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People | 01.11.2016

„Ich esse am liebsten Fleischpflanzerl"

Sternekoch Alfons Schuhbeck kommt mit seiner Dinnershow „Teatro“ wieder nach Linz. Im Interview erzählt der 67-jährige Sternekoch, warum er auf Ingwer schwört und nie über prominente Gäste spricht.

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Dinnershow vom Feinsten. TV-Koch Alfons Schuhbeck und Teatro-Küchenchef Oliver Rechberger bieten ab 23. November im Teatro in Linz Vier-Gänge-Sterneküche. (© Alexander Schwarzl)

Im Vorjahr gastierte Schuhbecks „Teatro“ zum ersten Mal in Linz. Und das mit großem Erfolg: Mehr als 12.500 begeisterte Gäste besuchten die beeindruckende Dinnershow im Quadrom der Tabakfabrik, das sich für die Dauer der Spielzeit in einen wunderschönen  Spiegelpalast verwandelt hatte. Grund genug, um auch in diesem Winter mit dem neuen Programm „Herzstücke“ in die Landeshauptstadt zurückzukehren. Schirmherr des „Teatros“ ist der bekannte Spitzenkoch Alfons Schuhbeck, der auch für die Zusammensetzung des eigens kreierten Menüs verantwortlich ist. Im Interview erzählt der 67-Jährige von seinen Anfängen und seinen Erfahrungen als Promi-Koch.

 

OBERÖSTERREICHERIN: Herr Schuhbeck, Sie sind ein Tausendsassa: Sternekoch, Inhaber mehrerer Restaurants und einer Kochschule sowie Team-Koch vom FC Bayern München. Welche Ihrer vielen Aufgaben liegt Ihnen am meisten am Herzen?

Man muss alles gern machen, das ist wie beim Kochen. Sobald man etwas vernachlässigen würde, würde das der Gast sofort bemerken. Darum muss man sich in alle seine Projekte gleich stark hineinlegen.

 

Gewürze sind Ihre Leidenschaft. Welches Gewürz ist das wichtigste für die Gesundheit?

Seit 40 Jahren schwöre ich auf den Ingwer. Er hat mehr als 130 Inhaltsstoffe, wirkt wie Aspirin und wurde schon vor mehr als 2.000 Jahren bei Gelenksentzündungen eingesetzt. Außerdem stärkt er die Abwehr und schützt vor vielen Krankheiten.

 

Was hat Sie dazu bewogen, Koch zu werden? Sie haben ja ursprünglich
einen ganz anderen Beruf erlernt ...

Ich wollte schon als Schüler etwas Kreatives machen. Als 17-jähriger Fernmeldetechniker und Hobbygitarrist fand ich es faszinierend, wie abwechslungsreich der Beruf eines Koches ist. Man kann jeden Tag etwas anderes zubereiten und neue Gäste erfreuen. Jede Jahreszeit schafft durch ihre Produkte neue Anreize, jeder Gast wirkt durch seine Wünsche motivierend.

 

Sie bekochen auch oft prominente Gäste. Gibt es da auch mal ausgefallene Essenswünsche?

Ich freue mich, wenn Prominente kommen, aber ich rede nicht über sie. Denn wer sich mit den wirklichen Promis in seinem Restaurant brüstet, sieht sie nie wieder. Damit sie sich bei mir wohlfühlen, muss ich als Erstes überlegen: Wer möchte im Restaurant unauffällig platziert werden, um seine Ruhe zu haben, und wer möchte sich auf der Bühne fühlen? Wirklich Prominente sind, was Essenswünsche betrifft, meist ganz einfach. Schwierig sind nur die, die eine Zwei-Minuten-Rolle bei einem Privatsender gehabt haben, der gerade eingestellt wurde.

 

Warum, denken Sie, sind Kochsendungen im TV derzeit so populär?

In seinen Anfängen war das Kochen im Fernsehen die reine Volkshochschule mit einem möglichst charmanten Lehrer. Heute gehört das Fernsehkochen in die Unterhaltung und funktioniert nach deren Regeln. Ich weiß nicht, ob tatsächlich mehr gekocht wird, aber das Interesse am Essen und an Ernährung wächst. Und wir Köche können im Fernsehen viele Menschen aufrütteln, mal darüber nachzudenken: Tut es mir gut, wenn ich für mein Autoöl mehr Geld ausgebe als für mein Salatöl oder wenn ich lieber ins Tiefkühlfach zum Fertiggericht als zum frischen Produkt greife?

 

Haben Sie ein Lieblingsgericht?

Ich mag am liebsten Fleischpflanzerl mit gekräutertem Kartoffelsalat. Am besten schmecken sie mir, wenn sie halb aus Kalbs- und halb aus Schweinehack zubereitet sind. Kein Rind – das macht sie trocken. Die wichtigste Zutat sind aber die Semmeln: Erst durch das eingeweichte Brot wird der Fleischteig locker und saftig.

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© Alexander Schwarzl

Nach welchen Kriteriem stellen Sie das Menü der Dinnershow „Teatro“ in Linz zusammen?

Ich lege großen Wert auf qualitativ hochwertige Produkte aus der Region und habe wie im Vorjahr versucht, daraus ein bodenständiges Menü zu kreieren.

 

Welche Künstler dürfen im „Teatro“ auftreten?

Viele von ihnen kenne ich persönlich. Die Künstler sind alle klasse, sonst dürften sie gar nicht im „Teatro“ auftreten.

 

Sie sind jetzt 67 Jahre alt. Denken Sie nie daran, kürzer zu treten oder in Pension zu gehen?

Das kalendarische Alter erstaunt mich, aber mein gefühltes Alter lässt mich noch voller Tatkraft sein. Ich habe vor zwei Jahren alle meine Verträge um zehn Jahre verlängert. Aber ich renne nicht herum, um irgendwo noch ein neues Restaurant oder Geschäft aufmachen zu können. Doch wenn es ein Angebot gibt oder sich eine Chance bietet, prüfe ich das sehr offensiv.

 

Und, gibt es bereits neue Projekte, an denen Sie arbeiten?

Das Thema Gewürze wird mich nicht mehr loslassen. Auch eine Tapas-Bar fände ich reizvoll, würde die aber nicht als Spanier-Kopie, sondern auf meine Weise betreiben.

 

INFO:

Schuckbecks Teatro „Herzstücke“ von 23. November 2016 bis 22. Jänner 2017, Quadrom in der Linzer Tabakfabrik; Tickets und weitere Informationen: www.teatro-linz.at

 

GEWINNSPIEL:

Die OBERÖSTERREICHERIN verlost 1 x 2 Karten für Schuhbecks „Teatro“ in der Kategorie „Platin“ an einem Abend Ihrer Wahl. Das Gewinnspiel finden Sie hier. Teilnahmeschluss ist der 17. November 2016.