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People | 18.04.2017

"Ich habe keinen Plan B"

Das erste Album, Nominierungen bei den Amadeus Austrian Music Awards, eine Tour durch halb Europa – die gebürtige Vöcklabruckerin AVEC ist dabei, den Musikhimmel zu erobern. Wir haben die junge Künstlerin zum Gespräch gebeten.

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© Max Parovsky

AVECs Stimme ist zart und rau zugleich und verursacht Gänsehautfeeling. Nicht weniger bewegend sind die Melodien ihrer Lieder mit viel akustischem Gitarrensound sowie die Lyrics, melancholisch und zugleich hoffnungsvoll, die AVEC größtenteils zuhause schreibt, um schwierige persönliche Erfahrungen und intensive Gefühle zu verarbeiten und ihnen Ausdruck zu verleihen – Musik als Therapie. Nachdem die 22-jährige Vöcklabruckerin 2015 ihre EP „Heartbeats“ releaset hat, erschien im September 2016 ihr erstes Album: „What If We Never Forget“. Und prompt ist sie nach 2016 auch in diesem Jahr wieder bei den Amadeus Austrian Music Awards, die am 4. Mai im Wiener Volkstheater über die Bühne gehen, als „Künstlerin des Jahres“ nominiert. Zwischen Touren durch Österreich, Deutschland, die Schweiz, Ungarn und die Niederlande haben wir das musikalische Talent zum Talk getroffen.

 

Was hat es mit dem Namen AVEC, Franzö­sisch für „mit“, auf sich?

Mit dem französischen Wort hat das Ganze eigentlich gar nichts zu tun. Damals, als ich den Namen gesucht habe – und diese Suche zog sich über einige Monate – war ich irgendwann so verzweifelt, dass ich nach Hundenamen gegoogelt habe. Da stand dann „AVEC“ und ich dachte mir – ja, warum nicht, den nehm ich mir jetzt. (lacht)

 

Verrätst du uns deinen echten Namen?

Nein, tut mir leid. Sonst hätte ich mir meinen Künstlernamen umsonst gesucht – wär schad’ drum. (schmunzelt)

 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Musik war mir schon immer sehr wichtig. Mein instrumentaler Weg führte von der musikalischen Früh­erziehung über die Geige bis hin zur Gitarre. Mit zwölf habe ich dann angefangen, Gedichte und Kurzgeschichten zu schreiben – damals noch auf Deutsch. Irgendwann hat mich dann der lyrische Weg ins Englische geführt. Auf Englisch habe ich auch mit Gedichten angefangen, bis irgendwann ganze Songtexte daraus geworden sind.

 

Mit Musik Geld verdienen, das wollen sehr viele. Du hast es geschafft. Wie kam es zum Plattenvertrag?

Naja, dass ich es geschafft habe, würde ich noch nicht sagen, aber ich bin wahrscheinlich auf keinem so schlechten Weg. Damals hat sich alles eher durch Zufall ergeben. Mein jetziger Manager hat meine ersten Demos auf Soundcloud gehört und mich sofort angeschrieben. Natürlich haben wir uns dann noch persönlich getroffen, um sicherzugehen, dass es auch menschlich passt. Das ist mittlerweile zwei Jahre her.

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© Max Parovsky

Du bist am 22. April im Posthof in Linz zu sehen und hören und gibst in diesem Jahr Konzerte von Wien bis Berlin und Amsterdam. Das ist sensationell! Du willst also international Musikkarriere machen?

Natürlich hätte ich nichts dagegen. Ich freue mich immer sehr, wenn ich irgendwo spielen kann, wo ich noch nicht war. Ich hatte auch schon Auftritte, von denen ich mir nicht mal erträumt hätte, dass sie zustande kommen. Ich würde es schon schön finden, wenn meine Musik auch international Anklang findet.

 

Warum singst du auf Englisch? Ist es nicht leichter, Gefühle in der Muttersprache auszudrücken und rüberzubringen? 

Was mich an der englischen Sprache am meisten fasziniert, ist, dass man sich in gewisser Weise mystischer und versteckter artikulieren kann. Vor allem, wenn es darum geht, Gefühle zu beschreiben. Es fällt mir generell eher schwer, Emotionen zu offenbaren. Durch das Ventil einer anderen Sprache fällt mir das aber leichter, und ich kann mich ehrlicher und offener ausdrücken.

 

Du studierst auch – was denn? Und wie geht sich das aus: Studium und Musik inkl. Tour?

Ich studiere Englisch und Geschichte auf Lehramt. Wenn wir auf Tour sind, muss das Studium zwar ein kleines bisschen zurückstecken, aber das geht sich so weit ganz gut aus.

 

Du bist heuer wie auch 2016 wieder bei den Amadeus Music Awards nominiert – neben österreichischen Musikgrößen wie Christina Stürmer. Rechnest du dir Chancen aus? 

Es ist natürlich eine riesige Ehre, für den Amadeus nominiert zu sein. Ob die Chancen gut stehen, weiß ich nicht – ich lass mich überraschen ...

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AVECs neue CD "What If We Never Forget"

Ich habe gelesen, du warst als Zwölfjährige ein Riesenfan von Taylor Swift.Wer sind heute deine musikalischen Vorbilder? 

Ich bin mit Country aufgewachsen und dadurch unter anderem auch mit Taylor Swift in Berührung gekommen. Damals hat sie ja noch Country gemacht. Ihre heutige Musik trifft nicht mehr so ganz meinen Geschmack. Vorbilder im eigentlichen Sinne habe ich nicht wirklich. Dafür gibt es einige MusikerInnen, die ich sehr gut finde, wie zum Beispiel Bon Iver, The Lumineers, Daughter, John Mayer, Kings of Leon, Vulfpeck, Keaton Henson, … Ich könnte noch Ewigkeiten so weitermachen.

 

Was machst du privat gerne? Und wo wohnst du derzeit?

Ich höre gerne Musik und gehe auch regelmäßig auf Konzerte. Außerdem lese ich viel, fotografiere und bin sehr gerne in der Natur. Ich lebe in Vöckla­bruck und bin die meiste Zeit dort.

 

Was sind deine musikalischen Ziele? Was werden wir noch von dir sehen bzw. hören?

Das nächste Ziel ist mein zweites Album, an dem ich schon fleißig schreibe. Dieses Jahr werde ich auch wieder ein bisschen umhertouren. Darauf freue ich mich schon sehr!

 

Und wenn es mit der Musik nicht mehr so läuft?

Darüber denke ich erst nach, wenn es so kommen sollte. Einen Plan B gibt es für mich eigentlich nicht, ich möchte noch so lange wie möglich Musik machen und damit Menschen bewegen.

 

AVEC ist am 22. April 2017 live im Posthof Linz zu sehen!

Info: www.facebook.com/officialAVEC