Firmenphilosophie?

Am wichtigsten sind mir Ehrlichkeit und Authentizität. Ich würde nie etwas machen, hinter dem ich nicht zu hundert Prozent stehe. Ich würde auch keinem Kunden eine Behandlung raten, die nicht notwendig ist. Ehrlichkeit ist für mich das Um und Auf, damit bin ich seit der Gründung meines Unternehmens am besten gefahren.

Sie verstehen sich als „Apotheke für die Schönheit“. Können Sie das genauer erklären?

Das bedeutet, dass ich Gesundheitsvorsorge für die Haut mache, sie verbessere und im Anti-Aging-Bereich so lange wie möglich auf natürliche Weise straff und frisch halte. Dazu verwende ich moderne und hocheffiziente Apparate wie den Laser und biete Behandlungen wie Mesotherapie, Needling und Fruchtsäure an. Man muss nicht aalglatt sein, gewisse Linien gehören zu unserem Leben dazu und diese darf man auch zeigen – gepflegt allerdings.

Welche Produkte bieten Sie in Ihrem Institut an?

Meine Eigenmarken „Tamara Möstl“ und „CBD Flora“, weiters arbeite ich auch mit Produkten von Juliette Armand, Klapp Cosmetics und E&M Vital.

Was muss ein Partner haben, damit Sie mit ihm zusammenarbeiten?

Hier ist es mir wichtig, ein familiäres und offenes Verhältnis zu haben. Ein Partner muss Ehrlichkeit über die Wirkstoffe, die er für ein Produkt verwendet, an den Tag legen und es darf nichts „Böses“ in den Produkten sein. Sie müssen frei von Parabenen, Mineralöl und Silikonen sein. Die Kosmetika müssen natürliche Inhaltsstoffe vorweisen, gut verträglich sein und sollen nur in Fach-
instituten verwendet werden, die sich auch wirklich damit auskennen.

Wie ist es zu Ihrer eigenen Kosmetiklinie „Tamara Möstl“ gekommen?

Es hat mich genervt, dass es vor allem im Anti-Aging-Bereich jede Menge Kosmetikprodukte gibt, in denen viele Wirkstoffe vorhanden sind, die im Prinzip gar nicht gebraucht werden. Ein einziger Powerwirkstoff reicht völlig aus. Daher lautet bei mir die Devise: „Weniger ist mehr!“ Da ich am Markt nichts Passendes gefunden habe, habe ich selbst eine Linie entwickelt.

Wie darf man sich das vorstellen?

Ich habe mit Chemikern und Experten zusammengearbeitet, die die Produkte nach meinen Vorstellungen in ihren Labors entwickelt haben. Nachdem die Produkte meinen strengen Tests standgehalten haben, sind wir damit auf den Markt gegangen.

Sie bieten auch CBD-Produkte an. Können Sie das genauer erklären?

CBD (Cannabidiol) ist ein nicht psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze, die einen vielfältigen medizinischen Nutzen hat. Hier sind wir mit der Eigenproduktion „CBD Flora“ am Start. Die Pflanzen werden im Burgenland und in Oberösterreich angebaut, wir sind bei der Ernte dabei und wissen daher genau, wo sie herkommen. Da ist alles garantiert Bio. Bei mir im Institut und bei meinem Sohn Marco im Shop in Linz gibt es CBD-Öle, die beruhigend und entzündungshemmend wirken. Zudem bieten wir auch Tees und Honig an. Da tut sich sehr viel und es kommt auch bei den Kunden sehr gut an.

Die Haut ist der Spiegel unserer Seele, heißt es. Wie findet man heraus, was einem guttut?

Mit einer Hautanalyse. Dabei messen wir die Hautfeuchtigkeit, die Elastizität, den Ölgehalt und schauen uns das gesamte Hautbild an. Jedes Gesicht hat eine Zone und ich kann recht gut ablesen, was sich da abspielt. Hautgesundheit bedeutet für mich, ganzheitlich zu denken, also nicht nur kosmetisch von außen, sondern auch von innen und über den Darm, daher messen wir auch den Säure-Basen-Haushalt.

Sie gehen also auch auf die Lebensumstände Ihrer Kunden ein?

Ja genau, man muss herausfinden, was nicht im Gleichgewicht ist und wie die jeweilige Ernährung und der Lebensstil aussehen. In diesem Bereich arbeite ich auch mit Bernadette Ensfellner von E&M Vital zusammen, die basische Naturprodukte herstellt und ein umfassendes Fachwissen hat.

Was sind die größten Sünden in Sachen Hautalterung?

Sonne, Stress und Zucker, letzteres habe ich am eigenen Leib gespürt. Eine weitere Sünde ist es, die Haut nicht richtig zu reinigen. Das ist zwar ein alter Hut, aber die Reinigung ist die halbe Miete. Denn wenn ich mich gut reinige, funktionieren die Seren und Cremen.

 

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© Sarah Katharina

Sie schauen sehr gut aus und haben eine traumhaft schöne Haut. Was machen Sie dafür?

Naja, ich lebe meinen Beruf (lacht). Ich habe meine gewissen Rituale und vermeide, so gut es geht, Süßigkeiten zu naschen. Außerdem gibt es in der Kosmetik sehr wirksame Geheimwaffen, die einem einen Chirurgen ersparen.

Welche sind das?

Das sind der Kaltlaser, Needling, Mesotherapie und Fruchtsäuren. Wenn man regelmäßig alle vier bis sechs Wochen Anti-Aging-Behandlungen macht und sich auch zu Hause gut pflegt, kann man sehr gute Ergebnisse erzielen und die Hautalterung hinauszögern, ohne dafür Unsummen an Geld ausgeben zu müssen. Das Gebot der Stunde ist zudem: Ausreichend Wasser trinken, ernährungstechnisch darauf achten, dass der Darm in Ordnung ist und die Haut regelmäßig mit den passenden Produkten reinigen und pflegen.

Helfen Cremen wirklich gegen Hautalterung?

Ja, man muss allerdings immer auf die Inhaltsstoffe achten. Natürlich wirkt eine Creme eine gewisse Zeit lang auf der Hautoberfläche, wichtig ist aber, dass sie tief eindringen kann. Man muss eine Creme wie ein gutes und hochwertiges Nahrungsmittel sehen, mit dem man sein Depot auffüllt. Auch in einem guten Nahrungsmittel sollte nichts Belastendes drinnen sein. Bei Cremen ist es mir lieber, wenn ein Wirkstoff hochkonzentriert vorhanden ist. Ich habe 18 Jahre lang mit einer renommierten Kosmetikmarke zusammengearbeitet und dabei sehr viel gelernt.

Würden Sie sich unters Messer legen und ein Facelifting machen oder sich Botox spritzen lassen?

Momentan nicht, weil es so viele kosmetische Möglichkeiten und Behandlungen gibt, die das Hautbild jung und gepflegt erhalten. Womöglich lasse ich mir einmal die Schlupflider machen, wobei es mittlerweile auch für den Augenbereich sehr wirksame Seren und Masken gibt. Man muss sie nur regelmäßig anwenden. Und ich muss zugeben, dass ich Angst vor Nadeln und Skalpellen habe (lacht). Aber es gibt tolle und kompetente Ärzte, die ihren Job gut machen. Auch in diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Also, sag niemals nie!

Wenn es um die richtige Hautpflege geht, auch im Hinblick auf Anti-Aging, wann sollten junge Frauen damit beginnen?

Mit der Pflege sollten sie bereits mit dem Beginn ihrer Menstruation anfangen. Zu diesem Zeitpunkt beginnen wir Frauen abzubauen. Das heißt jetzt nicht, dass junge Mädchen bereits einen Anti-Aging-Wirkstoff brauchen, aber ein Produkt, das die Haut mit Feuchtigkeit versorgt, ist sicher von Vorteil.

Sie beschäftigen sechs Mitarbeiterinnen. Wie sind Sie als Chefin?

(Eine Mitarbeiterin kommt um die Ecke und streckt den Daumen in die Höhe). Hmm, wie bin ich als Chefin? Ich sehe unser Team wie eine Familie. Ich bin ein Teamplayer und es ist wichtig, dass wir in guten wie auch in schlechten Zeiten zusammenhalten.

Apropos schlechte Zeiten: Wie sehr hat Sie der coronabedingte Lockdown getroffen?

Es war eigentlich die schlimmste Zeit, seitdem ich das Institut betreibe. Ich hatte Existenzängste und habe mir große Sorgen gemacht, wie ich alles aufrechterhalten kann. Ich habe ja eine Verantwortung meinen Mitarbeiterinnen gegenüber und es war mir vor allem wichtig, alle weiterbeschäftigen zu können.

Wie sind die Geschäfte nach dem Lockdown angelaufen?

Gott sei Dank sind uns unsere Kunden treu geblieben, kommen wieder fleißig zu den Behandlungen und unterstützen uns mit dem Kauf unserer Produkte. Einige Kundschaften haben während des Lockdowns Gutscheine gekauft. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Seitens der Politik hört man immer wieder, dass junge Mädchen nicht mehr in klassische Frauenberufe wie Friseurin oder Kosmetikerin gehen sollen. Ärgert Sie das?

Ich bin eine Rebellin und behaupte immer, dass eine Frau alles schaffen kann. Letztendlich soll man das machen, was einem Spaß und Freude macht, dann wird man auch Erfolg haben. Wichtig ist mir, dass wir Frauen auch immer ganz Frau sein können und unsere Weiblichkeit leben.

Sie waren auch in der Wirtschaftskammer Oberösterreich aktiv und sind sogar Frau Kommerzialrat.

Ich war 28 Jahre lang Innungsmeister-Stellvertreterin und für die Ausbildung der Lehrlinge verantwortlich. Ich habe Lehrlingswettbewerbe organisiert und war auch bei den Lehrabschlussprüfungen und den Befähigungsprüfungen dabei. Vor fünf Jahren habe ich diese Tätigkeit abgegeben.

Wie viele Lehrlinge haben Sie in Ihrem Institut ausgebildet?

Ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber es waren bisher sicher weit über 80. Mit einigen habe ich noch Kontakt, viele haben sich selbstständig gemacht und es ist immer wunderschön zu sehen, wie erfolgreich sie sind. Vielleicht ist in naher Zukunft auch jemand dabei, der mein Studio übernimmt, wenn ich mich in die Pension verabschiede. Wer weiß?

Wie ist Tamara Möstl privat, wo und wie leben Sie?

Mein Mann und ich leben in Kirchschlag in einem kleinen Haus mitten im Wald. Wenn ich heimkomme, ziehe ich den Jogginganzug an, schminke mich ab und beobachte am liebsten meine Hühner, Hasen und Katzen. Dabei komme ich zur Ruhe und kann Kraft tanken.

Sie haben einen Sohn, zieht es ihn in die Kosmetikbranche?

Mein Sohn Marco ist 28 Jahre alt. Direkt in die Kosmetikbranche zieht es ihn nicht. Aber wir arbeiten im Bereich unserer „CBD Flora“-Produkte sehr eng und gut zusammen. Er hat bereits zwei Kinder (18 Monate und drei Monate) und ich muss zugeben, dass ich es liebe, Oma zu sein. Das ist echt ein Highlight und ich genieße es sehr, Zeit mit meinen Enkerln zu verbringen.

Gab es Zeiten, in denen Sie ans Aufhören dachten?

Ans Aufhören habe ich nicht gedacht, aber ich würde sicher einiges anders machen. Ich würde zum Beispiel mein Kind mehr genießen und bin froh, dass ich mich jetzt bei meinen Enkelkindern austoben kann. Ich habe eine tolle Schwiegertochter, die mich das miterleben lässt, das ist nicht selbstverständlich.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Wenn ich ehrlich bin, mache ich in meiner Freizeit am liebsten gar nichts (lacht). Und ich bin auch gerne ganz ungezwungen mit Freunden zusammen.

Wie definieren Sie Schönheit?

Schönheit ist relativ, jeder ist schön für mich und ich kann aus jedem das Beste herausholen.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich möchte meine eigenen Produkte wie „Tamara Möstl“ und „CBD Flora“ ausbauen und meine Kunden gemeinsam mit meinem Team auch weiterhin in Sachen Hautgesundheit bestens und ehrlich betreuen.

Abschließend noch eine Frage: Verirren sich auch Männer in Ihr Institut?

Das ist nicht zu unterschätzen, der Anteil der Männer macht bei uns bereits 60 Prozent aus.

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"Man muss eine Creme wie ein gutes und hochwertiges Lebensmittel sehen". 

Tamara Möstl 

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